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Arbeitsbelastung in der Coronakrise Mütter tragen die größte Verantwortung

Arbeitnehmer mit Kindern erleben die Coronakrise besonders heftig – vor allem wenn sie weiblich sind. Sie leiden körperlich, psychisch und finanziell.

Arbeit und Coronavirus | Von Anne Koschik |

Die ungleiche Lastenverteilung der Familienarbeit kommt durch die Coronakrise erneut hoch: Wieder einmal sind es die Frauen, denen am meisten abverlangt wird. Das ist das Ergebnis einer Stepstone-Umfrage unter 7000 Teilnehmern im April. Manche Mütter können aufgrund der außergewöhnlichen Lage, die eine ganztägige Kinderbetreuung notwendig macht, gar nicht arbeiten, andere sind durch die Doppelbelastung von Homeoffice-Pflichten und Familienaufgaben extrem belastet.

Zwar zeigt die Mehrheit der Arbeitgeber (81 Prozent) Verständnis für Eltern, die ihre Kinder im Homeoffice betreuen müssen, wie durch die Befragung herauskam. Und immerhin arbeitet mehr als die Hälfte der Eltern gerade von zuhause aus. Doch die Umsetzung stellt Mütter und Väter vor große Herausforderungen: 68 Prozent der Mütter und knapp die Hälfte der Väter fühlen sich stark gestresst im Homeoffice.

Verzicht auf Arbeit, Verzicht auf Urlaub

Ein Viertel aller Eltern ist aufgrund der Kinderbetreuung nicht in der Lage, ihren Job anzutreten. Und genauso viele sehen sich gezwungen, dafür Urlaub zu nehmen. „Solange Kitas und Schulen noch nicht zum vollständigen Normalbetrieb zurückkehren, sind berufstätige Eltern auf die Unterstützung ihrer Arbeitgeber angewiesen“, sagt Stepstone-Studienleiterin Anastasia Hermann. „Denn diese Krise und die Rückkehr zur vollen Produktivität werden Arbeitgeber und Arbeitnehmer nur gemeinsam meistern können.“

Der Spagat zwischen Homeoffice und Kinderbetreuung hat Nebenwirkungen: Mehr als jede zweite Mutter im Homeoffice ist in Sorge, der ständigen Doppelbelastung von Job und Kinderbetreuung nicht standhalten zu können – unter den Homeoffice-Vätern sind das deutlich weniger. Denn: Regelmäßige Pausen? Fehlanzeige. Knapp drei Viertel der Mütter haben dafür keine Zeit. An Konzentrationsschwächen leiden zudem 40 Prozent der befragten Mütter.

Zum Vergleich: Nur jeder vierte Befragte ohne Kinder leidet unter Konzentrationsproblemen im Homeoffice.

Körper und Geist unter Dauerstress

Auch die Gemütslage der Mütter ist in Gefahr: Die aktuelle Situation beeinträchtigt die Frauen massiv. Rund zwei Drittel fühlen sich müde, bei den Vätern gibt dies nur knapp die Hälfte an – ähnlich wie im Durchschnitt die Befragten ohne Kinder. Hier seien jetzt die Führungskräfte gefragt, empfiehlt Stepstone-Expertin Hermann. In dieser Zeit sei Empathie besonders wichtig: „Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter und deren besonderen Einsatz wertschätzen, können auf motivierte Belegschaft zählen – während und auch nach der Krise.“

Die wichtigsten Ergebnisse der regelmäßigen Umfragen und alle Informationen zur Studie finden Sie hier.

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