Europäischer Arbeitsmarkt Deutsche Arbeitnehmer zieht es kaum ins Ausland

Deutsche Arbeitnehmer scheinen sich auf dem heimischen Arbeitsmarkt am wohlsten zu fühlen. Laut einer aktuellen Studie schauen nur 5,3 Prozent der Arbeitssuchenden nach freien Stellen im Ausland.

Von Eva Neukirchen |

Deutsche Arbeitnehmer zieht es kaum ins Ausland

Arbeitsmarkt

Deutsche Arbeitnehmer schauen kaum ins Ausland. Jobs im eigenen Land sind bei ihnen am attraktivsten.

© imago

Deutsche Berufstätige sind heimatverbunden. Laut einer aktuellen Studie der internationalen Online-Stellenbörse Indeed schauen nur 5,3 Prozent der Arbeitssuchenden aus Deutschland nach freien Stellen im Ausland. Jobsucher scheuen nicht nur vor der Sprachbarriere und unbekannten Arbeitsbedingungen zurück. Sie hängen auch besonders stark an ihrer Familie und sind nicht bereit, diese für den Beruf aufzugeben.

Auch Jobsuchende aus dem Ausland schätzen den boomenden deutschen Arbeitsmarkt und sehen hier ihre berufliche Zukunft. Die Jobbörse Indeed hat alle Suchanfragen von Jobsuchenden weltweit ausgewertet und ermittelt, wo die Bereitschaft zum Auslandseinsatz am größten ist. Spitzenreiter sind demzufolge Rumänien und Luxemburg. In Rumänien schaut fast jeder zweite Arbeitssuchende sich im Ausland (48,9 Prozent) nach einer neuen Stelle um. Das sei nicht verwunderlich, heißt es von den Studienverfassern. Denn Rumänien ist nach Bulgarien das Land mit dem geringsten Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (BIP) und über ein Drittel der Bevölkerung lebt dort unterhalb der Armutsgrenze.


Eine berufliche Chance in einem anderen Land wahrzunehmen und damit ein höheres Gehalt und einen besseren Lebensstandard zu erzielen, beflügeln die Südosteuropäer, sich außerhalb der Landesgrenzen zu bewerben.

In Luxemburg dagegen landet ein Drittel aller Stellengesuche bei ausländischen Arbeitgebern. Annina Hering, Arbeitsmarkt-Expertin von Indeed, kommentiert das so: „Luxemburg verfügt nach Liechtenstein über das höchste BIP pro Kopf in Europa und das Armutsrisiko liegt unter dem europäischen Durchschnitt.

Während also in Rumänien die wirtschaftliche Situation der Haupttreiber für die Jobsuche im Ausland ist, zieht es Berufstätige in Luxemburg eher zurück in ihre Heimatländer oder zur nächsten Karrierestation in ein anderes Land.“

Deutschland ist dabei allerdings weder für Rumänen noch Luxemburger erste Wahl. Vielmehr kommt das Gros der Auslands-Bewerber aus Österreich (9,5 %), der Schweiz (6,6 %), Frankreich (6,3 %) und Polen (5,6 %).
Laut Indeed-Studie liegt der Grund für die beiden Spitzenreiter Österreich und Schweiz an der geringen Sprachbarriere und dem Ausbildungssystem, das dem deutschen sehr ähnlich ist. Insgesamt hatten im Februar 2019 12,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland einen ausländischen Pass.

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