Gehaltsvergleich So verdienen Sie mehr als der Durchschnitt

Wer in Deutschland ein überdurchschnittliches Jahresgehalt erzielen will, kommt nicht umhin, in ein Großunternehmen zu wechseln. Dies zeigen neue Gehaltszahlen der Vergütungsberatung Personalmarkt Services (PMSG).

Von Anne Koschik |

So verdienen Sie mehr als der Durchschnitt

Durchschnittsgehälter in Deutschland

Wer mehr verdienen will, muss sich überlegen, seinen Job zu wechseln.

Foto: imago/photothek

Auf 45.252 Euro bringen es vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer im Durchschnitt, sagt das Statistische Bundesamt. Doch nur Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern zahlen solch‘ hohe Gehälter.

In kleineren Unternehmen wird es dagegen schwierig, zum Durchschnitt aufzuschließen: Angestellte müssen sich hier im Mittel mit bis zu gut 9000 Euro weniger zufrieden geben. Dies zeigt der Gehaltsatlas 2019 von Personalmarkt, der auf der Basis von 492.171 Vergütungsdaten erstellt wurde.

Unternehmensgröße macht den Unterschied

Deswegen kann es sich auszahlen, einen Jobwechsel in ein größeres Unternehmen vorzunehmen.

Denn hier liegen die Durchschnittsgehälter um bis zu 70 Prozent über dem kleinerer Firmen.

Doch warnt Philip Bierbach, geschäftsführender Gesellschafter von PMSG, auch vor übereilten Entscheidungen: Es reiche eben nicht, sich nur an den ermittelten Durchschnittsgehältern zu orientieren und gleich einen Umzug zu planen. Die Lebenshaltungskosten – also Miete, Aufwände für Nahrungsmittel oder den öffentlichen Nahverkehr – seien mit einzurechnen.

„Wer ein neues Jobangebot aus einer anderen Stadt erhält, sollte dies berücksichtigen und sich vorher informieren, wie viel der Wechsel finanziell bringt.“ 

Mehr Gehalt dank Ortswechsel

Auch ein regionaler Umzug kann Arbeitnehmer finanziell weiterbringen. Eine im Vergleich zu vergangenen Zeiten merklich schnellere Annäherung zwischen Ost- und Westgehältern sei spürbar, erklärt PMSG-Chef Bierbach.

Dennoch liegt das Lohnniveau im Osten immer noch unter dem des Westens: Mit einem etwa 20 Prozent niedrigeren Gehalt müssen Arbeitnehmer dort rechnen – Berlin ausgenommen.

Der Mittelwert des Bruttogehalts im Westen der Bundesrepublik liegt bei 46.888 Euro, im Osten sind es nur 37.838 Euro.

Die höchsten Gehälter erzielen Arbeitnehmer in Hessen, gefolgt von Baden-Württemberg, Hamburg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

In den dortigen Großstädten sind viele Konzerne angesiedelt, die Talente mit überdurchschnittlichen Gehältern locken.

Leicht unter der 100-Prozent-Marke liegen Rheinland-Pfalz, Bremen und das Saarland, gefolgt von Berlin und Niedersachsen.

Nach Landeshauptstädten aufgeschlüsselt zahlen Unternehmen in Stuttgart und München die besten Gehälter. Auch in Düsseldorf, Wiesbaden, Hamburg, Mainz und Hannover sind Arbeitnehmer überdurchschnittliches gut gestellt. Am schwierigsten ist die Gehaltssituation in Schwerin.

Branchen mit den stärksten Gehaltszuwächsen

Gewinner:
Überdurchschnittliche Gehälter gibt es in der Automobilindustrie,  der Chemie- und Pharmabranche, in Medizin und Medizintechnik, IT und Telekommunikation, Luft- und Raumfahrt, bei Banken und Versicherungen sowie im Anlagenbau.

Je nach Bundesland sind hier im Mittel mehr als 80.000 Euro zu erreichen. Am meisten aber verdienen Mediziner mit über 120.000 Euro durchschnittlichem Jahresgehalt.

Mit den höchsten Nominallohnerhöhungen von mehr als drei Prozent in diesem Jahr ist in der Chemieindustrie und bei den Health Sciences zu rechnen. Das hat die Management-Beratung Korn Ferry festgestellt.

Verlierer:

Mitarbeiter in Touristik, Handwerk, Einzelhandel, Hotel und Gaststätten, in sozialen Einrichtungen und Callcentern müssen oft mit weniger als 30.000 Euro Durchschnittsgehalt im Jahr auskommen. Sie zählen laut der Personalmarkt-Studie damit zu den am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmern in Deutschland.

Weitere Aussichten

Insgesamt werden sich die Gehälter „in einem boomenden Arbeitsmarkt“ positiv entwickeln, prognostiziert PMSG-Chef Bierbach. Im laufenden Jahr ist jedoch nur mit schwach-positiven Entwicklungen zu rechnen: So sagen Experten der Management-Beratung Korn Ferry ein Reallohn-Plus von nicht mehr als einem Prozent voraus, im Transportwesen und der Energiebranche könnten es sogar noch weniger sein.

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