Dienstwagen oder Firmenfahrrad: Informationen zum geldwerten Vorteil & Finanzierung

Jobrad oder Dienstwagen Womit fährt man besser?

Viele Angestellte bekommen vom Arbeitgeber einen Dienstwagen gestellt, den sie – je nach Vereinbarung – auch privat nutzen dürfen. Seit einigen Jahren hat sich neben dem Dienstwagen auch das Jobrad etabliert, für das ähnliche Regelungen gelten, wie für den Dienstwagen. Womit also fährt man besser: mit Jobrad oder Dienstwagen?

Gehalt | Sophie von Wirth |

Womit fährt man besser?

Jobrad oder Dienstwagen

Das sind die steuerlichen Vor- und Nachteile von Dienstwagen und Firmenfahrrad

Foto: iStock – LightFieldStudios

Die Anzahl der Jobräder ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Immer mehr Arbeitnehmer entscheiden sich alternativ oder zusätzlich zum Dienstwagen für ein Dienstfahrrad. Besonders sinnvoll ist das in Großstädten, wo man viel Zeit und Nerven sparen kann, wenn man anstelle des Autos auf das Fahrrad umsteigt. So lassen sich Staus und die elendige Parkplatzsuche ganz einfach vermeiden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Jobrads: Es trägt zum Klimaschutz bei und fördert die eigene Gesundheit. Wer also auf das Auto verzichtet und aufs Fahrrad umsteigt, tut sowohl der Umwelt als auch dem eigenen Wohlbefinden etwas Gutes. Und tatsächlich fallen Arbeitnehmer, die regelmäßig Fahrrad fahren seltener krankheitsbedingt aus – so profitiert also auch der Chef vom Jobrad.

Dank Dienstwagen zum Wunschauto

Der Dienstwagen wird von vielen Arbeitgebern als attraktive Zugabe zum Gehalt geboten. Vor allem wer seinen Dienstwagen auch privat nutzen darf, kann profitieren. Viele Arbeitnehmer können dank Dienstwagen auf ein eigenes Auto verzichten.

So kann man sich nicht nur die Anschaffungs-, sondern auch die Unterhaltskosten für das Fahrzeug sparen, wie Versicherungen und Kfz-Steuer. Außerdem können Arbeitnehmer auf diese Weise vielleicht ein Auto fahren, das sie sich privat nicht leisten könnten.

Finanzierung des Dienstfahrzeugs

Sowohl bei Jobrädern als auch bei Dienstwagen gibt es zwei gängige Finanzierungmodelle:

  • Volle Übernahme durch den Arbeitgeber: Die Firma trägt die vollen Kosten für das Fahrzeug und bietet es dem Mitarbeiter sozusagen als Gehaltserhöhung

  • Gehaltsumwandlung: Der Arbeitgeber trägt die Kosten für das Fahrzeug und zieht dafür einen Teil des Lohns beim Arbeitnehmer ab.

Der Vorteil der Gehaltsumwandlung liegt für den Arbeitnehmer darin, dass der Lohn sinkt und dadurch weniger Steuern und Sozialabgaben anfallen. Insbesondere bei Jobrädern ist das derzeit die gängigste Praxis.

Dienstwagen und Jobrad: Geldwerter Vorteil

Die private Nutzung von Dienstwagen und Jobrad hat jedoch einen Haken: Das Finanzamt sieht die Privatnutzung als geldwerten Vorteil, der vom Arbeitnehmer versteuert werden muss.

Für die Versteuerung gibt es sowohl für das Auto als auch für das Fahrrad zwei Möglichkeiten:

  • Fahrtenbuch: Jede Fahrt wird genau dokumentiert. Auf den privaten Anteil der Fahrten fallen Steuern an.

  • Monatliche Versteuerung einer Pauschale: pro Monat muss ein Prozent bzw. ein halbes Prozent des Listenpreises (auf volle 100 gerundet) des Autos bzw. Fahrrads versteuert werden.

Zusätzlich müssen die Fahrten zwischen erster Arbeitsstätte und Wohnort pro Kilometer mit 0,03 Prozent des Listenpreises versteuert werden. Diese Regelung gilt allerdings nur für Autos und entfällt für Jobräder, diese sind steuerlich begünstigt.

Die Fahrtenbuch-Methode rechnet sich nur für Arbeitnehmer, die ihr Jobfahrzeug kaum privat nutzen. Sie ist zum einen nicht nur aufwendig, sondern kann auch schnell zu mehr Kosten führen, als die pauschale Versteuerung. Das ist dann der Fall, wenn man seinen Dienstwagen doch häufiger privat nutzt, als zunächst angenommen.

Als Faustregel kann gelten: Wer das Firmenauto mindestens zu 30 Prozent privat nutzt, fährt mit der 1 %-Pauschale günstiger als mit dem Fahrtenbuch. Die genauen Konditionen für Ihren Dienstwagen können Sie schnell und einfach mit unserem Dienstwagenrechner ausrechnen.

Bonus für das Jobrad: Halbierung der Bemessungsgrundlage

Während das Jobrad lange Zeit genauso wie das Dienstauto mit einer monatlichen Pauschale von einem Prozent versteuert wurde, wurde die Bemessungsgrundlage zur Versteuerung des geldwerten Vorteils zu Beginn des Jahres halbiert. Damit gilt für (E-)-Fahrräder zukünftig die neue 0,5 %-Pauschale.

Konkret heißt das: Für ein 4.000, - € teures E-Bike muss ein Angestellter 0,5 %  = 20, - € versteuern. Diese werden auf das monatliche Gehalt aufgeschlagen, so dass darauf dann ganz regulär Steuern und Sozialabgaben anfallen.

Diese Regelung gilt übrigens nur für Jobräder, die per Gehaltsumwandlung finanziert werden. Arbeitgeberfinanzierte Jobräder sind für den Arbeitnehmer seit dem vergangenen Jahr komplett steuerfrei. Allerdings ist das vollständig arbeitgeberfinanzierte Fahrrad noch immer eine Ausnahme.

Förderung von nachhaltiger Mobilität

Die steuerlichen Begünstigungen von Jobrädern sind ein Schritt in Richtung der Förderung der nachhaltigen Mobilität und stellt Jobräder steuerlich mit Dienst-E-Autos gleich, auch für diese gilt nämlich seit Beginn des Jahres eine Besteuerung von 0,5 Prozent des Listenpreises.

Vor allem für Arbeitnehmer, die nur einen kurzen Weg zur Arbeit haben, ist das Jobrad die perfekte Alternative zum Dienstwagen. Und dank des neuen Steuererlasses ist das Fahrrad jetzt nicht nur hin Hinblick auf Umwelt und Gesundheit die bessere Wahl, sondern auch in finanzieller Hinsicht.

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