Mein Beruf Voller Einsatz für fairen Wettbewerb

Bahn, Post, Flugverkehr: Justus Haucap ist Mitglied der Monopolkommission und setzt sich für mehr Wettbewerb in Deutschland ein.

Diana Fröhlich | , aktualisiert

Über zu hohe Strompreise ärgert sich in Deutschland fast jeder. Ein heiß diskutiertes Thema - auch im Berliner Wirtschaftsministerium. Liegt es vielleicht am fehlenden Wettbewerb? Oder an den teuren Kraftwerksparks im Land? Wenn Wirtschaftsminister Michael Glos und seinen Mitarbeitern die passenden Antworten fehlen, dann kommt Justus Haucap ins Spiel. Der Professor für Volkswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist eines von fünf Mitgliedern der Monopolkommission. Das unabhängige Beraterteam nimmt sich regelmäßig der Fragen des Ministeriums an und sammelt Ideen, wie man ein Problem lösen könnte - im Falle der hohen Energiepreise beispielsweise wäre es sicher möglich, den Im- und Export von Strom aus Osteuropa zu erleichtern.

Für Haucap ist "Wettbewerb das Fundament der Marktwirtschaft". Er setzt sich in der Monopolkommission dafür ein, dass der Bürger zwischen verschiedenen Anbietern einer Branche auswählen kann. Und nicht das Produkt kaufen muss, das ihm vorgesetzt wird. Die Kommission kann zwar nur beraten und keine Entscheidungen treffen, trotzdem hat der 38-Jährige eine gewisse Macht - denn er nimmt auf die Meinungsbildung von Politikern direkten Einfluss und kann Missstände öffentlich kritisieren. Haucap ist seit Juli vergangenen Jahres Mitglied des Gremiums, und "stolz darauf, dass mich der Bundespräsident als bisher jüngsten Wissenschaftler dazu berufen hat".

Die Amtszeit dauert vier Jahre, Wiederberufung nicht ausgeschlossen. Rund 18-mal pro Jahr treffen sich die fünf Mitglieder am Amtssitz in Bonn, alle zwei Jahre steht ein Hauptgutachten auf dem Programm, das vor Fehlentwicklungen in Deutschland warnen soll. Dazwischen prangern Haucap und seine Kollegen Wettbewerbsverzerrungen in allen möglichen Branchen an - Bahn, Post, Flugverkehr, Telekommunikation. Dazu hören sie sich auch die Meinungen von Verbraucherschützern, dem Kartellamt und Vertretern der Industrie an.

Natürlich weiß Haucap, dass nicht alle Ideen der Monopolkommission auch in die Tat umgesetzt werden, doch mittelfristig haben die meisten von ihren Vorschlägen große Chancen. "Wir arbeiten definitiv nicht für die Bibliothek", sagt er. "Ich will mit meinen Vorschlägen etwas bewirken."

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