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Attraktivitätsfaktor Klimaschutz Umweltschutz wird auch bei der Jobwahl wichtig

Unternehmen besetzen das Thema oft nur aus Imagegründen. Bei Bewerbungen könnten sie demnächst leer ausgehen, zeigt eine Studie.

Von Anne Koschik |

Umweltschutz wird auch bei der Jobwahl wichtig

Umweltschutz bei der Jobwahl

Nicht nur jungen Bewerbern ist wichtig, wie nachhaltig Unternehmen sind. Doch am wichtigsten ist weiterhin das eigene Einkommen, zeigt eine Umfrage.

Die Haltung zum Thema Klimaschutz ist Bewerbern aller Altersklassen wichtig – das gilt auch zu Coronazeiten. Knapp Zweidrittel achten darauf, wenn sie sich nach einem neuen Arbeitgeber umschauen. Das geht aus einer Umfrage der Personalmarketing-Gruppe Königsteiner unter 3000 Arbeitnehmern während der Corona-Krise hervor.

Wichtiger ist den Befragten nur das eigene Gehalt, eine ausgewogenen Work-Life-Balance und eine angenehme Arbeitsatmosphäre. „Spätestens in der Post-Corona-Phase werden sich Unternehmen hier wieder positionieren müssen“, sagt Königsteiner-Chef Nils Wagener.


In Stellenanzeigen fehlt die Information zu Umweltbewusstsein der Unternehmen

In Stellenanzeigen oder auf Karrierewebseiten sind die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit bisher selten zu sehen. Nur jedem zehnten Umfrageteilnehmer ist es dort schon mehrfach aufgefallen. Dabei spielt es nicht nur für Bewerber, sondern auch für die eigenen Mitarbeiter eine große Rolle: Sechs von zehn Beschäftigten wollen wissen, wie ihr Arbeitgeber zu Umweltfragen steht.

Bewerber wünschen sich daher, dass Umweltbewusstsein stärker in Stellenanzeigen und auf Karrierewebseiten gewichtet wird: Knapp 60 Prozent der Befragten achten darauf. Doch beim Bewerbungsgespräch geht es um anderes: Neun von zehn Umfrageteilnehmern gaben an, noch nie das Thema gesprochen zu haben.


Unternehmen setzen eher auf Kundenzufriedenheit und Qualität als auf Umweltschutz

Interessant ist, wie sehr nachhaltige Verhaltensweisen in deutschen Büros und Fabrikhallen gelebt werden. Mitarbeiter, die bei umweltbewussten Unternehmen beschäftigt sind, erkennen an, dass ihr Arbeitgeber zu 70 Prozent für nachhaltige Arbeitsbedingungen sorgt. Bei den Produktionsmethoden sinkt der Anteil auf 55 Prozent.

Wichtiger als Klimaschutz ist Unternehmen – neben dem wirtschaftlichen Erfolg – aus Sicht ihrer Mitarbeiter vor allem die Kundenzufriedenheit, die Qualität ihrer Produkte und die Innovationsfähigkeit.

Wo aber Klimaschutz fest verankert und in den Unternehmenswerten explizit festgelegt ist, lebt es auch die Unternehmensleitung vor: Das ist bei mehr als der Hälfte der Arbeitgeber der Fall.

Das zeigt sich auch am Verhalten der Belegschaft. Um ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern, sind sie laut Umfrage am ehesten bereit, auf Incentive-Reisen zu verzichten. „Wir sollten unsere Geschäftsreisen durch Videokonferenzen ersetzen, wo es möglich ist“, fordert ein Umfrageteilnehmer.


Besonders junge Bewerbern ist Umweltschutz wichtig

Auch beim Konsum zeigen sich die Bewerber kritisch. Benefits wie Firmenwagen oder Firmenhandy sind für umweltbewusste Beschäftigte unwichtig. Im Arbeitsalltag stört sie, dass immer noch zu häufig auf normalem Papier gedruckt wird, Laserdrucker mit Feinstaub das Klima belasten oder sie unnötige Fahrten mit dem Pkw vornehmen müssen.

Vor allem junge Arbeitnehmer zwischen 18 und 29 Jahren sind zwiegespalten, was die Bewertung deutscher Arbeitgeber und deren Haltung zu Klimafragen betrifft. Knapp die Hälfte sieht findet, dass Arbeitgeber beim Thema Klimaproblematik schwach aufgestellt sind. Nur sechs Prozent finden, dass sie vorbildlich agieren.



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