Mehr drauf So verhandeln Sie Ihr Gehalt

Es gibt gute Gründe, selbstbewusst in eine Gehaltsverhandlung zu gehen. Nicht nur die Übernahme von mehr Verantwortung kann mehr Geld bringen. Wichtig ist es, die persönliche Leistung deutlich hervorzuheben – und sich vom Vorgesetzten nicht einschüchtern zu lassen.

Anne Koschik | , aktualisiert

So verhandeln Sie Ihr Gehalt

Gute Gehaltsverhandlung

Foto: Stockfotos-MG/Fotolia.com

Wann habe ich das Recht auf eine Gehaltserhöhung?

Einen Anspruch auf regelmäßige Gehaltserhöhungen gibt es nicht. Gilt allerdings für das Unternehmen ein Tarifvertrag, der entsprechende Erhöhungen vorsieht, ist der Arbeitgeber daran gebunden. Das hat auch für den Fall Gültigkeit, wenn in Arbeitsverträgen bestimmte Vereinbarungen getroffen wurden. Also zum Beispiel, dass sich das Gehalt an gültige Tarifverträge der Branche anlehnt. Oder dass automatische Anhebungen in bestimmten Zeitabschnitten zu erfolgen haben.

Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts gibt es beispielsweise im Zusammenhang mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Angestellte können sich hierauf beziehen, wenn sie weniger verdienen als Kollegen, die vergleichbare Tätigkeiten ausüben und mehr verdienen. Allerdings ist der Nachweis der Vergleichbarkeit zu erbringen, außerdem können sachliche Gründe des Arbeitgebers dagegen wirken. Üblich ist eine Gehaltserhöhung mit der Übernahme von mehr Verantwortung im Rahmen einer Fach- oder Führungskarriere sowie bei einem Jobwechsel zu einem anderen Unternehmen.

Wie verlange ich eine Gehaltserhöhung?

Indem ich bei meinem Vorgesetzten um einen Termin bitte und mein Anliegen vortrage. Über den Daumen ist das alle eineinhalb bis zwei Jahre angebracht. Und selbstverständlich bei neuen Aufgaben beziehungsweise Beförderungen. Je höher die Karrierestufe, sind die Ansprechpartner mit Bedacht zu wählen. Eine informative Absprache – mit einem Mentor zum Beispiel – hilft, den Rahmen der Gehaltsverhandlung richtig auszutarieren.

Interessant ist, dass Frauen angeblich seltener das Gespräch suchen. Möglicherweise ist das ein Grund mit dafür, dass sie gehaltstechnisch gegenüber Männern das Nachsehen haben: Die in Studien oft genannten 22 Prozent Gehaltsminus sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da Faktoren wie Teilzeitarbeit, Erwerbserfahrung bzw. Erwerbsunterbrechung, Betriebsgröße und die Branche berücksichtigt werden müssen. In einem bereinigten Gender Pay Gap bleibt am Ende aber immer noch ein Minus von sieben Prozent, wie das Statistische Bundesamt festgestellt hat.

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