Repräsentative Manager-Befragung Führungskräfte leiden bei zu wenig Gehalt

Sechs Millionen Euro als Rücklage: Erst mit einer solchen Summe geben sich Manager zufrieden. Ein hohes Gehalt sehen sie als Gradmesser ihres Erfolges.

Von Claudia Obmann |

Führungskräfte leiden bei zu wenig Gehalt

Geld macht glücklich

Materielle Manager: Wer gut verdient, ist glücklicher. Mit der Gehaltshöhe wachsen dann aber Verlustängste.

Foto: imago/Ikon Images

Knapp die Hälfte der Führungskräfte in Deutschland fühlt sich unterbezahlt. „Sie verdienen weniger als sie fairerweise verdienen müssten“, behaupten die Betroffenen. Vor allem zwei Drittel der Frauen beanstanden eine ungerechte Entlohnung.

Überbezahlt wähnen sich dagegen nur vier Prozent der männlichen beziehungsweise ein Prozent der weiblichen Manager. Die restlichen 44 Prozent (33 Prozent Frauen) finden ihre jeweilige Vergütung fair.

Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1000 Führungskräften, die die Max Grundig-Klinik durchführen ließ – eine renommierte Einrichtung, die auf Vorsorgeuntersuchungen für und die Behandlung von Managern spezialisiert ist.

Hohe Messlatte: Geld macht doch glücklich

Die Frage, ob Geld generell glücklich machen würde, bejahten 38 Prozent der Befragten.

Curt Diehm, Ärztlicher Direktor der im Schwarzwald gelegenen Klinik, sagt: „Dieser doch hohe Prozentsatz widerspricht der landläufigen Meinung, dass Geld ab einem Einkommen von rund 60.000 Euro seinen Grenznutzen erreichen würde.

Gerade Führungskräfte mit vergleichsweise hohen Einkommen messen ihren Erfolg am Geld. Geld macht viele daher durchaus glücklich.“

Dies widerlegt die Auffassung der beiden US-Forscher Daniel Kahnemann und Angus Deaton, die in einer Studie eine Schwelle von 75.000 Dollar (ca. 66.000 Euro) beschrieben hatten, ab der die Zufriedenheit mit steigendem Gehalt nicht weiter erhöht werde.

Wer mehr verdienen möchte, um sich besser zu fühlen, sollte geschickt nach einer Gehaltserhöhung fragen:

Starke Verlustängste: Stabile materielle Situation erwünscht

Entsprechend grassieren aber auch Verlustängste unter Führungskräften besonders: 46 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten „Sorge, einmal deutlich weniger zu verdienen als heute beziehungsweise Teile ihres Vermögens zu verlieren.“

Etwas ausgeprägter mit jeweils 48 Prozent sind diese Verlustängste bei männlichen Führungskräften und Managern, die älter als 45 Jahre sind.

Nicht zuletzt verspricht sich das Spitzenpersonal der deutschen Wirtschaft von seinem vergleichsweise hohem Einkommen finanzielle Unabhängigkeit. Doch wieviel Vermögen ist genug?

Sucht nach finanzieller Unabhängigkeit: Zufrieden mit sechs Millionen Euro

Im Schnitt antworteten Führungskräfte, dass sie sich mit rund sechs Millionen Euro Vermögen im Rücken als „finanziell unabhängig“ empfinden.

Aufhören zu arbeiten würde in diesem Fall dann knapp ein Drittel aller Befragten. Von den weiblichen Führungskräften würden 37 Prozent kündigen, sofern sie sich das leisten könnten.

Diehm kommentiert die Ergebnisse insgesamt so: „Die Kombination zwischen einem hohen Stellenwert von Geld für das Glücksgefühl und Verlustängsten, sollte sich die materielle Situation verschlechtern, ist ein typischer Cocktail bei beruflich erfolgreichen Leuten.“

Ein typischer, aber eben auch ein explosiver Mix. Diehm warnt: „Es ist natürlich für den Einzelnen gefährlich, sich in erheblichem Maße über Geld zu definieren.

Glück und Zufriedenheit zu stark vom materiellen Erfolg abhängig zu machen, kann im Misserfolgsfall dann sehr schnell in eine zerstörerische Selbstsicht mit gravierenden psychischen Folgen münden.“

 

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