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Bewerbung So bringen Sie Ihre Expertise im Lebenslauf auf den Punkt

Wer sich in der Coronakrise neu bewerben muss, sollte wissen, wie er Arbeitgeber am besten von sich überzeugen kann. Mit diesen 5 Tipps schaffen Sie es leicht, Ihr Know-how am besten zur Schau zu stellen.

Bewerbung – ganz einfach | Karriere.de / KA |

Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt deutlich verändert: Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist spürbar zurückgegangen, gleichzeitig steigt durch Kündigungen das Angebot an Arbeitssuchenden. Darum ist es wichtig, seine Bewerbung optimal vorzubereiten. Besonders auf den Lebenslauf kommt es an – denn bei vielen Unternehmen ist nur noch das Curriculum Vitae (CV) notwendig und entscheidend. Viele Fehler lassen sich darin leicht vermeiden, wenn man als Bewerber die Sicht des Personalers einnimmt: Dieser Perspektivwechsel wirkt Wunder.

Fragen Sie sich also selbst, ob Sie Ihre Qualifikationen ausreichend beschrieben haben: Passen sie zu den Anforderungen der Stellenanzeige? Bringt Ihre Expertise dem Unternehmen Vorteile? Kann jeder verstehen, mit welchen Eigenschaften Sie da eigentlich auftrumpfen? Oder verwenden Sie akademisches Fachvokabular, das nur Sie selbst befriedigt – und mit dem Sie „auf gut Deutsch“ vermutlich schneller zum Ziel kämen?

Welche Fehler im Lebenslauf Bewerber unbedingt vermeiden sollten, um bei Arbeitgebern durchzudringen, hat Carsten Schaefer, Experte bei der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry, einmal aufgezählt. Karriere.de sagt, was Sie daraus lernen können:

Tipp 1: Nennen Sie Ihre Erfolge, nicht nur die Tätigkeiten!

Viele Lebensläufe bestehen heute aus der Aneinanderreihung von Aufgaben und Zuständigkeiten. Es folgt Bullet-Point auf Bullet-Point. Die zugeordneten Verantwortungsbereiche sagen jedoch wenig darüber aus, wie erfolgreich man sie ausgeführt hat.

Empfehlung:
Die Zuständigkeiten sollten Sie nur kurz umreißen. Und den so gewonnenen Platz nutzen Sie am besten dafür, die individuellen Erfolge zu dokumentieren. Beispiele:

  • Aus „Verantwortung für die Beschaffung von einer Produktgruppe“ wird:
    „Senkung der Kosten um 10 Prozent und Erschließung von drei Alternativlieferanten zur Verminderung der Abhängigkeiten“.
  • Aus „Leitung des nationalen Controllings“ wird:
    „Einführung digitaler Tools und Erhöhung der Prozesseffizienz um 20 Prozent beim nationalen Controlling“.
  • Aus „Führung eines Teams“ wird:
    „Etablierung der agilen Projektmanagement-Methode Scrum zur Senkung von Reaktionszeiten um 30 Prozent“.

Wichtig:
Es geht nicht darum, sich zu rühmen. Aber es geht darum zu verdeutlichen, welche Herausforderungen Sie bereits mit welchem Ergebnis gemeistert haben. Natürlich sollten Sie dabei keine Betriebsgeheimnisse preisgeben.

Bedeutung:
So ergibt sich plötzlich ein sehr individuelles Profil, mit dem der Personaler Sie auf einen Blick wertschätzen kann. Damit heben Sie sich von den austauschbaren Profilen Ihrer Mitbewerber ab, die es häufig dabei belassen und nur ihre Verantwortlichkeiten zum Besten geben.

Tipp 2: Lassen Sie das Job-Statement am Anfang einfach weg!

Es galt viele Jahre als Avantgarde, den Lebenslauf mit einem Job-Statement zu beginnen. Das sah dann zum Beispiel so aus: „Erfahrener Recruiting-Manager mit erster Teamleitungserfahrung, der künftig mehr Führungsverantwortung übernehmen möchte.“

Empfehlung:
Obwohl es eine kontrovers geführte Debatte dazu gibt, ob man solche Statements noch einsetzen sollte, rät Korn Ferry davon ab. Zum einen wirkt es nicht mehr modern, in dieser Art und Weise für sich zu werben. Zum anderen lenkt ein solches Statement zu stark davon ab, für welche Aufgaben und Funktionen ein potenzieller Arbeitgeber Sie eigentlich auf Basis bisheriger Erfahrungen und erworbener Kompetenzen noch einsetzen könnte.

Wichtig:
Aufgrund einer Eigenkategorisierung beraubt man sich im schlimmsten Fall des Erkennens eines möglichen Potenzials, auf das man selbst noch gar nicht gekommen ist. In einer Zeit, in der Karrieren aber nicht mehr linear verlaufen, ist dies ein großer Fehler.

