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Jobchancen Wo Sie jetzt als Berater durchstarten können

Eine Zunft floriert bereits, während etliche Unternehmen noch ums Überleben kämpfen: die Berater. Spezialisten für Liquidität bis Lieferkette suchen derzeit Verstärkung. Versierte Quereinsteiger sind gesucht.

Von Claudia Obmann |

Cash is King. Klar. Liquide zu bleiben ist für jeden Unternehmer oder Konzernchef derzeit oberstes Gebot. Aber nicht nur in Finanzfragen ist guter Rat gesucht. Ralf Strehlau, Präsident des Verbands der Unternehmensberater (BDU), sagt: „Von Lieferketten-Optimierung bis hin zur Digitalisierung der Geschäftsmodelle – Unternehmen benötigen in der nächsten Zeit viel Unterstützung. Die Notwendigkeit zur Anpassung ist immens.“

Es gilt, zusätzliche Einkaufsquellen außerhalb Asiens zu erschließen, die Onlineanbindung vom Homeoffice zu sichern oder den Warenverkauf ins Web zu verlagern und neue Kunden zu gewinnen.

Die Coronakrise kurbelt das Beratungsgeschäft an. Und so kehrt auch der Optimismus der Consultants zurück.

Nach dem historischen Tiefpunkt von 70,4 des BDU-Geschäftsklima-Indexes im März 2020, ausgelöst durch den Shutdown, stieg der Wert in der Mai-Befragung der BDU-Mitgliedsfirmen auf 75,7 Punkte. Während Sanierungsberater, IT-Spezialisten und Outplacementberater – die dabei helfen, Personal loszuwerden, indem sie die berufliche Neuorientierung unterstützen – unmittelbar von der Krise profitieren und einen guten bis zufriedenstellenden Auftragsbestand vermelden, erwartet die Mehrheit der Unternehmensberatungen ab dem vierten Quartal 2020 wieder vergleichbare Umsätze wie im Vorjahresquartal.

Aufstockung des Personalbestands

So verwundert es nicht, dass in etlichen Beratungszweigen trotz Corona schon dauerhafte Verstärkung gesucht wird: 43 Prozent der IT-Beratungen etwa planen, neue Experten einzustellen.

In den Strategie- und Organisationsberatungen beabsichtigt jeweils ein Viertel der BDU-Mitglieder weitere Festanstellungen. Erfahrene, kompetente Quereinsteiger sind durchaus willkommen: eine Möglichkeit für Fach- und Führungskräfte aus der Industrie, die ihren Job verloren haben, zu reüssieren.

Zu denen, die an ihren Einstellungsplänen festhalten, gehört etwa der Branchenprimus McKinsey. 850 Neueinstellungen, davon etwa 600 Berater, sollen 2020 insgesamt neu an Bord kommen.

Bei Bain & Company, eine weitere Branchengröße, wird gezielt Know-how rund um die digitale Transformation, aber auch zu neuen Formen von Führung und Zusammenarbeit aufgerüstet. Rund 250 neue Mitarbeiter sollen 2020 im deutschsprachigen Raum hinzukommen. Gesucht werden neben Consultants auch Data Scientists und Product Designer für den Digital Discovery Hub in Berlin, wo Spezialisten an innovativen Konzepten für Kunden tüfteln.

Perspektiven für Quereinsteiger

Um für erfahrene Quereinsteiger attraktiv zu sein, wirbt Bain mit dem „Expert-Track“. Vor allem für IT-Cracks, aber auch für Experten mit industriespezifischem Wissen, etwa aus der Elektromobilität oder dem Risikomanagement im Finanzwesen, dürfte das interessant sein.

Zwar kann man es mit diesem Karrieremodell nicht zum Partner bringen, und auch gehaltstechnisch ist früher als in der klassischen Berater-Laufbahn Schluss – aber es kann trotzdem eine Perspektive sein.

„Auch mittelständische Beratungen stellen gern Fachleute oder ehemalige Führungskräfte ein, sofern sie über gefragtes Know-how verfügen“, sagt BDU-Präsident Strehlau. „Dazu zählen etwa Manager aus dem Controlling, die sich darauf verstehen, Kosten zu reduzieren.“

Besonders gesucht seien aber auch Erfahrung in Sachen Einkauf und Logistik. Vorausgesetzt, die Bewerber überzeugen durch Flexibilität und schnelle Auffassungsgabe sowie Teamorientierung und Kommunikationsstärke.

Weniger Gehalt, weniger Reisetätigkeit

Auf die Frage, ob sich ein Wechsel in die Beraterbranche vergütungstechnisch lohnt, gibt es keine allgemeine Antwort. Strehlau erklärt, das Gehalt hänge von der zu beratenden Branche und vom Fachgebiet eines Beraters ab.

Während ein vormaliger, erfahrender Supply-Chain-Manager beim Wechsel ins Consulting-Fach vergleichbar verdienen dürfte, müsse ein ehemaliger Chief Digital Officer wohl Einbußen hinnehmen.

Und noch eine gute Nachricht: Wer bislang wegen der Reiserei vor einem Beraterjob zurückscheute, dürfte sich über die Aussage von Bain-Chef Walter Sinn zur „neuen Normalität Homeoffice“ freuen.

Verbrachten Berater vor Corona den größten Teil ihrer Arbeitszeit beim Kunden vor Ort, hat sich inzwischen die virtuelle Projektarbeit bewährt. Der Rollkoffer bleibt zuhause. Videokonferenz statt Vielfliegerstatus – für Sinn ist das „eine gewaltige Lernkurve“. Er schätzt, dass 30 bis 50 Prozent des Reiseaufkommens überflüssig werden könnte.

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