MBA in Großbritannien Teil 2: Der MBA mit Stern

Die Lancaster University Management School ist der Shootingstar der britischen MBA-Schulen. Der deutsche LUMS-Dozent Joern Meissner sagt, warum.

Christoph Mohr | , aktualisiert

Herr Dr. Meissner, wie verschlägt es einen deutschen Jungwissenschaftler ausgerechnet nach Lancaster?
Ich wollte nach meinem Doktorandenstudium in den USA wieder nach Europa zurückkommen. Die Lancaster University Management School ist eine der Top-Adressen in Europa und eine von nur zwei Schulen, die in der offiziellen Research Assessment Exercise (RAE) der britischen Regierung die höchste Bewertung von "6 Stars" erhalten haben. Im Endeffekt hat mich dann der Fokus der Schule und des Departments auf Forschungsexzellenz überzeugt, der sich beispielsweise auch im Anreizsystem wiederfindet.

Das LUMS-MBA-Programm hat sich auf dem FT-MBA-Ranking in den vergangenen Jahren spektakulär verbessert. Worauf ist das Ihrer Meinung nach zurückzuführen?
Die LUMS hat vor sieben Jahren, als Sue Cox die Schule als Dean übernahm, einen großangelegten strategischen Review begonnen und dann auch konsequent umgesetzt. Das FT Ranking erhält als eine Hauptkomponente den Karriereerfolg unserer Absolventen von vor drei Jahren, insofern profitieren wir jetzt von Veränderungen, die wir vor Jahren am Programm gemacht haben. Insbesondere wenn man die Kosten des Programms mit der beobachteten Gehaltsentwicklung vergleicht, schneidet die LUMS als beste Schule in Europa ab. Neben diesen Absolventenfaktoren spielt eine Rolle, dass unser Doktorandenprogramm als eines der zehn besten weltweit gilt.

Professor Sue Cox, LUMS Dean, behauptet, dass die Schule ständig das Feedback des Markts suche und danach das MBA-Programm verbessere. Könnten Sie dafür Belege geben?
Die LUMS hat ein externes Advisory Board mit 15 Mitgliedern aus der Industrie, die ständig Feedback zum MBA-Programm geben. Auf deren Anregung ist dann beispielsweise ein neues Core Module in Global Society eingeführt worden, weil Industrievertreter der Meinung waren, Manager sollten mit mehr sozialer Verantwortung agieren. Daneben fließen auch die Erfahrungen mit anderen Programmen ins MBA-Programm ein, insbesondere aus dem International Masters Program in Practicing Management (IMPM). LUMS hat dieses Progamm zusammen mit Professor Henry Mintzberg ins Leben gerufen, sozusagen als direkte Antwort auf seine Kritik, die er in seinem Buch "Managers not MBAs" an der traditionellen Managementausbildung geäußert hat. Die Idee, kritische und reflektische Manager auszubilden, zieht sich auch durch das gesamte MBA-Programm.

Was unterscheidet das LUMS-MBA-Programm sonst noch von anderen einjährigen Vollzeit-MBA-Programmen?
Die LUMS ist seit Jahren bekannt für den actionorientierten Lehransatz, und dies wird in allen postgradualen Programmen umgesetzt. Das ist kein abgedroschener Marketingslogan, sondern in der Form von Action Research als Methodologie auch in der Wissenschaft etabliert. Konkret bedeutet das, dass die Studenten im Rahmen unseres MBAProgramms drei Beratungsprojekte in Firmen durchführen. Einen solchen praktischen Fokus gibt es meines Wissen nach in keinem anderen Programm weltweit.

Wie selektiv sind Sie bei der Aufnahme Ihrer MBA-Studenten?
Die Konkurrenzsituation bei der Bewerbung ist stark: Wir haben ungefähr acht Bewerber für jeden Studienplatz im MBA-Programm. Der GMAT-Durchschnitt der angenommenen Bewerber liegt bei 670 Punkten. Unsere Studenten haben im Schnitt sechs Jahre Berufserfahrung und sind 29 Jahre alt.

Welche Gründe könnte es für einen deutschen MBA-Interessenten geben, seinen MBA an der LUMS zu machen?
Die Ausbildung an der LUMS ist praktischer angelegt als an anderen Business Schools oder deutschen Universitäten. Die akademische Kultur ist eine andere, das Programm ist intensiver. Das mag am Anfang ein Schock sein, aber Studenten werden bei uns ausgebildet, Ergebnisse unter Zeitdruck zu liefern, und dieses Training ist im späteren Berufsleben ein großer Vorteil. Aufgrund der hohen Zahl der Projekte kann man ein solches Programm nicht als Massenbetrieb organisieren, es gibt also immer noch persönlichen Kontakt mit den Professoren und den anderen Mitstudenten aus vielen verschiedenen Kulturen. Daneben verbessern viele Studenten natürlich auch noch ihr Englisch.

Weitere Infos zu Joern Meissner: www.meiss.com

MBA in Großbritannien - die Serie:

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