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Arbeitsmittel absetzen: Steuern sparen mit Smartphone, Notebook und Co.

Arbeitsmittel absetzen Auf den letzten Drücker: Steuern sparen mit Smartphone, Notebook & Co.

Ende Juli endet die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung 2018. Karriere.de gibt Tipps, wie Sie jetzt noch schnell Steuern sparen können.

Von Claudia Obmann |

Auf den letzten Drücker: Steuern sparen mit Smartphone, Notebook & Co.

Arbeitsmittel als Werbungskosten absetzen

Geld sparen mit der Steuererklärung: So leicht können Sie Ihre Arbeitsmittel als Werbungskosten absetzen.

Foto: Charles Oq on Unsplash

Dienst-Mails per Smartphone, Online-Weiterbildung via Notebook oder letzter Feinschliff an der Präsentation fürs nächste Meeting: Wer seine privaten Geräte und Software beruflich nutzt, kann die Ausgaben dafür von der Steuer absetzen.

Bei der Einkommensteuererklärung können sowohl die Anschaffungskosten als auch die monatlichen Kosten für die Telefon- und Internetnutzung als Werbungskosten berücksichtigt werden. Dabei ist die sogenannte 1.000-Euro-Grenze zu beachten: Die detaillierte Auflistung von beruflich bedingten Kosten für IT und Fortbildung lohnt sich nur, wenn die insgesamt im Jahr 2018 angefallenen berufsbedingten Kosten (inklusive der Kosten für den Weg zur Arbeit) 1.000 Euro überschreiten.

Denn Werbungskosten bis 1.000 Euro erkennt das Finanzamt pauschal, das heißt ohne Einzelauflistung und Nachweis, steuermindernd an.

Weitere Fristverlängerung zur Abgabe der Steuererklärung möglich

Fallen die Werbungskosten also hoch aus, ist eine Steuererstattung zu erwarten. Im Durchschnitt erstattete der Fiskus laut Digitalverband Bitkom 974 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer.
Und das Beste: Die Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung läuft in diesem Jahr erstmals für alle Steuerpflichtigen erst am 31. Juli ab. Wenn die Erklärung durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein angefertigt wird, verlängert sich die Abgabefrist sogar bis Ende Februar 2020.

Und weil der 29. Februar wegen des Schaltjahres auf einen Samstag fällt,  bräuchte die Einkommenssteuererklärung nach der allgemeinen Fristenregelung sogar erst am nächsten Werktag, somit am Montag, den 2. März, beim Finanzamt eingehen.

Ein entsprechender offizieller Erlass wird von der Finanzverwaltung noch erwartet. Allerdings werden ab 2019 Fristverstöße dann aber auch strenger verfolgt: Wer seine Steuererklärung für 2018 zum Beispiel erst am 3. März abgibt, muss für jeden verspäteten Monat mindestens 25 Euro Verspätungszuschlag zahlen.

Werbungskosten: Haben Sie an alle gedacht?

Smartphone, Notebook, Drucker:
Wer privat angeschaffte IT-Geräte so gut wie ausschließlich (mindestens 90 Prozent) beruflich nutzt, kann die Kosten dafür in voller Höhe von der Steuer absetzen. Bei geringerer beruflicher Nutzung sind die Kosten in berufliche und private Nutzungsanteile aufzuteilen.

Für den Nachweis der beruflichen Nutzung ist es sinnvoll, eine schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers vorweisen zu können oder drei Monate lang die Nutzung des Geräts aufzuzeichnen. Ist ein Nachweis nicht möglich, geht die Rechtsprechung von einer Aufteilung von 50 zu 50 (beruflich/privat) aus.

Neu im Steuerjahr 2018 ist, dass Anschaffungskosten bis 800 Euro netto im Jahr des Kaufs geltend gemacht werden können. Wird der Wert überschritten, muss der Nettokaufpreis, also der Kaufpreis abzüglich von Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer,  zusammen mit der gezahlten Umsatzsteuer über mehrere Jahre abgeschrieben werden.

