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Agiles Arbeiten Warum New Work Fluch und Segen zugleich ist

Eine neue Studie hat Berufstätige nach modernen Arbeitsformen befragt. In vielen Punkten waren die Befragten zwiegespalten.

dpa |

Warum New Work Fluch und Segen zugleich ist

New Work

Die Digitalisierung ermöglicht neue Chancen: Über die Hälfte der Befragten gehen von Veränderungen am Arbeitsplatz aus.

© imago images westend 61

Moderne Arbeitsformen, die durch die Digitalisierung Einzug gehalten haben, sind bei Angestellten beliebter als gedacht. Nur sechs Prozent lehnten in einer Bitkom-Umfrage die sogenannten „New-Work”-Konzepte ab.

„Digitale Technologien ermöglichen mobiles und selbstbestimmtes Arbeiten, ohne an feste Zeiten und Orte gebunden zu sein”, sagte Achim Berg, der Präsident des Digitalverbandes Bitkom jetzt bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

Dabei rechneten 55 Prozent der Befragten damit, dass sich ihr Arbeitsplatz bis zum Jahr 2030 durch neue Technologien verändern werde. Sorge um den Arbeitsplatz hätten hingegen mit acht Prozent nur wenige.

Technikfehler, Stress, sinkende Produktivität: Die Nachteile von New Work

Doch bei aller Unterstützung in Sachen Digitalisierung gibt es auch Kritik. So stört es 34 Prozent der Befragten, dass die Technologien oft nicht funktionieren wie sie sollten.

Zu viele Informationen auf zu vielen Kanälen bemängeln 23 Prozent. Und unter Stress gesetzt fühlen sich 11 Prozent der Befragten.

Wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) ermittelte, setzen sich auch neue Raumkonzepte in den Büros allmählich durch.

So verfügten drei von zehn abhängig Beschäftigte am Arbeitsplatz über Rückzugsmöglichkeiten zum konzentrierten Arbeiten.

Das Einzelbüro sei dagegen nicht mehr Standard, nur noch ein Viertel (27 Prozent) arbeite allein in seinem Raum. 37 Prozent arbeiten mit bis zu vier Kollegen in einem Zimmer, 22 Prozent in einem Großraum.

Dieser sei jedoch umstritten. So hielten zwar 66 Prozent das Großraumbüro gut für die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern oder einen stärkeren Zusammenhalt im Team (45 Prozent), 56 Prozent sehen dagegen mehr soziale Kontrolle sowie eine stärkere Ablenkung und sinkende Produktivität (48 Prozent).

Individuelle Verantwortung der Mitarbeiter

Selbstbestimmtes Arbeiten, freie Einteilung der Arbeitszeit und Selbstverwirklichung gehören zu den wichtigsten Wünschen der Arbeitnehmer an „New Work”.

So haben 96 Prozent der Befragten das Bedürfnis, dadurch die eigene Arbeitszeit frei einteilen zu können.

Aber auch die Bedeutung einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen zu können, rangiert mit 94 Prozent der Befragten ganz oben auf der Liste. Und 93 Prozent erhoffen sich flachere Hierarchien.

Arbeitsmarktexperte fordert New-Work-Gesetze

Für die Ausgestaltung selbstbestimmter sowie zeit- und ortsunabhängiger Arbeitsprozesse brauche es jedoch auch moderne Gesetze, sagte Johannes Vogel, Sprecher für Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik der FDP-Bundestagsfraktion.

Dazu gehöre ein neues Arbeitszeitgesetz, „das mehr flexible Einteilung am Tag und unter der Woche ermöglicht”. Auch ein Recht auf Homeoffice nach niederländischem Vorbild fordert Vogel ein.

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