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Vergütung in Deutschland Liegt Ihr Gehalt über dem Durchschnitt?

Die Unterschiede sind groß – und hängen auch davon ab, in welchem Bundesland Sie leben.

Gehalt | Von Anne Koschik |

Liegt Ihr Gehalt über dem Durchschnitt?

Überdurchschnittlich hohes Gehalt

Am meisten verdienen Beschäftigte in Hamburg: Doch nur mit hervorragender Qualifikation und in angesagten Branchen.

Foto: Freestocks.org on Unsplash

In Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen verdienen Arbeitnehmer mehr als im übrigen Deutschland: Auf mehr als 3500 Euro brutto kommen Angestellte dort monatlich – und Akademiker können noch fast 2000 Euro drauflegen.

Ob Sie hierzulande viel verdienen, hängt eben auch davon ab, in welchem Bundesland Sie leben. Das zeigt ein neuer Gehaltsvergleich der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Forscher haben die Gehälter der Bundesländer miteinander verglichen: Ergebnis: Das monatliche Brutto lieg bei 3.304 Euro – im Median.  

Dieser Wert sagt aus, dass mindestens 50 Prozent der Deutschen so viel Geld verdienen. Durch diesen Messwert werden mögliche Verzerrungen durch sehr hohe oder niedrige Gehälter ausgeglichen.

Auf rund 800 Euro weniger als im Median kommen Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern. Und gut 400 Euro mehr im Monat nehmen die Angestellten in Hamburg mit nach Hause.

Die Gehaltsdaten basieren auf einer Auswertung von Angaben der Arbeitgeber. Verglichen hat die BA dabei Bruttovergütungen von sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten.

Gehaltsunterschiede in Deutschland

Dort, wo die großen Konzerne angesiedelt sind, gibt es auch die höchsten Gehälter: In der Metropolregion Hamburg zum Beispiel, am Finanzplatz Frankfurt mit Flughafen und Messe oder im Stuttgarter Speckgürtel, in dem sich Automobilindustrie, High-Tech- und Konsumgüterbranche versammelt haben. 

Am schlechtesten sieht es in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen aus. In der vorwiegend ländlichen Struktur im Osten mit eher kleineren Industriebetrieben bleibt der Anteil am Bruttoinlandsprodukt gering. Das spüren die Angestellten direkt im Portemonnaie – speziell die Über-40-Jährigen.

Doch in aufstrebenden Städten wie Dresden oder Leipzig mit seinen großen Industrieclustern vollzieht sich ein Wandel, der gerade junge Leute anzieht und auch für bessere Gehälter sorgt. Im boomenden Leipzig stieg das mittlere Monatsbrutto um 128 Euro auf 2.936 Euro.

Ein weiterer Lichtblick dort: Die Kaufkraft ist höher, sodass ein kleines Gehalt nicht ganz so schwer wiegt. Niedrigere Mieten und geringere Lebenshaltungskosten bringen zumindest ein bisschen Lebensqualität zurück.

Die Bundesländer im Vergleich

Bundesland:

Bruttogehalt (Median 2018):

1. Hamburg

3.718 Euro

2. Baden-Württemberg

3.651 Euro

3. Hessen

3.593 Euro

4. Bremen

3.475 Euro

5. Bayern

3.449 Euro

6. Saarland

3.392 Euro

7. Nordrhein-Westfalen

3.391 Euro

8. Rheinland-Pfalz

3.265 Euro

9. Berlin

3.242 Euro

10. Niedersachsen

3.175 Euro

11. Schleswig-Holstein

3.045 Euro

12. Sachsen-Anhalt

2.595 Euro

13. Brandenburg

2.593 Euro

14. Sachsen

2.587 Euro

15. Thüringen

2.553 Euro

16. Mecklenburg-Vorpommern

2.496 Euro

Deutschland (gesamt)

3.304 Euro

Jetzt Ihr Gehalt richtig einschätzen:

Gehaltsunterschiede innerhalb der Bundesländer

Die Gehälter können jedem Einzelnen aber nur als Richtwert dienen. Denn so wie die Gehälter im Osten und Westen, im Norden und Süden voneinander abweichen, gibt es innerhalb der Bundesländer auch gewaltige Unterschiede.

Beispiel Hessen: Das Land kommt mit 3593 Euro auf den dritthöchsten Medianwert bei den Brutto-Monatsgehältern. Diejenigen, die mit ihrem Gehalt im untersten Viertel liegen, können aber auch bis knapp über 2600 Euro verdienen. Im obersten Einkommensviertel beginnen die Gehälter dann bei 5090 Euro monatlich.  

Beispiel Sachsen: Hier kommen die Beschäftigten auf einen Medianwert von nur 2587 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sind das immerhin 108 Euro mehr.

Gehaltsunterschiede je nach Berufsabschluss

Doch letztlich macht die Qualifikation der Beschäftigten den bedeutendsten Unterschied aus: So verdient etwa ein sozialversicherungspflichtiger und vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen 3391 Euro brutto im Monat – im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ein ganz ordentlicher Betrag.

Hat dieser Arbeitnehmer keine Berufsausbildung, kann er fast 900 Euro vom Medianbetrag abziehen: ihm blieben noch 2502 Euro.

Mit einem Hochschulstudium käme er jedoch auf fast 1800 Euro mehr. Denn Akademiker verdienen im bevölkerungsreichsten Bundesland 5176 Euro im Durchschnitt.

Individuelle Unterschiede ergeben sich zudem aus dem Studienfach, der Berufserfahrung, Branche und Unternehmensgröße.

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