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Jobwechsel Warum Beschäftigte wirklich kündigen

Geld regiert die Welt? Von wegen! Arbeitnehmer schauen schon längst nicht mehr nur auf ihren Gehaltszettel, um zu entscheiden, ob sie in ihrem Job bleiben wollen. Die fünf wichtigsten Kündigungsgründe.

Kündigung Arbeitsvertrag | Von Eva Neukirchen |

Warum Beschäftigte wirklich kündigen

Kündigung

Mangelnde Wertschätzung ist der häufigste Grund, warum Angestellte kündigen und den Job wechseln.

© imago xKTHx

Exzellente Fachkräfte, die sich mit ganzer Kraft in ihrem Job engagieren, sind beliebt, weil sie den Unternehmenserfolg mit garantieren. Doch häufig mangelt es an Anerkennung für die erbrachte Leistung.

Nicht selten kassieren Führungskräfte dafür die Rechnung: Die Mitarbeiter kündigen. Mangelnde Wertschätzung ist der häufigste Grund, warum Angestellte den Job wechseln.

Das hat jetzt die Hamburger Gehälter-Plattform Compensation Partner gemeinsam mit dem Vergleichsportal gehalt.de herausgefunden.

Intentionen für den Jobwechsel:
Vom Firmenwagen bis zur Arbeitsatmosphäre

Sie haben 1.092 Arbeitnehmer, davon 60 Prozent Männer und 40 Prozent Frauen, nach ihren Kündigungsgründen befragt. 45 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Vorgesetzten ihnen zu wenig Anerkennung zollten und sie aus diesem Grund bereits eine Kündigung ausgesprochen haben.

Bei der Studie wurden zahlreiche Umstände abgefragt, warum Angestellte in der Vergangenheit ihren Job gekündigt haben. Vergütung, Work-Life-Balance, Firmenwagen und Arbeitsatmosphäre waren bei der Erhebung die Hauptgründe für Kündigungen.

Doch welche Umstände führen wirklich dazu, dass Fachkräfte die Sicherheit eines festen Angestelltenverhältnisses verlässt?

Kündigungsgrund 1: Mangelnde Anerkennung

Wenn Mitarbeiter ihr Bestes geben und sich für ihr Unternehmen einsetzen, wollen sie dafür auch wertgeschätzt werden. Nehmen Chefs es einfach so hin, dass ihre Angestellten Überstunden machen, eigene Ideen einbringen und pünktlich und fleißig sind, riskieren sie, dass Unzufriedenheit innerhalb der Belegschaft aufkommt.

Jeder möchte, dass sein Handeln wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Stattdessen erhöhen Führungskräfte oft noch den Druck auf ihr Team, sodass die Arbeit schnell als Überlastung wahrgenommen wird.

Kündigungsgrund 2: Zu geringes Gehalt

Aber auch wenn Wertschätzung, Kommunikation und Umgangsformen im Team stimmen bleibt am Ende des Monats immer noch der Blick auf das Gehalt. Allein durch die Zufriedenheit im Büro lassen sich Miete und Essen nicht bezahlen.

Rund 40 Prozent der Befragten haben in der Vergangenheit daher wegen eines zu niedrigen Gehalts gekündigt.

Bei 38 Prozent von ihnen war ein besseres Angebot von einem anderen Unternehmen ausschlaggebend. „Eine angemessene Vergütung ist bei der Reduzierung der Mitarbeiterfluktuation essenziell.

Gehälter müssen deshalb stets auf ihre Marktaktualität überprüft werden“, erklärt Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner.

Kündigungsgrund 3: Schlechte Karriereaussichten

Bei der aktuellen Studie hat sich herausgestellt, dass 32,5 Prozent der Befragten bereits einmal gekündigt haben, weil sie in ihrem Unternehmen keine Aufstiegsmöglichkeiten gesehen haben.

Der Anreiz, nicht immer das Gleiche zu machen und in der Zukunft schnell die Karriereleiter hinaufzuklettern und Personalverantwortung zu übernehmen motiviert zahlreiche Arbeitnehmer in ihrem täglichen Tun. Für jedes Unternehmen – ganz gleich aus welcher Branche – besteht ein Interesse daran, Leistungsträger zu halten.

Das hat vor allem auch finanzielle Gründe, denn die Ausgaben für das Recruiting übersteigen generell die Kosten einer effektiven Mitarbeiterbindung, weiß Tim Böger. Daher sollten Unternehmen ihre Arbeitnehmer fördern und Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Kündigungsgrund 4: Schwache Anreize durch Zusatzleistungen

Viele Unternehmen werben in ihren Stellenanzeigen aktuell mit besonderen Zusatzleistungen: Diese reichen von Obst- und Getränkespenden bis zu attraktiven Pausenräumen mit Tischkicker oder interessanten Sportangeboten.

Doch sind solche Angebote, um sich die Spitzenkräfte ins eigene Unternehmen zu holen oder sie auch halten zu können, ausschlaggebend? Laut der Studie von Compensation Partner sind diese Benefits für gerade einmal 6,7 Prozent der Befragten wichtig, um in einem Unternehmen zu bleiben.

Kündigungsgrund 5: Fehlende Flexibilität

Der klassische Arbeitsalltag scheint bei Angestellten ausgedient zu haben: Nicht mehr nur Dienst nach Vorschrift und mit der Stechuhr ist angesagt. Gefragt ist eine Arbeitszeit, die sich an den Anforderungen des Unternehmens und vor allem an den Bedürfnissen des Arbeitnehmers orientiert.

Ewiges Pendeln zum Büro ist nicht wirklich effektiv, wenn keine persönlichen Meetings anstehen und eine Anwesenheit im Büro unbedingt nötig ist. Die Flexibilität der Arbeitszeiten und -umstände steht bei den Wünschen der Befragten ganz weit oben.

Themen wie Gleitzeit, die Möglichkeit, einen Teil seiner Arbeit im Home-Office zu erledigen und allgemein flexiblere Arbeitszeiten verstärken dagegen die Wünsche der Mitarbeiter, ihrem Arbeitgeber treu zu bleiben.

Auch wenn das Unternehmen Benefits, wie beispielsweise einen Firmenwagen oder ein Bahnticket bietet – auf den Aspekt Zeit legen heute alle Berufstätigen besonderen Wert. „Der traditionelle Firmenwagen ist längst nicht mehr so begehrt. Zeit und Flexibilität sind kostbarer als Pferdestärken auf Unternehmenskosten“, so Tim Böger.

Eine ausgeglichene Work-Life-Balance, ein von Wertschätzung und Anerkennung geprägtes Arbeitsumfeld und das passende Gehalt sorgen dafür, dass Angestellte sich wohl fühlen und der Gedanke an eine Kündigung erst gar nicht entsteht.

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