Gehaltsverhandlung Gute Argumente für mehr Geld

Egal, ob Sie Ihre Gehaltsvorstellung auf Wunsch des Unternehmens bereits im Anschreiben genannt haben oder nicht: Spätestens im Vorstellungsgespräch kommt das Thema Gehalt zur Sprache.

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Gute Argumente für mehr Geld

Mehr Geld: Einfach ist es nicht, die Führungskräfte vom persönlichen Mehrwert zu überzeugen.

Foto: Reddogs / Fotolia.com

Genau jetzt ist das Verhandlungsgeschick des Bewerbers gefragt. Der Erfolg hängt somit von der Ausgangsbasis des Bewerbers und guter Recherche ab.

Wichtig: Warten Sie auf jeden Fall, bis der Personaler die Vergütung anspricht. In manchen Unternehmen ist das auch erst im zweiten Vorstellungsgespräch oder im Einstellungsgespräch der Fall.

Mit Praxiserfahrung, Fachwissen und Kontakten den Marktwert steigern

Ob Bewerber Ihre Gehaltsforderungen durchsetzen können, hängt stark von ihrer Verhandlungsposition ab: Gute Argumente haben beispielsweise Berufserfahrene, die auf konkrete Erfolge beim bisherigen Arbeitgeber sowie Spezialwissen und wertvolle Branchenkontakte verweisen können. Diese lassen sich mit etwas Selbstbewusstsein im Bewerbungsgespräch vergolden.

Schlechte Karten im Gehaltspoker haben dagegen arbeitslose Kandidaten oder Berufseinsteiger und Hochschulabsolventen, die keine oder wenig Berufspraxis mitbringen – und deshalb noch relativ austauschbar sind. Sie können mit einem guten Abschluss, branchenspezifischen Praktika, Auslandsaufenthalten oder besonderen Sprachkenntnissen punkten. Wer sich beim Start ins Berufsleben mit einem eher geringeren Einstiegsgehalt begnügen muss, sollte nach der Probezeit oder spätestens im jährlichen Mitarbeitergespräch in eine erneute Gehaltsrunde einzusteigen.

Auf individuelle Faktoren achten, die das Gehalt beeinflussen

Eine gründliche Recherche zur Vorbereitung ist ein Muss. Was verdient man üblicherweise in der Wunschbranche und/oder der Wunschposition? Anhaltspunkte für den eigenen Beruf und die Branche bieten diverse Gehaltsdatenbanken. Zusätzlich muss die persönliche Expertise berücksichtigt werden. Maßgeblich sind folgende Faktoren:

  • Studienabschluss (Bachelor/Master) und Note 
  • Praxiserfahrung 
  • angestrebte Funktionsbereich (z.B. Controlling/Marketing/Vertrieb/Personal)
  • Unternehmensgröße (Konzern, Mittelstand, Start-up)
  • Branche
  • Region/Standort
  • allgemeine Arbeitsmarktsituation

In der Regel bewegen sich bereits die Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen zwischen 40.000 und 50.000 Euro brutto im Jahr. Dabei verdienen Berufseinsteiger mit Master-Abschluss im Durchschnitt 17 Prozent mehr als Einsteiger mit Bachelor-Abschluss. Praxis- und Führungserfahrung kommen oben drauf. Bevor es in die Verhandlung geht, sollten Bewerber in Ruhe ihre persönliche Schmerzgrenze festlegen – und diese bei Bedarf im Gespräch auch kommunizieren. Wer beispielsweise vom Land in die Großstadt zieht, muss die höheren Lebenshaltungskosten berücksichtigen – das können die Unternehmen gut nachvollziehen. Und wer in stark nachgefragten Fachgebieten unterwegs ist, etwa als Ingenieur oder ITler, hat ohnehin gute Chancen, sein Wunschgehalt durchzudrücken. Denn die Unternehmen sind händeringend auf der Suche nach Experten und daher bereit, auch mal etwas mehr zu zahlen.

Kompromissbereitschaft signalisieren

Mauert Ihr Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch beim Grundgehalt, zeigen Sie Kompromissbereitschaft. Vielleicht sind neben dem klassischen Monatslohn auch andere Gehaltsbestandteile für Sie interessant. Dies können zum Beispiel steuerfreie Extras wie Tankgutscheine oder ein Zuschuss zum Kita-Platz sein. Gratis-Laptops, Handys, vermögenswirksame Leistungen, Zusatzversicherungen und betriebliche Altersvorsorge können ebenfalls das Jahressalär aufbessern. Auch leistungsabhängige Zulagen oder einmalige Prämien für die erfolgreichen Abschluss eines Projekts sind denkbar. Häufig kommen solche Verhandlungsbausteine aber erst zum Einsatz, wenn Sie bereits einige Zeit im Unternehmen tätig sind – und beispielsweise nach der Probezeit oder im ersten Jahresgespräch über eine Gehaltserhöhung verhandeln.

Tipp: Will einen der Personaler auf ein Einstiegsgehalt eher am unteren Rand der eigenen Wunschspanne festlegen, könnte man folgenden Kompromiss anbieten: Man startet mit dem niedrigen Gehalt – und legt schon bei der Einstellung eine automatische Erhöhung des Gehalts nach Ablauf der Probezeit im Arbeitsvertrag fest.

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