Bislang lag diese Grenze bei 410 Euro netto. Die 800-Euro-Grenze gilt für Hardware wie PCs, Notebooks oder Tablets sowie für zugehörige Extras wie Drucker, Monitor oder Maus.

Für diese Geräte wird eine gewöhnliche Nutzungsdauer von drei Jahren angenommen. Für Smartphones beträgt die gewöhnliche Nutzungsdauer fünf und für Faxgeräte sechs Jahre.

Wenn allerdings ein Zubehörteil kaputt geht oder eine Reparatur nötig wird, können diese Ersatzkosten sofort (entsprechend dem beruflichen Nutzungsanteil des zugehörigen Geräts) abgezogen werden. Das Gleiche gilt für die Kosten von Verbrauchsmaterialien, etwa Toner, Tinte und Druckerpapier.

Software:
Die steuerliche Beurteilung von beruflich genutzter Software orientiert sich an den Grundsätzen, die für Hardware gelten. So wird bei Anwendungssoftware wie Textprogrammen eine gewöhnliche Nutzungsdauer von drei Jahren angenommen. Ist der Anschaffungspreis der Software nicht höher als 800 Euro netto, kann er im Jahr der Anschaffung in voller Höhe angesetzt und mit dem beruflichen Nutzungsanteil als Teil der Werbungskosten geltend gemacht werden.

Internet- und Telefongebühren:
Steuerzahler können auch berufliche Telefon- und Internetkosten (Grundgebühr und Verbindungsentgelte) als Werbungskosten absetzen. Ohne Nachweis erkennt das Finanzamt 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens jedoch 20 Euro pro Monat pauschal als Werbungskosten an.

„Das ist praktisch für alle, die eine Flatrate nutzen“, sagt Thomas Kriesel. Er ist Bereichsleiter Steuern beim Bitkom. Wer höhere Aufwendungen absetzen will, sollte mindestens drei Monate lang die berufliche Nutzung aufzeichnen.

Dabei ist berufliche Nutzung sogar weiter gefasst, als es viele Steuerzahler vermuten: Der Bundesfinanzhof erkennt sogar Kosten für rein private Telefonate mit der Familie steuermindernd an, wenn ein Steuerpflichtiger aus beruflichen Gründen länger als eine Woche von seiner Familie getrennt ist.

Für Telefongebühren ist ein Einzelverbindungsnachweis über ein- und ausgehende Gespräche hilfreich. Beim Internetzugang ist in der Regel durch die Nutzung von Flatrates kein Einzelnachweis möglich. Daher überträgt die Rechtsprechung die Grundsätze für die Aufteilung von Hardware und nimmt bei fehlenden sonstigen Anhaltspunkten eine Aufteilung von 50 zu 50 (privat/beruflich) an.

Fortbildungen:
Aufwendungen eines Arbeitnehmers für Computer-Kurse und Software-Schulungen werden in voller Höhe als Werbungskosten anerkannt. Voraussetzung: Ein PC-Kurs steht mit der beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang und die erworbenen Kenntnisse werden im Job eingesetzt. Das muss der Kursteilnehmer nachweisen.

In jedem Fall sollte er eine Teilnahmebescheinigung für die Fortbildung vorweisen können. Besser noch ist eine Erklärung des Arbeitgebers, die den beruflichen Anlass der Schulung deutlich macht.

Neben den Kursgebühren können auch die Fahrtkosten zum Kursort mit 0,30 Euro pro Kilometer bei Fahrten mit dem eigenen Auto oder Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel, Übernachtungskosten und Mehraufwendungen für Verpflegung geltend gemacht werden. Auch Reisekosten zu einer Messe können bei der Besteuerung geltend gemacht werden, soweit sie beruflich veranlasst sind.

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