Diätenerhöhung: Wo Sie mehr als ein Bundestagsabgeordneter verdienen

Diätenerhöhung In diesen Jobs verdienen Sie mehr als ein Bundestagsabgeordneter

Der Bundestag hat seine Diäten auf über 10.000 Euro pro Monat erhöht. Mit dem richtigen Beruf können Sie auch in der Wirtschaft mindestens genauso viel Geld verdienen.

Gehalt | Von Michael Scheppe |

In diesen Jobs verdienen Sie mehr als ein Bundestagsabgeordneter

Gutverdiener im Bundestag

Diäten, Aufwandspauschalen, Bahncard 100: Leicht ist es nicht, ein so hohes Gehalt wie ein Spitzenpolitiker zu erzielen.

Foto: imago images / Christian Spicker

10.083,45 Euro. So viel werden die 709 Mitglieder des Deutschen Bundestags ab dem 1. Juli jeden Monat verdienen. Diese Woche hat der Bundestag seine Diäten angepasst. Erstmals ist die „Aufwandsentschädigung“, wie Diäten im Bürokratendeutsch genannt werden, für Deutschlands Volksvertreter nun fünfstellig.

Da will der gemeine Bürger wissen: In welchen Jobs kann auch ich so viel oder gar mehr verdienen? Karriere.de kennt die Antwort.

Die Frage, wo Sie im Jahr fast 121.000 Euro verdienen können, lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten – schließlich gibt es in jedem Job Spitzenverdiener und Angestellte, die sich mit weniger Geld begnügen müssen.

Doch es gibt Faktoren, die begünstigen, dass Sie mehr verdienen als Deutschlands Politiker im Bundestag: Das richtige Studium, eine gute Stelle, die passende Branche und langjährige Berufserfahrung machen es möglich. 

Hier kommt Ihr Erfolgsrezept:

Das richtige Studium

Wichtigstes Mittel: Wer in der freien Wirtschaft so viel verdienen will wie ein Bundestagsabgeordneter, sollte studieren. Statistisch gesehen steigert ein Hochschulabschluss die Wahrscheinlichkeit, Spitzengehälter zu verdienen. 

Das Ergebnis des Stepstone-Gehaltsreports 2019: Dreiviertel der Beschäftigten, die hierzulande mehr als ein Bundestagsabgeordneter verdienen, haben einen akademischen Abschluss. Das Düsseldorfer Karriereportal analysiert jedes Jahr das Gehalt der Deutschen. Für den jüngsten Report haben sie 85.000 Fach- und Führungskräften nach ihrem Verdienst befragt.

Und mit welchem Studienfach kann ich besonders viel Geld verdienen? Falls Sie BWL, VWL oder Wirtschaftswissenschaften studiert haben, sind Ihre Chancen, mehr als die Abgeordneten zu verdienen, besonders hoch.

Lukrativ erscheint laut Stepstone auch ein Studium der Ingenieurswissenschaften.

Der richtige Job

Um ein sechsstelliges Gehalt auf dem Lohnzettel zu sehen, ist Personalverantwortung quasi Pflicht. Nur zwei Prozent der befragten Fachkräfte ohne Führungsverantwortung verdienen laut Stepstone mehr als 100.000 Euro.

Und auch auf den Job kommt es an. Gerade als Geschäftsführer, Vertriebsleiter, Key Account Manager oder Kaufmännische Leiter verdienen Menschen in Deutschland häufig ein Gehalt in der Größenordnung eines Bundestagsmitglieds. Oder sogar mehr.

Die richtige Branche

Es kommt auch auf die Branche an. Die meisten Fach- und Führungskräfte, die mehr als Deutschlands Volksvertreter verdienen, arbeiten laut Stepstone-Auswertung in diesen Bereichen:

- IT & Internet

- Fahrzeugbau/-zulieferer

- Maschinen- und Anlagenbau sowie in der

Langjährige Berufserfahrung

Das passende Studium und der Top-Job in der richtigen Branche reichen möglicherweise immer noch nicht zum Politikergehalt aus. Naturgemäß hilft langjährige Berufserfahrung.

