Kroschke prägt Im Reich des Schilderkönigs

Man nennt ihn den Schilderkönig: Christoph Kroschke führte sein Unternehmen von einem kleinen Schilder-Shop in Braunschweig zu einem Service-Alleskönner der Automobilindustrie mit 430 Filialen und 60 Zulassungsdiensten in ganz Deutschland.

Text: Anne Ritter | Fotos: Stefanie Biel | , aktualisiert

Im Reich des Schilderkönigs

Kroschke

Christoph Kroschke greift in das Regal mit den Buchstaben- und Zifferschablonen und platziert die sogenannten Klotzwerkzeuge im Prägerahmen. Das weiße Schild klemmt er dazwischen und schiebt den Rahmen an zwei Handgriffen in die Prägepresse.

Ein kurzes Brummen – und mit 50 Tonnen schwerem Druck, dem Gewicht eines Krans, stanzt die Maschine die Buchstaben- und Ziffernvorlage in den Rohling. Dann schiebt er das Schild auf einem kleinen Fließband durch die Farbwalze. Das Ergebnis: Das Nummernschild mit dem Aufdruck OD CK 60.

OD steht für Bad Oldesloe, unweit von Ahrensburg, dem Hauptsitz der Christoph Kroschke GmbH, CK 60 für Christoph Kroschke, der das Schild zu seinem 60. Geburtstag im Mai 2012 in der firmeneigenen Prägestelle herstellt. "Bei uns muss jeder neue Mitarbeiter am ersten Arbeitstag selbst ein Nummernschild prägen", erzählt Personalreferent Olaf Nieder. Das hilft, sich auf die Anfänge zu besinnen, denn heute weist nur noch wenig auf die Geschichte des Unternehmens hin.

Vom Schildermacher zum Dotcom

Tatsächlich sitzen die Mitarbeiter in der Firmenzentrale Ahrensburg fast ausschließlich vor Computer-Bildschirmen. Sie entwickeln, organisieren und kommunizieren hier wie in einem New-Economy-Startup. So wie Sascha Nast, der mithilfe von diversen Tabellen auf zwei Bildschirmen und mit dem Headset die freiberuflichen Fahrer in ganz Deutschland koordiniert. "Durch uns schickt der Kunde sein Fahrzeug ganz einfach von A nach B", erklärt der Disponent. Etwa 40 000 Fahrzeugüberführungen pro Jahr werden so organisiert.

Was Kroschke von seinen Mitbewerbern unterscheidet, sind Komplett-Angebote aus einer Hand. Die modular aufgebauten Leistungen stellt sich jeder Käufer individuell zusammen. Das lässt sich am neusten Kroschke-Angebot zeigen: Seit kurzem kann man seinen Gebrauchtwagen kostenlos mit dem Tochterunternehmen carsale24 verkaufen. Einen Käufer finden, das Auto abholen, einen fairen Preis verhandeln und die Fahrzeugdaten verwalten – das alles übernehmen die Profis für den Privatverkäufer.

Für jeden eine Lösung

Das Geheimnis für das enorme Wachstum von einer Prägestelle in Braunschweig zu einem deutschlandweiten Filialnetz mit der Produktion von 6,2 Millionen Kfz-Kennzeichen und 500 000 Zulassungen pro Jahr, liegt in der Philosophie, die auch im Firmenmotto ihre Formel findet: "Kroschke | Signs and Service. Wir machen Autos mobil." Das Unternehmen erspürt und erfüllt mit Full-Service-Angeboten rund um das Kraftfahrzeug die Bedürfnisse seiner Kunden.

Ein Beispiel: Wer sein Auto beim Straßenverkehrsamt an- oder ummelden muss, sich aber die lange Wartezeit ersparen möchte – nutzt die virtuelle Zulassung. Der Antrag wird per Online-Formular gestellt, den Rest regeln die Kroschke-Mitarbeiter. Nach ein paar Tagen sind Kennzeichen, inklusive Siegeln, Feinstaubplaketten und Rahmenhalter beim Kunden.

Da für jeden Kunden eine individuelle Lösung geschaffen wird, fordern viele Arbeitsbereiche eine hohe Flexibilität: Ein Projektmanager, der zehn verschiedene Auftraggeber betreut, muss sich mit Sachbearbeitern abstimmen, neue Ideen bei den Programmierern beauftragen, Produkte testen und dem Kunden präsentieren. Transparenz erleichtert dieses Multitasking: Denn jeder Mitarbeiter hat die Arbeitsfelder seiner Kollegen durch Jobrotation selbst kennengelernt.

Ein anderes Beispiel: Wer schon einmal ein Leasing- oder ein Leihfahrzeug genutzt hat, kennt die langwierige Über- und Abnahmeprozedur mit verschiedenen Formularen, auf denen der Zustand des Fahrzeugs ausführlich dokumentiert werden muss. Abhilfe bietet eine App aus dem Hause Kroschke: das elektronische Schadensprotokoll. Damit werden alle Mängel am Fahrzeug via Tablet-PC dokumentiert und online übermittelt.

"Auf diese Weise können alle Schäden fotografisch und schriftlich erfasst werden und mit einem Mausklick direkt übermittelt werden", erklärt Patrick Uecker, Mitentwickler der App. Doch nicht nur Privatkunden profitieren von den Service-Paketen, sondern vor allem die 12 000 Autohaus-Kunden und Unternehmen mit einem Fuhrpark wie Mietwagen-Unternehmen oder Leasinggesellschaften. In der Zentrale in Ahrensburg lagern zum Beispiel etwa 1,1 Millionen Fahrzeugbriefe und Autoschlüssel von Großkunden.

Zulassung der Zukunft

Mit der Kompetenz von über 50 Jahren Branchenerfahrung bedient das Unternehmen seine Kunden mit klassischen Leistungen wie Kennzeichen, Versicherungen und Beratung, aber auch mit Speziallösungen zu komplizierten Fragen zu Zoll- und Steuerrecht. "Wir wollen einmal das Amazon des Zulassungswesens werden", beschreibt Geschäftsführer York Schmidt zur Nedden die Vision für das Unternehmen.

"Geht nicht, gibt’s nicht", lautet der Anspruch und Ansporn bei Kroschke – in diesem Sinne wird der Schilderkönig die Branche auch in Zukunft prägen.


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