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Coronakrise Diese fünf Mythen über Job und Arbeitswelt halten sich hartnäckig

Jobsuche ist gerade sinnlos? Bewerbungsgespräche finden sowieso nicht statt? Stimmt alles nicht, sagt eine Studie.

Von Anne Koschik |

Die Corona-Pandemie hat unseren Arbeitsalltag auf einen Schlag verändert. Viele gehen davon aus, dass die Krise die Arbeitswelt noch lange prägen wird. Wie genau und was das für Beschäftigte bedeutet, ist jedoch umstritten.

Manche Berufsgruppen wie ITler, Techniker oder Vertriebler sind klar im Vorteil, andere trifft es hart. Immer deutlicher wird, dass Arbeiten ohne digitale Kompetenzen immer schwerer wird.

Auch die Arbeitsweisen verändern sich – allerdings nicht so, wie viele Beschäftigte zurzeit annehmen. Eine Befragung unter mehr als 20.000 Arbeitnehmer*innen und Arbeitgebern in Deutschland, die das Jobportal Stepstone seit Ausbruch der Pandemie durchgeführt hat, zeigt die bisherige Erfahrungen und Zukunftspläne – und legt die häufigsten Corona-Mythen über Job und Arbeit offen.

Mythos 1
Jobsuche macht derzeit keinen Sinn

Das ist falsch. Denn selbst in der ersten Hochphase des Lockdowns im April hat nur eine Minderheit der Unternehmen in Deutschland einen Einstellungsstopp verhängt. Die Mehrheit der Arbeitgeber hat weiter neue Mitarbeiter gesucht – zum Teil allerdings weniger als vor der Krise.

Mittlerweile zieht die Personalsuche wieder deutlich an: So hat im Juni hat ein Viertel der befragten Unternehmen bereits wieder wie gewohnt rekrutiert. Viele weitere rechnen damit, in den nächsten Monaten in ähnlichem Umfang wie vor der Krise einzustellen.

Besonders gefragt sind IT-Spezialisten, Vertriebler, Handwerker und Techniker. Hier passende Jobs für Techniker finden

In anderen Bereichen, wie zum Beispiel im Event-Management, Tourismus oder in der Gastronomie, bleibt es dagegen schwierig, schnell einen passenden Job zu finden. Ein Versuch ist es wert: Jobs in der Tourismusbranche

Mythos 2
Im Moment finden keine Bewerbungsgespräche statt

Stimmt so nicht. Nur neun Prozent der Jobsuchenden haben in der Krise die Erfahrung gemacht, dass ihr Vorstellungsgespräch abgesagt wurde.

Tatsächlich fanden und finden die Bewerbungsverfahren weiter statt, nur eben anders. Bereits zu diesem Zeitpunkt, können Berufsstarter und Jobwechsler deutlich machen, dass sie sich im digitalen Umfeld gut bewegen können. Denn: „Viele Arbeitgeber haben zu Beginn der Corona-Krise schnell auf digitale Recruiting-Prozesse umgestellt und führen ihre Vorstellungsgespräche per Telefon oder digital per Video“, sagt Tobias Zimmermann, Arbeitsmarkt-Experte bei StepStone.0

„Das ist erst einmal ungewohnt, hat für Bewerber aber auch Vorteile. Sie sparen nicht nur die Zeit für die Anfahrt, sondern führen das Gespräch auch in ihrer gewohnten Umgebung. Ein professionelles Auftreten und eine gute Vorbereitung sind allerdings genauso wichtig wie beim klassischen Vorstellungsgespräch.“

Mythos 3
Teamarbeit funktioniert im Homeoffice nicht

Auch falsch. Acht von zehn Befragten geben an, dass sie genauso zuverlässig mit ihrem Team zusammenarbeiten wie vor der Krise. Mehr als drei Viertel der befragten Arbeitnehmer sind der Ansicht, dass Kommunikation und Stimmung im Team trotz physischer Distanz gut sind.

Die große Mehrheit hat mit den Kolleginnen und Kollegen schnell eine digitale Meeting-Struktur etabliert. Und auch die Effizienz leidet bei der Heimarbeit ganz überwiegend nicht: Mehr als ein Drittel der Beschäftigten ist sogar der Ansicht, dass sie im Homeoffice mehr arbeiten als im Büro.

Mythos 4
Junge Leute kommen mit digitalem Arbeiten besser zurecht als ältere

Ein echtes Vorurteil! Die Untersuchungsergebnisse belegen, dass über 50-Jährige sich im Homeoffice produktiver fühlen als jüngere. Tatsächlich gelingt es ihnen im Vergleich zu den unter 30-Jährigen auch besser, fokussiert zu arbeiten und mehr Arbeit zu bewältigen.

Zudem erleben die Älteren die Zusammenarbeit im Homeoffice als weniger einschränkend als die unter 30-Jährigen. Die jüngeren Beschäftigten leiden auch stärker unter der Einsamkeit im Homeoffice.

Mythos 5
Reines Homeoffice wird der neue Standard

Das bleibt erstmal die Ausnahme. Auch wenn Unternehmen wie Twitter zuletzt Schlagzeilen damit gemacht haben, dass die gesamte Belegschaft künftig nur noch von zu Hause arbeitet.

Denn weder Beschäftigte noch Unternehmen sprechen sich generell dafür aus. Nur vier Prozent der Arbeitnehmer kann sich vorstellen, grundsätzlich und immer im Homeoffice zu arbeiten. Und etwa zehn Prozent der Unternehmen planen einen solch rigorosen Schritt für die Zukunft.

Die Mischform hingegen kommt an: Gut vier Fünftel der Angestellten und auch Arbeitgeber erhoffen sich aus dem Mix von Präsenz- und Homeoffice-Tagen mehr Effizienz und Wohlbefinden.

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