Über 85 Prozent der Fach- und Führungskräfte, die so viel verdienen wie ein Politiker, haben nach Stepstone-Angaben mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Da wird es für manchen 29-Jährigen schwierig, mit den gleichaltrigen Bundestagsabgeordneten mitzuhalten.

Weitere Faktoren, mit denen Sie so viel verdienen wie ein Politiker

Was ebenso zum Politikergehalt führt: Die Arbeit in großen Konzernen. Die Wahrscheinlichkeit, ein Spitzengehalt wie ein Bundestagsabgeordneter erzielen zu können, steigt mit der Unternehmensgröße des Arbeitgebers. Und in städtischen Regionen verdienen Angestellte und Führungskräfte auch mehr Geld als auf dem Land. 

Was unabhängig von Leistung ist, aber zur nackten Statistik dazu gehört: Die Wahrscheinlichkeit, ein hohes Gehalt zu verdienen, ist größer, wenn Sie männlich sind. Laut Stepstone sind neun von zehn Topverdienern Männer.

„Gründe dafür sind unter anderem die Berufswahl und die Tatsache, dass Männer seltener aus familiären Gründen pausieren oder in Teilzeit arbeiten“, heißt es bei dem Düsseldorfer Karriereportal. 

Diäten, Aufwandspauschale, Geld fürs Büro, Bahncard 100 – aber kein Weihnachtsgeld

Wenn Sie es schaffen, jeden Monat 10.083,45 Euro zu verdienen, haben Sie noch nicht das gesamte Einkommen eines deutschen Berufspolitikers erreicht.

Denn neben den Diäten bekommen die Bundestagsmitglieder eine weitere Aufwandspauschale bezahlt, die jedes Jahr an die Lebenshaltungskosten angepasst wird. Im Moment sind das 4418,09 Euro – steuerfrei, versteht sich. 

Mit diesem Geld müssen die Abgeordneten alles bezahlen, was für die Ausübung ihres Mandats nötig ist – von der Einrichtung des Wahlkreisbüros bis hin zur Miete für die Zweitwohnung in Berlin.

Dieses Geld bekommen Abgeordnete unabhängig davon, wie viel sie tatsächlich ausgeben, weil es ansonsten den Verwaltungsaufwand „enorm erhöhen“ würde, wie es beim Bundestag heißt.

Den Spitzenpolitikern stehen zudem weitere 12.000 Euro pro Jahr für die Büroausstattung zu – sei es für Papier, Kugelschreiber oder Kaffeevollautomaten. Diese Anschaffungen müssen aber belegt werden.

Thema Reisekosten: Wenn ein Abgeordneter auf Dienstreise ist, bezahlt das der Steuerzahler – genauso wie ein Unternehmen die Geschäftsreisen seiner Angestellten übernimmt.

Jeder Bundestagsabgeordnete hat eine Bahncard 100 für die Erste Klasse, womit er jeden Zug in ganz Deutschland nutzen kann. Kostenpunkt: 7.435 Euro pro Jahr. 

Übrigens: Ihre Diäten müssen Spitzenpolitiker ganz normal versteuern. Der Staat zahlt seinen Abgeordneten allerdings kein Weihnachts- oder Urlaubsgeld.

Kritiker bemängeln, dass Spitzenpolitiker zu viel Geld verdienen. Doch Befürworter schätzen die finanzielle Unabhängigkeit der Politik vor den Einflüssen der Wirtschaft.

Verglichen mit Führungsposten in der Wirtschaft, lohnt sich das Politikerdasein nicht: Die Lenker der Dax-Konzerne verdienen im Schnitt mehr als 5,5 Millionen Euro pro Jahr – 50 Mal so viel wie ein Politiker, der im Bundestag sitzt. 

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