Vergütung von Professionals: Gehalt auf 100.000 Euro verdoppeln in 9 Jahren – wer schafft das?

Vergütung von Professionals Gehalt auf 100.000 Euro verdoppeln in 9 Jahren – wer schafft das?

In manchen Berufen zahlt sich Erfahrung überdurchschnittlich aus. Akademiker mit Spezialwissen können ihr Gehalt um fast 100 Prozent steigern. Auch Nicht-Akademiker schaffen große Sprünge. karriere.de zeigt, in welchen Jobs die höchsten Zuwächse möglich sind.

Gehalt | Von Anne Koschik |

Gehalt auf 100.000 Euro verdoppeln in 9 Jahren – wer schafft das?

So lässt sich das Gehalt verdoppeln

Karriere.de weiß, in welchen Branchen sich das Gehalt verdoppeln lässt.

© Imago STPP

Ein Studienabschluss erhöht während des gesamten Berufslebens die Chancen auf ein hohes Gehalt. Akademiker haben die besten Möglichkeiten, ihre Berufserfahrung zu kapitalisieren. Nach knapp zehn Jahren kann sich ihr Gehalt bereits verdoppelt haben. Nicht-Akademiker, die in der Regel mit einem niedrigeren Jahresbruttogehalt ihren Berufsweg starten, können im gleichen Zeitraum jedoch auch rund zwei Drittel mehr verdienen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Hamburger Vergütungsportals gehalt.de. Analysten haben dafür 22.795 Gehaltsdatensätze von Fachkräften ausgewertet.

Eine wichtige Voraussetzung für den schnellen Gehaltszuwachs ist es, nicht allzu lange studiert zu haben. Denn ab dem 40. Lebensjahr steigt das Gehalt weniger deutlich an als in den Jahren zuvor, zeigt die Untersuchung.

Mit den stärksten Gehaltszuwächsen können berufserfahrene Akademiker in diesen Jobs rechnen:

1. Patentingenieure
Sie steigen mit durchschnittlich 50.500 Euro ein und schaffen es nach circa neun Jahren, ihr Gehalt um 47.075 Euro auf 97.125 Euro zu steigern. Der Gehaltsanstieg beträgt 94 Prozent.
2. Business Developer
Wer darauf spezialisiert ist, neue Geschäftsfelder zu entwickeln und diese auch umzusetzen, erhält in den ersten Berufsjahren durchschnittlich 47.350 Euro. Mit mehr als neun Jahren Berufserfahrung sind rund 86.940 Euro möglich. Der Gehaltsanstieg beträgt 84 Prozent.
3. Justitiar
Für Volljuristen, die sich mit sämtlichen Rechtsangelegenheiten eines Unternehmens befassen, liegen die Anfangsgehälter mit knapp 47.800 Euro bereits hoch, aber der Gehaltsanstieg nach neun Jahren beträgt im Durchschnitt 75 Prozent. Etwa 83.660 Euro kassieren Justitiare, die mehrjährige Berufserfahrung haben, im Durchschnitt.

Nicht-Akademiker sind vergütungstechnisch gut aufgestellt, wenn sie einen dieser Berufe ergreifen:

1. Firmenkundenbetreuer (Bank)
Mit 43.900 Euro ist das Einstiegsgehalt hoch, ein Gehaltsanstieg um 63 Prozent ist möglich. Auf 71.561 Euro kommen diese Bankangestellten im Schnitt. Der Job ist allerdings vom Verdrängungswettbewerb auf den Finanzmärkten stark betroffen. Firmenkundenbetreuer leben mit dem Risiko.
2. Versicherungsberater
Sie schaffen es – bei einem Anfangsgehalt von 33.700 Euro – nach gut neun Jahren auf etwa 50.250 Euro. Der Gehaltsanstieg beträgt damit knapp 50 Prozent.
3. System- und Netzadministratoren
In diesen IT-Berufen sind die Verhältnisse mit denen des Versicherungsberater nahezu vergleichbar. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt beläuft sich auf etwa 32.880 Euro, berufserfahrene Angestellte schaffen es auf 48.600 Euro. Der Gehaltsanstieg liegt bei 48 Prozent.

Und wo ist es um den Gehaltszuwachs weniger gut bestellt?

Eine Fast-Stagnation stellen die gehalt.de-Analysten in Berufen mit niedrigen Anforderungen und generell niedrigen Einstiegsgehältern fest: Kellner, Friseure und Berufskraftfahrer haben kaum eine Chance, in höhere Gehaltsklassen vorzustoßen.

Ihre Einstiegsgehälter bewegen sich zwischen 20.000 und 27.000 Euro, nach neun Jahren sind Anstiege zwischen fünf und neun Prozent zu verzeichnen. Hier reden wir über einen Gehaltsanstieg zwischen 1.100 und ca. 2.450 Euro.

Bei den akademischen Berufen liegen die niedrigsten Steigerungsraten bei 25 Prozent: Rechtsanwälte haben die schlechtesten Karten. Ihr Gehalt steigt im Neun- bis Zehnjahreszeitraum von circa 51.290 auf 64.170 Euro. Auch den Gehaltsanstieg der Key Account Manager von 44 Prozent bezeichnen die Studienherausgeber bereits als „gering“ im Bereich der akademischen Berufe. Einsteiger können allerdings bereits rund 65.580 Euro verbuchen, berufserfahrene Kundenbetreuer kommen durchschnittlich 94.740 Euro – ein sattes Jahresbrutto.

Push für den Gehaltszuwachs: So können Sie Gas geben

Wer nicht in einem dieser Berufe zuhause ist, kann seine Gehaltskarriere dennoch selbstständig beflügeln. Dies ist möglich durch:
- gezielte Weiterbildung
- Aneignung gesuchter Zusatzqualifikationen
- Übernahme von Personalverantwortung (Führungskraft)

Ebenso kann ein Branchenwechsel für schnelle Gehaltszuwächse sorgen. Die besten Branchen dafür sind:
- Maschinenbau
- Halbleiterindustrie
- Software
- Biotechnologie
- Banken

Zudem sollten Angestellte, die mehr verdienen wollen, sich überlegen, ob sie aus dem mittelständischen Unternehmen in einen Konzern wechseln können. Dort sind die Gehälter in der Regel viel höher, aber die Karriereschritte dauern dafür länger. Das setzt genaue Planung voraus.

Auch die Entscheidung zwischen Stadt und Land müssen Aufstiegswillige sehr klar treffen: In Ballungsgebieten rund um die deutschen Großstädte ist es einfacher, viel Geld zu verdienen. Allerdings sind hier die monatlichen Fixkosten für Miete, Ernährung und Infrastruktur ungleich höher.

Eine „deutliche Steigerung“ des Gehalts ist laut Philip Bierbach, Geschäftsführer von gehalt.de jedoch nur möglich, wenn die ambitionierten Kandidaten mehrere dieser Optionen miteinander kombinieren: „Sie sollten öfter die Stelle wechseln, sich weiterbilden und leitende Positionen anstreben.“

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