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Karriere machen im Mittelstand Hallo Hidden Champion, fordere mich heraus!

Kleine Firma, große Chance: Im Mittelstand gibt es viele extrem erfolgreiche, aber unbekannte Unternehmen, in denen Karriere leichter funktioniert als in Konzernen. Das Zauberwort heißt Hidden Champion.

Von Michael Löwa |

Hallo Hidden Champion, fordere mich heraus!

Gute Aussichten

Unbeabsichtigtes Versteckspiel: Die Weltmarktführer aus der "Pampa" legen es nicht darauf an, als Arbeitgeber unbekannt zu bleiben.

Foto: imago images / Westend61

Wenn Jasmin Weißphal an die Zeit nach ihrem Studium denkt, hat sie einen festen Plan. Am liebsten würde sie ihre berufliche Zukunft bei Wemhöner in Herford bei Bielefeld verbringen. Bitte wo?

Während andere von einem Job bei Facebook, Porsche oder L’Oréal träumen, ist die 20-Jährige froh, dass sie ihr duales Studium bei einer Firma aus dem Mittelstand macht.

Die Wemhöner Surface Technologies dürfte außerhalb von Ostwestfalen vor allem Branchenkennern ein Begriff sein – als Weltmarktführer im Anlagen- und Maschinenbau in den Bereichen Oberflächenbeschichtung und Werkstoffveredelung.

Wemhöner ist ein Hidden Champion wie aus dem Lehrbuch, 1925 in Herford als Handwerksbetrieb gegründet, bis heute ein Familienbetrieb in dritter Generation.

Jasmin Weißphal wiederum ist eine der bei Arbeitgebern so begehrten Young Professionals. Sie hat Auslandserfahrung, ist fachlich bestens gebildet und steht kurz vor dem Abschluss ihres Studiums in International Business Administration – Skills, nach denen Personaler suchen.

Vorteil 1: Lokale Nähe

Weißphal indes kennt ihren Traum-Arbeitgeber schon lange. „Ich komme aus Herford, Wemhöner ist quasi Nachbarschaft“, erzählt sie. Die lokale Nähe war für sie aber nicht der einzige Grund, den Praxisteil ihres Studiums bei Wemhöner zu absolvieren. „Ich bin jemand, der Sicherheit braucht. Bei einem Familienunternehmen habe ich auf einen gewissen Umgang miteinander gesetzt. Hier bin ich nicht nur irgendeine Nummer.“

Vorteil 2: Schnelle Übernahme von Verantwortung

Zudem habe sie gehofft, aufgrund der Unternehmensgröße „mehr Verantwortung“ übernehmen zu können. Bisher sind die Hoffnungen berechtigt.

Im Rahmen des Studiums ist die 20-Jährige zwar Teil der typischen „Abteilungsrotation“, durchläuft verschiedene Stationen – aufgrund ihrer Fächerwahl schwerpunktmäßig Einkauf und Controlling.

Neben typischen Tätigkeiten wie Auftragsbuchungen und Nachkalkulationen setzt sie aber auch regelmäßig Projekte von A bis Z um. Unter anderem entwickelte sie ein Lieferantenbewertungssystem mit. Was als Facharbeit fürs Studium begann, endete damit, dass das gemeinsam mit dem Projektteam erarbeitete System mittlerweile am deutschen und chinesischen Standort von Wemhöner eingesetzt wird.

Vorteil 3: Auslandserfahrung inklusive

In China war die 20-Jährige für die Implementierung vor Ort mit verantwortlich. „Ich darf meine Ideen umsetzen und kann die Ergebnisse meiner Arbeit direkt sehen. Was will man mehr?“

Vorteil 4: Schnellerer Aufstieg

Daran, dass ihr Job bei einem weitestgehend unbekannten Hidden Champion ihrer Karriere schaden könnte, glaubt sie nicht – im Gegenteil: „Ich glaube, es ist hier leichter aufzusteigen als in einem Konzern. Das Organigramm ist einfach übersichtlicher.“

 Vorteil 5: Gute Work-Life-Balance

Auch Hanna Böhme ist zufrieden mit ihrem Job. Seit gut einem Jahr arbeitet sie als Hardwareentwicklerin für die ifm ecomatic gmbh, Tochtergesellschaft der ifm-Unternehmensgruppe - mit über 7000 Mitarbeitern weltweit einer der großen Hidden Champions und als Weltmarktführer in den Bereichen Sensorik, Kommunikations- und Steuerungssysteme Zulieferer für die Auto-, Lebensmittel- und Metallindustrie. Nach ihrer Bachelorarbeit wurde die 31-Jährige übernommen und ist seitdem am Standort Kressbronn (Bodensee) als Hardwareentwicklerin im Bereich „Field Programmable Gate Array“ (FPGA) im Einsatz.

Hanna Böhme beschreibt es für Laien so: „FPGAs sind programmierbare Logikbausteine, die man mit verschiedensten digitalen Funktion konfigurieren kann. Zum Beispiel könnte man in einem FPGA mehrere Prozessoren implementieren, die unabhängig und parallel zueinander laufen.“ Die Entscheidung für ifm fiel Hanna Böhme leicht: „Ich habe schnell gemerkt, dass auf die Mitarbeiter geachtet wird. Meine Work-Life-Balance stimmt einfach, das ist für mich sehr wichtig.“

Vorteil 6: Freiräume für Kreativität

Ähnlich positiv sieht die gebürtige Weißrussin ihre kreativen Möglichkeiten: „Ich habe viel Freiraum. Es wird eine gute Selbstorganisation erwartet und es gibt gewisse Zielvorgaben. Wie ich diese umsetze, ist aber mir überlassen, also kann ich jederzeit meine eigenen Ideen einbringen und diese womöglich mit Hardware- und Software-Kollegen umsetzen.“

Es überrascht wenig, dass Hanna Böhme ihren Job möglichst lange weitermachen möchte – Start-up-Feeling hin, große Namen her.

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