Managerschule Japanische Trainingshölle

Die härteste Managerschule der Welt verlangt von den Schülern, angepasst zu sein. Starre Rituale sind ein Grundbaustein, die Stoppuhr ist wichtiger Bestandteil des Drills.

Führungskraft | HB | , aktualisiert

Japanische Trainingshölle

Foto: Tran-Photography/Fotolia

In Reih und Glied

Sie stehen in Reih und Glied vor dem Seminargebäude in der Nähe des japanischen Berges Fuji. Sie tragen die Uniform der härtesten Manager-Schule der Welt: einen weißen Überwurf mit aufgenähtem schwarzen Adler, blaue Hosen und Turnschuhe.

Sie halten ein Blatt in der Hand und lernen einen Text auswendig – den sie nicht verstehen. Beim Rezitieren starren sie vor sich hin. Mal sind die Männer Anfang 20, mal Ende 50, aber alle sind japanische Firmenangestellte und nehmen am "Höllentraining" teil.

Der 13-tägige Drill soll einen anderen Menschen aus ihnen machen. Wer durchhält, hat gute Aussichten auf eine höhere Managementposition. Japans Personalabteilungen planen langfristig.

Starre Ritualen

Die "Heranziehungsschule für Manager" ist berühmt für ihre unorthodoxen Methoden. Jedes Jahr nehmen bis zu 3000 Schüler an den Kursen teil – seit der Gründung vor 40 Jahren haben mehr als einhunderttausend Manager die Schule durchlaufen.

Wie viele asiatische Ausbildungsmethoden setzt das Höllentraining nicht auf den direkten Weg zum Ziel, sondern macht einen Umweg über scheinbare Kleinigkeiten und Äußerlichkeiten. So bringen die Lehrer den Zöglingen starre Rituale bei. Wer in der Heranziehungsschule einen Raum betritt, hat zu rufen: "Ich komme jetzt hinein!", wer hinausgeht: "Auf Wiedersehen!"

Kontrolle mit Stoppuhr

Morgens um fünf Uhr beginnt der Drill mit Stubenreinigung inklusive Sauberkeitskontrolle. Mit der Stoppuhr prüfen die Trainer, wie schnell aufgeräumt und fehlerfrei rezitiert wird. Je 14 blaue Bänder sind mit Sicherheitsnadeln an der Uniform festgesteckt. Auf jedem steht eine Aufgabe, die zu meistern ist.

Jeden Abend müssen die Teilnehmer einen Fortschrittsbericht schreiben und per Post an ihren Kontaktmann in der Personalabteilung schicken. Wer am 13. Tag nicht alle Bänder los ist, muss bis zu drei Tage länger bleiben.

Wer danach immer noch nicht bestanden hat, wird sich von den Vorbildern im Unternehmen fragen lassen müssen, warum es nicht gereicht hat.

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