MBA in Asien Auf dem Sprung in die Champions League

Im Gleichschritt mit dem rasanten wirtschaftlichen Aufschwung der Region holen auch Management-Hochschulen aus Asien auf – und haben ihre westlichen Konkurrenten teils in der Qualität schon überholt. Doch bei der Auswahl müssen Studenten genau hinschauen.

Johannes Pennekamp | , aktualisiert


Foto: Hong Kong UST

Auf einem Level mit europäischen Top-Schulen

Die Wachablösung, sie rückt näher. Zwar thronen Harvard, Wharton und Co. noch an der Spitze der internationalen Rankings, doch ihr Vorsprung auf die aufstrebenden Management-Hochschulen aus China und Indien schrumpft. In der aktuellen Rangliste der Financial Times liegen sechs Business Schools mit Campus in Fernost unter den Top-30; die Hong Kong UST Business School – auf Platz 6 – ist längst an den meisten westlichen Spitzenschulen vorbeigezogen.

„Die besten asiatischen Schulen und MBA-Programme können heute mit den europäischen Top-Schulen mithalten“, sagt denn auch Kulwant Singh, Professor an der National University of Singapore (NUS). Im Gleichschritt mit dem rasanten wirtschaftlichen Aufschwung der Region entwickelt sich die Managementausbildung: Es gibt mehr Angebote, mehr Bewerber und mehr Jobangebote.

Allein in den vergangenen zwei Jahren haben 18 asiatische Business Schools das wichtige Qualitätssiegel der US-Akkreditierungsorganisation AACSB erhalten, die Zahl der akkreditierten Hochschulen hat sich in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt – Tendenz steigend. „Ich erwarte, dass sich die MBA-Programme in Asien schneller weiterentwickeln als in anderen Regionen“, sagt Singh.

Große Investitionen

Um nicht länger auf im Ausland ausgebildete Führungskräfte angewiesen zu sein, investieren Unternehmen und Regierungen auch in Malaysia, Thailand und Indonesien massiv in die Managerausbildung. Der Wirtschaftsboom und die neuen Angebote machen die asiatischen Schulen aber auch für den westlichen Managment-Nachwuchs attraktiv. „Studenten wollen da studieren, wo etwas passiert“, sagt Arnoud de Meyer, Präsident der Singapore Management University (SMU). Und das sei derzeit nun mal in Asien.

Ein Grund dafür, dass es auch immer mehr europäische und amerikanische Betriebswirte Richtung Osten zieht, sind die guten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt: Eine Umfrage des internationalen Messeanbieters QS zeigt, dass Unternehmen in Fernost händeringend nach Nachwuchs suchen. In Europa stagniert die Nachfrage nach MBA-Absolventen dagegen.


Foto: Hong Kong UST

Nationale Konzepte nur für Einheimische

Allein in Südostasien gibt es demnach 2011 im Vergleich zum Vorjahr 32 Prozent mehr Stellenangebote für MBA-Absolventen. „Alle unsere Abgänger haben spätestens drei Monate nach ihrem Abschluss einen Job“, sagt de Meyer.

In der Vergangenheit hätten vor allem ausländische Großkonzerne mit Niederlassungen in Asien zu den Arbeitgebern gehört. Zunehmend würden auch einheimische Unternehmen erkennen, dass MBA-Absolventen „den hohen Preis wert sind, den sie verlangen“, sagt NUS-Professor Singh.

Doch trotz dieser positiven Entwicklung sind längst nicht alle Business Schools in Asien für ausländische Bewerber zu empfehlen. Ein Teil der Schulen verfolgt rein nationale Konzepte; sie bieten Kurse nur in der Landessprache an und kooperieren nicht mit internationalen Partnern.

Andere asiatische Anbieter kooperieren mit westlichen Schulen und vergeben einen MBA-Titel des ausländischen Partners in Kombination mit eigenen Zertifikaten. Gut geeignet sind solche Angebote für Manager, die nach ihrem Abschluss zurück nach Europa oder in die USA wollen.

Zieht das beste Personal mit?

Experten empfehlen aber, genau hinzusehen: Bringen die klangvollen westlichen Elite-Unis nur ihren Namen ein oder schicken sie auch ihre besten Professoren? Der Königsweg für eine Karriere in Fernost sind die international ausgerichteten Schulen nach westlichem Vorbild. Die top-platzierte Hong Kong UST zählt dazu, außerdem das Institute of Management in Bangalore, die Nanyang Business School oder die National University in Singapur. Und natürlich der Singapur-Campus der französischen Elite-Uni Insead sowie die europäisch-chinesische Kooperations-Hochschule Ceibs in China.

Durch Fallstudien aus asiatischen Unternehmen, die die kulturellen Traditionen und Besonderheiten in Geschäftsbeziehungen berücksichtigen, gelingt es diesen Schulen mittlerweile, ein eigenes Profil zu entwickeln und mehr zu sein als eine billige Kopie westlicher Elite-Schulen. Doch die gestiegene Qualität hat ihren Preis. Ein Vollzeit-MBA an einer asiatischen Elite-Schule kostet bis zu 50.000 Dollar. Das ist zwar deutlich weniger als in den USA, aber teils bis zu 40 Prozent mehr als noch vor drei Jahren.

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...