Digitalisierung IT-Leiter gestalten den technologischen Wandel

Nicht mehr Vorstand oder Geschäftsführer bestimmen die digitale Strategie, sondern die IT-Leiter.

Führungskraft | Louisa Schmidt |

IT-Leiter gestalten den technologischen Wandel

Digitalisierung

Hand in Hand mit der Geschäftsführung: IT-Leiter gestalten den digitalen Wandel

© dpa

Stephan Gerhager steht bei der Allianz vor einer kniffligen Aufgabe: Der Leiter der Informationssicherheit muss die hochsensiblen Daten des Versicherers schützen. Schnelles Handeln ist Trumpf. „Meine Mitarbeiter verantworten deshalb ihre eigenen Projekte, für die sie geradestehen“, sagt Gerhager.

Entscheidungen in den Teams würden immer von zwei Personen getroffen. Er selbst müsse nicht beteiligt sein. Das Ziel: mehr Eigenverantwortung für jeden einzelnen Kollegen. Die Digitalisierung verändert die Art und Weise der Zusammenarbeit im Unternehmen radikal.

Digitalisierung bestimmt Tagesgeschäft

Informationstechnik rückt für immer mehr Beschäftigte in den Fokus und bestimmt zunehmend den Geschäftserfolg. Auch in kleinen und mittelgroßen Firmen sei „die Digitalisierung aus dem Tagesgeschäft nicht mehr wegzudenken“, heißt es im Digitalisierungsindex 2018, für den die Marktforscher von Techconsult im Auftrag der Deutschen Telekom 2500 Unternehmen befragt haben.

Doch wer gestaltet diesen Wandel? Dem Vorstandschef oder Geschäftsführer werde eine „deutlich geringere Rolle zugewiesen als noch 2016“, heißt es in der Studie Digital Value 2018 der Beratung Horváth & Partners. Nur acht Prozent sehen hier die Hauptverantwortung. Mit 35 Prozent liegt der IT-Leiter weit vorn, gefolgt vom Strategie- beziehungsweise vom Digitalchef mit 19 und elf Prozent.

Neue Jobprofile für Technologie-Fachkräfte

Vielerorts sind ganz neue Jobprofile für Technologieexperten entstanden: Zwei Jahre zuvor waren „diese Positionen in vielen Unternehmen nicht vorhanden“. Was Fach- und Führungskräfte mitbringen müssen, die von der Digitalisierung profitieren wollen, weiß der Personalberater Dwight Cribb. Derzeit sucht er für zwei Konzerne Technikvorstände.

Ausgeprägtes Fachwissen ist Voraussetzung: „Natürlich muss ein passender Kandidat abschätzen können, was technologisch möglich ist“, sagt Cribb. Doch im Wettstreit um solche Top-Positionen rücken weitere Fähigkeiten in den Mittelpunkt: „Ich achte vor allem auf die Persönlichkeit sowie Strategie- und Changemanagement-Kompetenz.“

Manager im stetigen Wandel

Auch die Manager selbst müssen beweglich bleiben: Es sei ein Instinkt, dass Menschen nach einer Phase der Veränderung Konsolidierung anstrebten, stellt Cribb fest. „Doch das können sich Unternehmen in der digitalen Welt nicht erlauben.“

Er sucht deshalb Persönlichkeiten, die von Natur aus nach Veränderung streben und strategisch denken. Er schaue vor allem, wie ein Kandidat Projekte gemanagt hat: In welcher Reihenfolge hat ein Kandidat die Voraussetzungen für die digitale Transformation geschaffen? Hat er erfolgreich agile Arbeitsmethoden eingeführt?

Stephan Gerhager misst seinen Erfolg auch daran, wie gut er sein Wissen vermitteln kann. „Wichtig ist, den Entscheidern – zum Beispiel Vorständen – zu erklären, wo die Sicherheitsrisiken liegen und welche Möglichkeiten zur Risikominimierung es gibt“, sagt er. Gerhager sieht sich als eine Art Bergführer, der Gefahren, aber auch Wege aufzeigt. Somit ist er beides: Coach und IT-Experte.

Um immer auf dem Laufenden zu sein, wollte er die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr nicht mit seiner Familie verbringen. Er ist zum weltweit bekannten Hacker-Kongress des Chaos Computer Clubs gereist. „Die Frage lautet nicht, wer dorthin muss, sondern wer darf“, so Gerhager. Der Job sei eine Leidenschaft.

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...