Bedeutung:
Mit einem Statement nehmen Sie Ihrem potenziellen Arbeitgeber die Chance, sich selbst ein Bild zu machen.

Tipp 3: Verlieren Sie sich nicht in Details!

Bedenken Sie: Diejenigen, die Ihren Lebenslauf lesen, haben sehr wenig Zeit – erst recht, wenn es sich um Führungskräfte handelt, die mit Ihnen die Job-Interviews führen. Packen Sie also inhaltlich zu viel hinein, ist es schwieriger, Sie als Person ganzheitlich zu erfassen.

Empfehlung:
Wenn Sie also vermeiden wollen, dass sich Ihr Gesprächspartner beliebig auf Teile Ihres Werdegangs stürzt, die vielleicht gar nicht relevant für Ihr Gespräch sind, lassen Sie diese auch im Lebenslauf unerwähnt. Fassen Sie sich daher so kurz wie möglich, ohne Relevantes wegzulassen.

Wichtig:
Versetzen Sie sich in die Lage desjenigen, der Ihren Lebenslauf erhält:

  • Welche Informationen sind für ihn essenziell?
  • Über welche Stationen in Ihrem Werdegang könnte er besonders gern mit Ihnen sprechen wollen?
  • Wo würde er nach Stärken und Schwächen suchen?

Bedeutung:
Der Wurm muss dem Angler schmecken gilt genauso bei Lebensläufen wie im Marketing, Vertrieb oder in Vertragsverhandlungen. Und um noch einmal die Länge aufzugreifen: Mehr als drei Seiten benötigt niemand – auch, wenn Sie sich als Geschäftsführer bewerben. Je hochrangiger schließlich diejenigen sind, mit denen Sie sprechen, desto eher sollten Sie darauf achten, ihnen kurz und prägnant vermitteln zu können, auf das es wirklich ankommt.

Tipp 4: Passen Sie den Lebenslauf dem Unternehmen und der Situation an!

Selbstverständlich bleibt Ihr Werdegang Ihr Werdegang. Der verschriftlichte Lebenslauf ist ein Marketing-Instrument, diesen beruflichen Aufstieg in ansprechender Art und Weise darzustellen.

Empfehlung:
Nehmen Sie den Perspektivwechsel ernst. Er variiert von Arbeitgeber zu Arbeitgeber, von Führungsebene zu Führungsebene, von Abteilung zu Abteilung. Versuchen Sie im Vorfeld möglichst viel über die für Sie relevanten Personen herauszubekommen. Nehmen Sie deren Perspektive ein und gestalten Sie Ihren Lebenslauf so, dass Sie diese Menschen erreichen können.

Wichtig:
In einer Zeit des gezielten 1:1-Marketings, sollten Sie berücksichtigen: Während Ihr Lebenslauf an der einen Stelle der richtige sein mag, so wie Sie ihn erstellt haben, ist er an der anderen vielleicht deplatziert. Im Extremfall bedeutet das: Nicht nur jedes Anschreiben ist anders – auch jeder Lebenslauf sollte ganz individuell erstellt werden.

Bedeutung:
Betrachten Sie jede einzelne Bewerbung als relevante Opportunity. Und bereiten Sie diese mit Akribie vor. Sie werden sehen, dass sich diese Investition mit einer deutlich besseren Rückmelderate und fokussierteren Job-Interviews auszahlen wird.

Tipp 5: Zeigen Sie nicht nur auf dem Papier, was Sie können!

Ein Lebenslauf macht viel Arbeit. Er ist auch unabdingbar – und reicht dennoch nicht immer aus. Verlassen Sie sich nicht auf dieses – und sei es digitale – Papier. Es gäbe nicht den Direktvertrieb und das Business Development, wenn exzellente Marketing-Materialien ausreichen würden, um Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen.

Empfehlung:
Genau das Gleiche gilt auch für Sie: Wenn Sie sich um einen neuen Job bemühen, sind Sie Marketing- und Vertriebsbeauftragter in eigener Sache. Ihr Marketing ist wichtig, das wäre in diesem Fall der Lebenslauf. Aber auch der Vertrieb muss sein: Rufen Sie also an. Nutzen Sie Netzwerke. Treten Sie persönlich in Kontakt.

Wichtig:
In Zeiten von Corona kann das auch über soziale Medien oder Videokonferenzen geschehen. Platzieren Sie gezielt Fragen in Online-Konferenzen, um bei der Kontaktaufnahme später darauf zu referenzieren. Verfassen Sie Fragen und Kommentare auf LinkedIn oder Twitter. Und vor allem: Nutzen Sie das Telefon.

Bedeutung:
Es mag altmodisch sein: Aber den ein oder anderen können Sie heute damit beeindrucken, dass Sie eben nicht nur den Online-Kontakt wählen, sondern sich mit Ihrer Stimme unmittelbar zu Wort melden, Gehör verschaffen oder schlichtweg den Kontakt herstellen.

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