Kleiderwahl Das passende Outfit für den Jobstart

Zum Jobstart reicht selten das Räuberzivil aus der Uni. Jetzt ist wesentlich seriösere Kleidung angesagt. Doch wonach soll man sich in diesem Fall orientieren und was ist beim Einkauf zu beachten? Welche Klamotten für Mann und Frau sein müssen und was sie kosten erfahren Sie hier.

Ulrike Heitze | , aktualisiert

Mit Jeans, T-Shirt und Turnschuhen können sich Jobeinsteiger selten in ihrer neuen Position profilieren. Das gilt für die Bank ebenso wie für die Kanzlei und Beratung. Es muss also etwas Schickes her.

ANZÜGE Zwei, besser drei Stück braucht man, wenn man täglich einen Anzug tragen muss. Gängige, gut kombinierbare Farben zum Einstieg: Schwarz, Blau, Mittelgrau/Melange. Für die Grundausstattung keine Experimente mit Nadelstreifen oder Karos. Die sind unflexibler. Gutes Material, weil unempfindlich: Wolle, mittelschwere Tropical-Qualität. Explizite Sommer- oder Winterstoffe müssen erst mal nicht sein. Der Anzug kann in Farbe und Qualität klassisch sein, mit Accessoires wie Krawatte und Einstecktuch wertet man ihn auf. Sinnvoll für den Anfang: einen schlichten Anzugstil wählen, einreihig, mit zwei Knöpfen. Für alles andere braucht man modische Übung. Kosten: Es muss keine Maßkonfektion oder ein Designerstück sein, einen Anzug mit Stil gibt's ab 250 Euro. Wichtig sind der Schnitt und die Verarbeitung. Und: bei der Passform beraten lassen. Deutsche Männer kaufen laut Andreas Baumgärtner, Design-Vorstand der Modemarke Marc O'Polo, oft und gerne zu groß.

HEMDEN Fünf bis sieben Stück dürften vorerst reichen. Klassische Starterpack-Farben sind Weiß, Hellblau und Weiß mit dezenten farbigen Streifen in Blau, Rot, Lila, Grün, Apricot. Andere Farben wie Lila oder Grün und wilde Muster mit Punkten oder Rauten machen das Kombinieren schwer und sind eher etwas für die zweite Einkaufsrunde. Baumgärtner rät sogar: Lieber fünf weiße Hemden nehmen, als farblich querbeet zu mischen. Das nehme einem viel Stress. Beim Kragen klassisch zeitlos bleiben, zum Beispiel mit Haifisch, Kent oder französisch. Bügelfreie Materialien ruhig mal testen. Funktionieren gut, aber nicht jeder mag's tragen. Kosten: Beim Hemd lässt sich sparen. Der Preis schlägt sich hauptsächlich bei der Bügelfreundlichkeit nieder.

KRAWATTEN Drei bis vier sollte man im Schrank hängen haben. Mit einer Krawatte lässt sich jedes Casual-Outfit veredeln und jeder klassische Anzug modernisieren. Ideal: Karos, Streifen, Punkte oder Paisley, auch in kräftigen Farben, aber nicht zu wild gemustert oder zu bunt. Kosten: Günstige Modelle für 20 Euro tun es für den Anfang.

JEANS In der Regel nichts für die Business-Garderobe, sind aber je nach Job und Anlass in Ordnung - zum Beispiel in kreativen Berufen oder bei lockeren Terminen. Mit einem guten Sakko sieht es dann edel genug aus. Bedingung: Die Jeans muss einwandfrei sein, nicht zu verwaschen und ohne Löcher oder Fransen. Kosten: Modell muss nicht teuer sein, sollte aber gut aussehen.

SCHUHE Gute Schuhe werten jedes Outfit auf, schlechte zerstören den besten Eindruck. Deshalb hier niemals schludern. Im Starterpack am besten: klassische schwarze Lederschuhe. Gepflegte Turnschuhe zum Anzug gehen in Kreativbranchen auch schon mal. Trotzdem erst testen und sehen, was die Kollegen tragen. Kosten: Hier darf nicht gespart werden. 200 Euro aufwärts muss man pro Paar einplanen.

UHR & ACCESSOIRES Eine auffallend teure Uhr ist bei Jobstartern nur akzeptabel, wenn sie ein Erbstück ist. Ansonsten sollte die Rolex noch ein paar Jahre warten. Lieber mit elegantem, stilvollem Mittelmaß beginnen. Auch auffällige Manschettenknöpfe sind übertrieben. Kosten: Eine Ausgabe, auf die man zunächst verzichten kann. Die Funktionalität sollte zählen. Und wenn's ein feineres Modell sein soll: sich selbst zum ersten Erfolg schenken.

PULLI, PULLUNDER, STRICKJACKE Die Kombination Sakko-Hemd-Krawatte ist zu langweilig? Strickwaren sind die Lösung. In informellen Branchen geht's ohne Sakko darüber. Auch hier gilt: dezente Farben. Experimente mit kräftigen Tönen für später aufheben, die belasten derzeit nur das Budget und müssen geübt werden. Tipp: feste, nicht ganz so kuschlige Wolle kaufen, die bildet keine Knötchen. Kosten: Ansprechende Wollqualität gibt's für unter 100 Euro.

