Karrierechancen Arbeitgeber-Check via Praktikum

Europäische Studierende machen sich am liebsten persönlich ein Bild ihres zukünftigen Arbeitgebers. 60 Prozent bewerten Praktika als den entscheidenden Einflussfaktor für die Karriereplanung.

AK | , aktualisiert

Arbeitgeber-Check via Praktikum

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Foto: GiZGRAPHICS/Fotolia.com

Als echte Form des Berufseinstiegs wählen in Deutschland nur knapp ein Viertel der Wiwi-Studierenden den Weg über ein Praktikum, wie eine neue Studie feststellt. Doch auch wenn die "Generation Praktikum" in Deutschland bisweilen immer noch gesellschaftspolitisch diskutiert wird – in Europa sind Praktika generell als Berufseinstieg beliebt.

Spitzenreiter sind Frankreich und Italien, in denen 58 bzw. 53 Prozent der Studierenden der Wirtschaftswissenschaften (Wiwi) als ideale Form des Berufseinstiegs sehen. Bei den Ingenieuren ergibt sich ein ähnliches Bild, auch hier liegen Frankreich und Italien mit 64 bzw. 60 Prozent vorn, von den deutschen Nachwuchsingenieuren möchten lediglich 35 Prozent ein Praktikum als Sprungbrett in den ersten Job nutzen.

Die Unternehmen müssen also etwas tun. Denn allein mediale Präsenz gibt noch keinen Ausschlag: Nicht einmal ein Drittel der europäischen Studierenden lässt sich dadurch beeinflussen. Das sind Ergebnisse einer Studie der Franz Haniel & Cie. GmbH zu Karriereambitionen der Generation Y. Dazu wurden die Daten von 925 europäischen Studierenden der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften ausgewertet.

Einfluss auf persönliche Karriereziele

Als studienbegleitende, praktische Erfahrungen haben Praktika ebenfalls einen großen Einfluss auf die persönlichen Karriereziele der europäischen Studierenden: 60 Prozent der Studienteilnehmer bewerten Praktika als einen entscheidenden Faktor für die Pla-nung ihrer Karriere.

Im europäischen Vergleich stufen 74 Prozent der französischen Studierenden und auch 63 Prozent der deutschen Studierenden die Bedeutung von Praktika sogar höher ein als der Durchschnitt.

Was aber zählt noch bei der Karriereplanung?

Das soziale Umfeld spielt eine wichtige Rolle: 37 Prozent der befragten Studierenden werden von ihren Freunden beeinflusst und die eigene Familie prägt den beruflichen Werdegang bei 35 Prozent der europäischen Studierenden.

Wenn Studierende Medien für ihre Karriereplanung nutzen, greifen drei Viertel besonders häufig auf das Internet zurück. Auch Unternehmenswebsites sind bei mehr als zwei Drittel der Befragten beliebt.

Social Networks spielen dagegen eine untergeordnete Rolle: 21 Prozent nutzen dieses Medium, um ihre Karriere zu planen.

"Studierende schauen heute mit realistischem, zunehmend auch kritischem Blick auf die Arbeitswelten in den Unternehmen. Umso wichtiger ist eine glaubwürdige und authentische Personalkommunikation, die nicht allein auf Hochglanzbilder setzt, sondern ein authentisches Bild als Arbeitgeber zeichnet, der seine Versprechen auch halten kann", sagt Peter Sticksel, Direktor Personal bei Haniel und Initiator der Untersuchung.

Italiener sind besonders scharf auf Karriere

Bei den Karrierezielen unterscheiden sich die Studierenden in Europa deutlich voneinander. Italiener sind am stärksten karriereorientiert: 93 Prozent der Befragten ist es wichtig, Karriere zu machen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen französische Studen-ten mit 80 Prozent und ungarische Studierende mit 79 Prozent.

Weniger ehrgeizig sind junge Deutsche: Lediglich zwei Drittel sind hierzulande karriereorientiert.

Unsicherheit über den Einstieg als Trainee

Noch unsicher zeigen sich die Studienteilnehmer bei der Wahl von Trainee-Programmen als Berufseinstieg. Eindeutig bevorzugen sie den Direkteinstieg, wenn es nicht das Praktikum sein kann. "Trainee-Programme sind in den vergangenen Jahren an Anzahl und Bedeutung gestiegen. Es gibt kaum ein größeres Unternehmen, das nicht ein entsprechendes Programm anbietet", ergänzt Sticksel.

Da es für Unternehmen keine offiziellen Standards gebe, bestehe Unsicherheit über die Qualität der einzelnen Programme. "Seriöse Programme sind jedoch in die Nachwuchs- und Führungsentwicklungspolitik der Unternehmen eingebettet und bieten mindestens die gleiche Perspektive wie ein Direkteinstieg."

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