LinkedIn, Xing & Co. So erkennen Sie Fake-Headhunter im Netz

Aus sozialen Netzwerken ist man es ja gewohnt – aber auch bei Business-Netzwerken sind viele Profile falsch. So schützen Sie Ihre Daten vor vermeintlichen Headhuntern.

Kerstin Dämon, wiwo.de | , aktualisiert

So erkennen Sie Fake-Headhunter im Netz

Foto: imacture / fotolia.com

Wer bei einem Business-Netzwerk angemeldet ist, spekuliert ja irgendwie darauf: Irgendwann kommt eine E-Mail vom Headhunter, der den Traumjob im Angebot hat. Doch immer häufiger sind falsche Headhunter unterwegs, die an Adressen, Handy-Nummern und E-Mail-Adressen interessiert sind, um die Kontakte mit Phishing- oder Spam-Mails zu überschütten. Jobangebot? Pustekuchen.

Der kalifornische Anti-Viren-Softwarehersteller Symantec beobachtet eine steigende Zahl solcher Fake-Nutzer beim Business-Netzwerk LinkedIn. Mehr als 400 Millionen User machen das Netzwerk für Spammer und Datendiebe interessant, heißt es in einem Bericht von Symantec. Gerade Führungskräfte aus der Sicherheits- und Energiebranche seien für Kriminelle ein attraktives Ziel.

Grundsätzlich folgen die Profile speziellen Mustern, an denen man sie erkennen kann.

So erkennen Sie Fake-Profile bei LinkedIn und Co:

  • Falsche Firmen



    Die Fakes geben sich als selbstständige Headhunter oder als Recruiter von Firmen aus, die es nicht gibt.

  • Bilder von Frauen


    Die Profilbilder zeigen in der Regel sehr hübsche, junge Frauen.

  • Kopierte Texte



    Oft stammen Texte und Bilder auch 1:1 aus anderen – echten – Profilen

  • Schlagwort-Flut



    Die Profile sind voller Keywords (IT-Recruitment, Talent Acquisition, Human Ressources), damit sie leichter gefunden werden. Die meisten Schlagwörter haben einen Bezug zu den Branchen Logistik, Öl- und Gas, also dem Energiesektor

  • Fehlende Daten



    Persönliche Informationen über Uni, Vereine, berufliche Stationen gibt es hingegen kaum.



Und die Fälscher haben damit Erfolg: Die bildhübsche Violet Tange, selbstständig und "Recruiter manager" (sic) aus HongKong, brachte es bei LinkedIn auf über 500 Kontakte, bevor sie aufflog. Denn sobald Frau Tange ein Kontakt des Kollegen war, gab ihr das einen Vertrauensvorschuss bei anderen Mitgliedern des Netzwerkes. So konnte sich Frau Tange, hinter der vermutlich eine Hackergruppe steckt, in zahlreiche berufliche Netzwerke einschleusen. Bestenfalls hat sie nur Werbe- oder Phishing-Mails verschickt.

Damit man selbst nicht auf Fakes wie Frau Tange hereinfällt, rät Symantec zunächst zu einer gesunden Portion Skepsis. "Wenn Sie jemanden noch niemals getroffen haben, fügen Sie ihn nicht Ihrem Netzwerk hinzu." Da das in der Realität vermutlich nicht funktionieren wird, sollte man die Unbekannten, die eine Kontaktanfrage verschicken, zumindest einem kurzen Realitäts-Check unterziehen.

Holen Sie Informationen ein
 
Symantec rät zunächst zu einer umgekehrten Bildersuche: Kopieren Sie das Foto der hübschen Headhunterin, die Kontakt mit Ihnen aufnehmen möchte, in die Google-Bildersuche und überprüfen Sie, wo das Foto überall auftaucht.

Gleiches machen Sie mit den Profilinformationen, dem Namen, Firmennamen und so weiter. Gibt es das Unternehmen? Arbeit dort jemand mit dem Namen auf der besagten Position? Und: Kennt jemand Ihrer Kontakte die Person? Wenn Ihr ehemaliger Kollege mit der Dame tatsächlich schon essen war und sie ihm einen Job vermittelt hat, ist sie vermutlich echt.

Deuten aber alle Anzeichen daraufhin, dass es diesen Menschen nicht gibt, lassen Sie besser die Finger von ihm – und melden sich am besten direkt bei LinkedIn.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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