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Promotion und Gehalt: Ein Doktortitel lohnt sich finanziell nicht immer.

Promotion und Gehalt In welchen Jobs sich der Doktortitel auszahlt

Ein Doktortitel schindet oft Eindruck – ist aber nicht für jeden Job eine lohnenswerte Wahl.

Von Michael Scheppe |

Es sind zwei Buchstaben und ein Satzzeichen, die auf der Visitenkarte beeindrucken können: „Dr.“ Wer sich für eine Promotion entscheidet, erhofft sich oftmals eine bessere Position – und ein höheres Gehalt. Doch wer einen Doktortitel anstrebt, verbringt erstmal einige Jahre an der Uni mit wissenschaftlicher Arbeit, während andere schon Geld verdienen.

Ist der Doktortitel also ein Gehaltsturbo? Und der Aufstieg ins Top-Management mit dem Dr. vor dem Namen wahrscheinlicher?

Darauf mögen jene 30.000 Akademiker hoffen, die hierzulande zuletzt ihren Doktortitel gemacht haben, wie eine Analyse des Zentrums für Hochschulforschung zeigt. Demnach machen besonders häufig Mediziner ihren Doktor, gefolgt von Biologen, Chemikern, Physikern und Maschinenbauern.

In Deutschland kann die Promotion wichtige Türen öffnen

Insbesondere auf dem deutschen Arbeitsmarkt kann der Doktortitel weiterhin Türen öffnen: „Vor allem für große Unternehmen, die ihre Chefsessel gern repräsentativ besetzen, kann die Promotion ein ausschlaggebender Faktor sein“, sagte Volker Löffler, Vizepräsident der Personal- und Managementberatung Kienbaum der Nachrichtenagentur dpa.

Doch nicht nur im Topmanagement erhöht der Doktortitel die Chancen, sich von Mitbewerbern abzuheben – schon auf dem Weg dorthin kann er unerlässlich sein: „Auch wenn es um Startpositionen wie beispielsweise Stellen von Vorstandsassistenten geht, die ein Sprungbrett für die weitere Karriere darstellen, legen Entscheider Wert auf eine Promotion“, so der Experte.

Im Ausland hingegen seien Doktortitel nicht so wichtig, so Jürgen van Zwoll, Partner der Personalberatung Odgers Berndtson. „Weltweit interessieren die Titel kaum“, sagte er dem Handelsblatt. Für viele exportorientierten Arbeitgeber sei es heute viel wichtiger, dass man Erfahrung im Ausland gesammelt habe.

Doktortitel kann sich finanziell lohnen – muss aber nicht

Unabhängig von der Karrierefrage hat die Vergleichsplattform Gehalt.de in einer neuen Analyse herausgefunden, dass sich ein Doktortitel finanziell oftmals lohnt. Im Durchschnitt verdienen promovierte Akademiker zum Berufsstart ein Gehalt von 58.000 Euro jährlich – fast 10.000 Euro mehr als ihre Kollegen ohne Doktorgrad.

Im Rahmen einer Erhebung hat die Plattform über 6000 Gehaltsdaten von akademischen Berufseinsteigern mit bis zu drei Jahren Joberfahrung analysiert.

Wie wichtig der Doktortitel fürs Portemonnaie ist, hängt vor allem von der Branche ab. In der Informatik scheint er laut Gehalt.de-Analyse am lukrativsten. Mit einem Doktortitel erhöht sich das Anfangsgehalt der ITler im Durchschnitt von 50.100 auf 60.300 Euro – ein sattes Plus von 10.000 Euro.

Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de dämpft allerdings die Erwartungen der Informatik-Berufseinsteiger: Im Verlauf der Karriere seien vor allem Praxiswissen und Projekterfahrungen bedeutender als der akademische Titel, „sodass sich die Gehälter von Promovierten und Beschäftigen ohne einen Doktorgrad später im Job auf einen ähnlichen Nivea befinden.“

Naturwissenschaftler können ihr Gehalt ebenfalls steigern. Mit Doktortitel beziehen sie gut 54.000 Euro – ohne knapp 48.000 Euro. „Wer als Naturwissenschaftler in die Forschung und Entwicklung will, wird sich früher oder später mit der Promotion auseinandersetzten“, sagt Bierbach.

Lohnenswert ist der Doktortitel auch bei Geisteswissenschaftlern. Dort bringt die Promotion ein Plus von knapp 5000 Euro: Mit Doktortitel winken 43.000 Euro in der Lohntüte, ohne nur 38.000.

Unter Ingenieuren macht sich der Doktor im Namen im Schnitt mit einem Gehaltsplus von gut 3500 Euro positiv bemerkbar.

Laut Gehalt.de ist die Promotionsprämie unter Wirtschaftswissenschaftlern nicht so groß: 50.300 Euro winken ohne, 51.000 Euro mit dem akademischen Zusatz auf der Visitenkarte – ein kleines Plus von 730 Euro.

Bei Wirtschaftswissenschaftlern, so scheint es, rechnet sich der Verdienstausfall durch die Jahre der Promotion also nicht.

Mit Agenturmaterial. 

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