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Gehaltscheck Warum die meisten Juristen mehr als 80.000 Euro verdienen

Abschluss und Arbeitsort spielen die Hauptrolle.

Gehalt | Von Anne Koschik |

Neben Informatikern und Ingenieure sind Juristen die Berufsgruppe mit dem größten Fachkräftemangel in Deutschland. Der War for talents aber treibt die Gehälter in die Höhe. Und das nicht mehr nur in den Top-Kanzleien wie Clifford Chance, Linklaters, CMS Hasche Sigle, Hengeler Mueller, Noerr oder Hogan Lovells, die schon seit langem die besten Nachwuchskräfte mit bis zu sechsstelligen Einstiegsgehältern locken. 

In fast allen Branchen ist die Not groß, selbst der Öffentliche Dienst mit seiner Sicherheitsgarantie auf der einen Seite hat Nachwuchssorgen. Ein großer Generationenwechsel steht bevor: Allein in der Justiz scheiden in diesem Jahrzehnt 40 Prozent der Juristen aus, stellt eine Studie des Forschungsinstituts Prognos fest.

Große internationale Konkurrenz

Hinzu kommen internationale Wettbewerber – Großunternehmen, die für ihre Rechtsabteilungen hervorragend ausgebildetes Personal benötigen. Der Anteil der Volljuristen, die besonders gefragt sind, geht jedoch zurück: Absolvierten zu Zeiten der „Juristenschwemme“ um den Jahrtausendwechsel herum noch mehr als 10.500 Studierende der Rechtswissenschaften ihr zweites Staatsexamen, waren es im vergangenen Jahr gerade noch 6.500.  

Doch ist es gerade diese Gruppe der sogenannten Volljuristen, die mit einem Anteil von knapp 50 Prozent auf ein Bruttodurchschnittsgehalt von 81.500 Euro im Jahr kommt. Zum Vergleich: Das Grundgehalt aller Juristen in Deutschland beträgt durchschnittlich 65.000 Euro – zuzüglich eines variablen Anteils von 8.200 Euro. Diese Gehaltsdaten stammen aus dem Stepstone-Gehaltsreport 2019/20.

Jahresgehälter nach Jobtitel

Senior Legal Counsel

115.000 €

Syndicus-Anwalt/Anwältin

  88.200 €

Legal Counsel

85.000 €

Justiziar/in

69.600 €

Rechtsanwalt/anwältin

68.400 €

Richter/in

63.400 €

Jurist/in

61.600 €

Polizeivollzugsbeamter

51.600 €

Beamter Allgemeine innere
Verwaltung

47.700 €

Verwaltungsbeamter

46.500 €

DURCHSCHNITT

73.200 €

Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2019/20

Mit dem ersten Staatsexamen lassen sich im Durchschnitt nur 63.700 Euro pro Jahr erzielen, Bachelor-Absolventen bringen es auf 53.400 Euro und die Master of Laws (LL.M.) kommen auf ein mittleres Jahresbrutto von 66.000 Euro. Sie sind mit einem Anteil von zwölf Prozent die drittgrößte Gruppe unter den Juristen und in internationalen Kanzleien und Konzernen gefragt. Mit Promotion lässt es sich hingegen am besten leben: 112.200 Euro erreicht ein Dr. iur. Im Durchschnitt – aber nur sieben Prozent der Juristen führen diesen Titel in ihrem Namen.

Auch die Berufserfahrung wirkt sich deutlich auf die Gehälter aus. Auf mehr als zehn Jahre in ihrem Job blicken 37 Prozent der Juristen zurück. Sie haben den größten Anteil in der Gruppe und verdienen auch am meisten.

Jahresgehälter nach Berufserfahrung 

< als 3 Jahre

48.400 €

13%

3 - 5 Jahre

58.600 €

17%

6 - 10 Jahre

73.800 €

23%

11 - 25 Jahre

86.500 €

37%

> als 25 Jahre

79.600 €

11%

DURCHSCHNITT

73.200 €

 

Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2019/20

Staatsdienst oder Selbstständigkeit, Kanzlei oder klassisches Wirtschaftsunternehmen: Bei ihrer „freien Auswahl“, die Juristen heutzutage haben, entscheiden sich immer mehr für eine Konzern-Karriere. Bereits ohne Managementverantwortung kommen Juristen hier auf ein durchschnittliches Jahresgehalt von 64.300 Euro, aber der mittleren Managementeben geht es mit 84.900 Euro Jahresbrutto steil bergauf.

In München, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf haben sie das beste Auskommen: Gegenüber dem Durchschnittsgehalt der Juristen in Deutschland verdienen sie hier mindestens 10.000 Euro mehr pro Jahr, in der bayerischen Landeshauptstadt kommen sie auf ein Plus von 16.000 Euro im Durchschnitt.

Top-Branchen für Konzern-Karrieren

Bleiben noch die Top-Branchen für Juristen, die nicht in den Großkanzleien anheuern wollen. Mit den höchsten Gehältern trumpfen die chemie- und erdölverarbeitende Industrie sowie der Maschinen- und Anlagenbau auf.

Am wenigsten zahlen Verbände & Öffentlicher Dienst sowie die Medienbranche an ihre Mitarbeiter mit juristischem Abschluss.

Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2019/20 

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