MBA Die private EBS-Uni schlägt zurück

Die Hochschule reagiert mit deutlichen Worten auf die Angriffe ihres Ex-Präsidenten.

Stefani Hergert | , aktualisiert


Foto: lichtmeister/Fotolia.com

Nicht weniger als eine Generalabrechnung

Drei Seiten purer Frust: Was sich Rolf Cremer, Präsident der privaten EBS Universität für Wirtschaft und Recht im Rheingau, und sein Aufsichtsratschef in einem Brief von der Seele geschrieben haben, ist nicht weniger als eine Generalabrechnung. Man könnte auch sagen: Der Chef der EBS, einer der ältesten und einst renommiertesten privaten Wirtschaftshochschulen Deutschlands, schlägt zurück. Gegner ist sein Vorgänger Christopher Jahns, den die Universität im April 2011 entlassen hat, nachdem Untreuevorwürfe und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen ihn bekannt wurden.

Jahns, der sich seitdem mit der Uni im Dauerstreit befindet, hatte sich kürzlich in einem Brief an den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) gewandt und die Finanzkraft der EBS, die Standorte in Wiesbaden und Oestrich-Winkel hat, in Zweifel gezogen.

Ebenfalls in einem Brief an den Ministerpräsidenten griff der neue Chef Cremer nun wiederum Jahns massiv an. "In vielerlei Hinsicht tragen wir schwer am Erbe von Herrn Jahns", schreibt Cremer. Unter Jahns Regie habe die EBS nicht nur Fehlbuchungen produziert, die letztlich dazu führten, dass das Land fast eine Million Euro Fördergelder zurückforderte.

"Zu großer Personalaufbau"

"Das finanzielle und strukturelle Management der Universität unter Herrn Jahns’ Führung war zum Teil fragwürdig", schreibt Cremer weiter. Unter seiner Führung sei nicht nur eine nach Abzug von Sponsorengeldern 600.000 Euro teure Universitäts-Party gefeiert, sondern auch "ein verfrühter und viel zu großer Personalaufbau des Präsidiums" beschlossen worden.

Cremer schreibt von einer "undurchschaubaren Governancestruktur mit zuletzt neun Geschäftsführern im Gesamtkonstrukt der EBS", heute sind es drei Geschäftsführer. Jahns hatte in seinem Brief behauptet, die EBS sei Ende 2010, wenige Monate vor seiner Entlassung, so gut dagestanden wie nie in ihrer Geschichte.

Cremer widerspricht dem vehement: "Es stand nie schlechter um das operative Bild der EBS als im Jahr 2010." Obwohl die Hochschule in dem Jahr elf Millionen Euro Fördergelder erhielt, stand unter dem Strich ein Verlust von 2,2 Millionen Euro. Unter Jahns sei die EBS in einen "Teufelskreis von immer größeren Versprechen und immer höherem Mittelbedarf geführt" worden, der "niemals eine Chance hatte, nachhaltig zu sein".

Der Ruf der Hochschule hat seit dem Skandal massiv gelitten. Jahns bringt sich und die Vorwürfe gegen seine Person immer wieder in die Öffentlichkeit, zuletzt durch Klagen gegen das Land Hessen und eine Strafanzeige wegen versuchten Prozessbetrugs gegen den Kanzler der EBS. Jahns hat bisher nicht auf den Brief reagiert.
 
Sein Sprecher sagt, er "möchte sich damit nicht näher auseinandersetzen".

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