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Auswirkungen der Coronakrise Digitalbranche rechnet mit vielen Entlassungen

Fast alle Unternehmen der Digitalen Wirtschaft erwarten 2020 Umsatzeinbußen von rund 32 Prozent.

Arbeit und Coronavirus | Von Anne Koschik |

Der digitale Fortschritt ist für sie Tagesgeschäft – und dennoch müssen die Mitarbeiter der Digitalbranche um ihre Jobs fürchten. Es klingt widersinnig: Gerade in der Coronakrise zeigt sich, welche Vorteile die Digitalisierung bringt und wie notwendig es ist, am Standort Deutschland nachzurüsten.

Und bislang gehörte die Fachkräftegewinnung „zu den größten Herausforderungen unserer Branche“, so Matthias Wahl, Präsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW).

Und nun das: Mit Umsatzeinbußen von durchschnittlich 32 Prozent rechnen 98 Prozent der Unternehmen, wie eine aktuelle Mitgliederbefragung des BVDW zeigt. Die Maßnahmen zur Verlangsam der Verbreitung des Coronavirus machen auch vor der Digitalbranche nicht halt.

Kurzarbeit: Teilweise Reduzierung der Arbeitszeit um 44 Prozent

Mehr als ein Drittel der Digitalunternehmen hat deshalb Kurzarbeit beantragt oder plant, das zu tun. Davoni sind durchschnittlich 65 Prozent der Belegschaft betroffen. Die ursprüngliche Arbeitszeit wird oder wurde um 44 Prozent reduziert.

Zusätzlich rechnet ein Fünftel der Unternehmen damit, Mitarbeiter wegen der Coronakrise entlassen zu müssen. „Das ist verheerend“, sagt BVDW-Präsident Wahl.

„Gemeinsam mit der Politik auf Bundes- und Länderebene müssen wir alles dafür tun, den nachhaltigen Schaden so gering wie möglich zu halten, damit wir uns schnell von dieser Krise erholen werden.“

Zuversicht trotz schwerer Belastungen

Die Zahlen sind alarmierend. Dennoch zeigt sich die Digitale Wirtschaft reflektiert: Zwei Drittel der befragten Digitalexperten sind der Überzeugung, dass ihre Branche im Vergleich zu anderen weniger stark von der Krise betroffen ist. Sechs Prozent glauben aber, dass sie stärker betroffen sei.

Die Unternehmen fühlen sich durch die Soforthilfemaßnahmen, die Bund und Länder zeitnah auf den Weg gebracht haben, gestärkt. Zwei Drittel bewerten sie als „zielführend“. Nachbesserungsbedarf sehen die BVDW-Mitglieder allerdings vor allem in den Bereichen steuerliche Erleichterungen (51 Prozent), Höhe der Soforthilfen (37 Prozent) sowie bei den jeweiligen Antragsverfahren (36 Prozent).

In einigen Punkten bestehe jedoch Nachholbedarf: So fehle es an Soforthilfen für kleine und mittelständische Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern, beklagt BVDW-Präsident Wahl. Er wünscht sich „einheitliche Lösungen auf Bundesebene, um diese Existenzen zu schützen.“

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