Frauen können zwar mehr kombinieren, gleichzeitig müssen sie aber über ihre Kleidung, stärker als Männer, Kompetenz und Selbstbewusstsein transportieren. Problem ist häufig die Passform.

ANZUG Um Hosenanzüge wird frau im Berufsleben kaum herumkommen. Zwei bis drei Stück sind ideal, wenn der Firmen-Dresscode ihn täglich vorschreibt. Mit Anthrazit, Schwarz und Dunkelblau können Jobstarter am wenigsten falsch machen. Ergänzt wird der Anzug bei Bedarf mit einem farbigen T-Shirt oder einer Bluse. Gute Materialien: Wolle oder Baumwollmischungen mit Stretchanteilen - das knittert weniger. Kostüme mit Rock und Sakko sind in Ordnung, wirken aber schnell hausbacken. In gut sitzenden Hosenanzügen werden Frauen kompetenter und selbstbewusster wahrgenommen. Kosten: Das teuerste Kleidungsstück. Andreas Baumgärtner, Design-Vorstand von Marc O'Polo, rät, hier nicht zu sparen: "Damenanzüge brauchen einen Superschnitt und sehr gute Qualität, damit alles sitzt. Es ist nicht einfach, einen guten Anzug zu finden." Mit 200 Euro pro Modell wird man kaum auskommen. Die Pollymolly-Varianten von Billiglabels sind verboten, wenn einem die eigene Reputation etwas wert ist.

BLUSEN Gehören zwangsläufig zum Anzug. Eine Handvoll wird man sich zulegen müssen. Je nach Branche eher auf klassische Farben wie Weiß, Hellblau oder Weiß mit farbigen Streifen setzen. Vereinzelt kann man ein bisschen Lila beimischen. Grundsätzlich gilt: Farben und Muster am Anfang begrenzen, dann kombiniert es sich leichter. Wichtig: eine gute Schnittführung, die für eine schlanke Silhouette sorgt. Kosten: Müssen nicht teuer sein, aber gut passen.

T-SHIRTS Das Untendrunter für die entspannten Tage. Vier, fünf Stück, mehr muss man zunächst nicht im Schrank liegen haben. Am flexibelsten bleibt man mit Weiß und Schwarz. Experimente mit schrillen Farben gehen schnell schief, erst mal am Casual Friday probieren. Kosten: Wenn die Passform stimmt - nicht zu eng und tief ausgeschnitten - darf es auch Aktionsware sein. Im Schlussverkauf zuschlagen.

PULLI, TWINSET, STRICKJACKE Unter der Anzugjacke oder alternativ dazu können Frauen mit Strickwaren zur Hose oder zum Rock viel kombinieren. Mit zwei, drei Exemplaren zum Einstieg lässt sich schon einiges erreichen. Starterpack-Farben sind klassisch: Beige, Rosa, Hellblau oder Schwarz. Kräftige, satte Farben setzen Akzente, schränken die Kombi-Möglichkeiten aber ein. Tipp: Festere Garne pillen nicht so schnell, bilden also weniger Knötchen, der Pulli bleibt länger frisch. Kosten: Für rund 100 Euro lassen sich Pullis und Jacken finden, die länger als nur drei Waschgänge halten.

SCHUHE Wie bei Männern gilt: Die Qualität muss gut, der Zustand gepflegt sein. Mit ein, zwei schlichten, schwarzen Lederexemplaren wird man am weitesten kommen. Andere Farben lassen sich später nachschieben. Die Absatzhöhe ist Geschmackssache. Von flach bis acht, neun Zentimeter ist alles drin, sofern man darauf laufen kann. Turnschuhe zum Anzug passen je nach Branche und Anlass. Gar nicht gehen Highheels, Flip-Flops und Öko-Sandalen. Kosten: Frauen müssen für ihre Schuhe längst nicht so viel ausgeben wie Männer, zu sehr sollte man an der Qualität aber auch nicht sparen. Mit 100 Euro pro Paar rechnen.

JEANS Eine gute Jeans ohne Löcher, die ordentlich sitzt und nicht zu ausgewaschen ist, und ein hochwertiger Blazer dazu passen bei zwanglosen Terminen oder Einladungen jenseits von Banken immer. Kosten: Günstig, hat man noch irgendwo im Schrank.

SCHMUCK, TÜCHER & CO Weniger ist mehr, sagt Andreas Baumgärtner. Lieber Geld für zwei, drei Teile wie eine klassische Uhr, dezente Ohrringe, eine hochwertige Tasche oder ein tolles Tuch ausgeben, als auf allzu modischen und protzigen Billigschmuck zu setzen. Das ruiniert optisch jeden noch so guten Anzug. Kosten: 100 bis 200 Euro dürften reichen. Taschen sind dagegen teurer. Tipp: zum Diplom schenken lassen.

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