Lebenslauf Ab ins Ausland

Sowohl Auslandspraktikum als auch ein Semester an einer ausländischen Universität machen sich gut im Lebenslauf. Die Erfahrungen, die Studierende dabei sammeln, sind enorm wichtig für das Berufsleben.

Eva Neukirchen | , aktualisiert

Ab ins Ausland

NY1

Foto: grngobstpr/SXC

Johannes Deker ist bereits viel herumgekommen in der Welt. Ein Praktikum bei Sony Music in New York, ein Praktikum bei der Musikcommunity "MySpace" in London und gerade absolviert er ein Auslandssemester in Kopenhagen. Der 26-Jährige findet es wichtig, auch im Ausland Erfahrungen zu sammeln. Seine Wege zu den jeweiligen Stationen waren unterschiedlich. Als er an der Popakademie Baden-Württemberg studierte, wollte er nach New York. "Ich habe mich um alles selbst gekümmert." Zuerst hat er sich an Bertelsmann in Deutschland gewandt, da das Unternehmen damals noch Anteile an Sony Music hielt.  Dadurch sei er an eine Kontaktperson in New York gekommen, erinnert sich Deker. Nach zahlreichen Telefonaten und vielen Mails hatte er das Auslandspraktikum sicher und über die Organisation Inwent bekam er eine finanzielle Hilfe.

Join the best

Bei seiner nächsten Station erhielt er mehr Unterstützung. Beim Surfen im Internet entdeckte er das internationale Praktikumsprogramm "Join the best" von MLP. In jedem Jahr bietet das Unternehmen Stipendien für Auslandspraktika. Zusammen mit zahlreichen Partnerunternehmen – wie beispielsweise BASF, der HypoVereinsbank oder Nestlé – unterstützt MLP Studenten seit sieben Jahren. "Auslandserfahrung und einschlägige Praktika erleichtern den Einstieg ins Berufsleben deutlich", sagt Marc-Philipp Unger, Konzernbeauftragter für die Beziehungen zu den Hochschulen bei MLP. "Die Bewerber profitieren zusätzlich von den Kontakten zu Personalverantwortlichen bei renommierten Global Playern sowie vom Join the best Talente-Netzwerk."

So, wie es auch Steffen Baum im vergangenen Jahr gemacht hat. An seiner Universität in Mannheim erfuhr er von dem MLP-Programm und bewarb sich. Nach zwei Assessment Centern wurde er ausgewählt und ist aktuell bei Nestlé in Oslo. Der 26-Jährige macht ein Praktikum im Bereich Online-Marketing und da Nestlé dort ein neues Kaffeesystem einführt, ist die Arbeit dort sehr spannend. "Die Menschen hier sind sehr offen und vor allem hilfsbereit. Die Arbeit im Team macht hier richtig Spaß", berichtet der Student. Sprachliche Probleme hat er bei seinem Auslandsaufenthalt nicht – Englisch ist auch im Privaten sehr verbreitet in Norwegen. Sein Ziel ist ein Traineeprogramm im Bereich Marketing und Vertrieb.

Sprachlicher Aspekt

Auf die besondere Bedeutung des sprachlichen Aspektes weist Renate Thamm vom International Office der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf hin. "Bei der Wahl zwischen einem Auslandspraktikum und einem Semester im Ausland kommt es darauf an, wie gut man die dortige Sprache beherrscht." Wenn die Sprachkenntnisse nicht so gut sind, rät sie den Studierenden eher zu einem Auslandssemester. Bei einem Praktikum müsse man von Anfang an gut kommunizieren und mitarbeiten können. 

Zudem sei es oft schwieriger, sich einen Praktikumsplatz im Ausland selber zu suchen, bei Studienaufenthalten kann man meist auf die eigene Uni und deren Austauschprogramm zurückgreifen. Während des Studiums ins Ausland zu gehen hält Renate Thamm für sehr wichtig, denn auch die Arbeitgeber achten in Bewerbungen darauf. "Ich habe es schon oft erlebt, dass die Studierenden durch den Auslandsaufenthalt gereift sind. Erst die Vorbereitungen und sich dann dort durchzubeißen, das entwickelt die Persönlichkeit", weiß sie. Als Tipp für die Vorbereitung nennt sie die Internetseite www.rausvonzuhaus.de.

Nach Partnerprogrammen erkundigen

Wer ein Semester lang in einem anderen Land studieren will, sollte sich vorab bei der eigenen Uni nach Austauschabkommen mit Partnerunis erkundigen. So hat es beispielsweise auch Christian Klemenz gemacht. "Ein Auslandssemester im dritten Semester des MSC-Studiums ist obligatorisch an der HHL", schreibt der 23-Jährige, der zur Zeit in Indien studiert. Und da die Handelshochschule Leipzig ein Austauschabkommen mit der IIM Ahmedabad habe, hat der gebürtige Kulmbacher sich für ein außereuropäisches Ziel entschieden. Gefördert wird sein Auslandssemester vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD). Rund 25.000 Deutsche werden jährlich vom DAAD gefördert.

Anlaufstellen für Auslandsaufenthalte:

  • AIESEC: internationale Studentenorganisation. Geeignet für Studenten der Wirtschaftswissenschaft, Informatik und Geisteswissenschaft. www.aiesec.de



  • Der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD. www.daad.de



  • Das europäische Programm Erasmus unterstützt Studienaufenthalte und Auslandspraktika. Das Programm unterstützt nicht nur Studierende, sondern auch Hochschuldozenten und in der freien Wirtschaft tätige Personen, die im Ausland lehren möchten, sowie Hochschulmitarbeiter, die sich beruflich weiterqualifizieren möchten. Weitere Informationen dazu gibt es beispielsweise bei den Akademischen Auslandsämtern der Unis.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ bietet jungen Menschen aus Deutschland während oder nach der Ausbildung mit Austausch- und Stipendienprogramme die Chance, weltweit Berufserfahrung zu sammeln und fremde Arbeitswelten und Kulturen hautnah zu erleben. www3.giz.de/portal/ins_ausland/



  • IAESTE unterstützt den Austausch von Praktikanten. Gut geeignet für Studierende der Natur- und Ingenieurwissenschaften. www.iaeste.com



  • Join the best heißt das Programm des Finanzdienstleisters MLP und des Handelsblattes. Vergeben werden Auslandspraktika bei Unternehmen weltweit. www.jointhebest.info





  • Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit bietet vor allem Informations-, Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. www.ba-auslandsvermittlung.de


Dieser Artikel wurde aktualisiert am 10.02.2013.



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