Karriere Welche Ausbildung mehr Gehalt verspricht

Ein Studium lohnt sich in den meisten Fachrichtungen. Das diese Aussage zumindest im finanziellen Bereich zutrifft, zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). In einigen Fächern könne aber auch mit einer beruflichen Ausbildung ein hoher Lohn erreicht werden.

wiwo.de | , aktualisiert


Foto: Thomas Weißenfels/Fotolia

Ausbildung vs. Studium

Die höchsten Stundenlöhne werden in den klassischen Universitätsfächern Medizin, Betriebswirtschaftslehre und Jura erzielt. Aber auch in einigen Fächern der beruflichen Ausbildung, vorwiegend im kaufmännischen Bereich, können Abiturienten einen Lohn erwarten, der über dem Durchschnittslohn von Personen mit Abitur insgesamt liegt.

Die technischen und naturwissenschaftlichen Fächer gehören – trotz des oft diskutierten Mangels an Absolventen – nicht zu den "Top"-Fächern hinsichtlich des zu erwartenden Lohns. Dies gelte insbesondere für Frauen, schreiben die wissenschaftliche Mitarbeiterin Daniela Glocker und die Doktorandin Johanna Storck, die die Studie durchgeführt haben. 

Die DIW-Untersuchung stützt sich auf Daten des Mikrozensus der Jahre 2005 bis 2008. Seit 2005 werden Universitätsabsolventen als auch Absolventen einer beruflichen Ausbildung nach ihrem Fach gefragt. Diese Studie konzentriert sich auf Personen im Erwerbsalter von 21 bis 65 Jahren, die ein Abitur haben.

Die Methode

Ihnen stehen alle drei Ausbildungswege (Universität, Fachhochschule und betriebliche Ausbildung) offen. Insgesamt wurden 69 Fächer für Männer und 65 Fächer für Frauen untersucht. Die Studie basiert auf 190.133 Individuen. 

Den höchsten Stundenlohn erreichen Männer und Frauen in den Studienfächern Zahnmedizin und Medizin. Bei den Männern folgen die Bereiche Betriebswirtschaftslehre und Jura. Interessant ist, dass Frauen mit dem Abschluss eines Lehramtsstudiums ein höheres Gehalt bekommen als Absolventinnen eines BWL-Studiengangs.


Foto: Thomas Weißenfels/Fotolia

Den geringsten Stundenlohn mit einem akademischen Abschluss erreichen Männer in den Fächern Sozialarbeit (Universität und Fachhochschule), Geschichte, Regionalwissenschaften (Uni) und Architektur. Frauen verdienen am wenigsten mit einem Abschluss in den Fächern Architektur (FH), Bauingenieur (FH und Uni), Mathematik (FH) und Maschinenbau (FH).

Nicht für alle Fachrichtungen ist es zutreffend, dass ein Studium ein höheres Gehalt nach sich zieht. Männer können insbesondere als Versicherungskaufmann oder in der Buchhaltung relativ hohe Stundenlöhne erzielen. Die Löhne übersteigen zum Beispiel die eines Lehramtsabsolventen, eines Absolventen der Geisteswissenschaften oder auch einiger ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächer.

Diesem Ergebnis stehen allerdings die Ausbildungen in technischen Fächern gegenüber. In den Bereichen Feinmechanik, Maschinenbau, Hoch- und Tiefbau schneiden Absolventen einer beruflichen Ausbildung finanziell schlechter ab als eine diejenigen die eine akademische Qualifizierung in einem ähnlichen technischen Bereich erlangt haben.

Geschlechterunterschied

Bei den Frauen haben die beiden Wissenschaftlerinnen ermittelt, dass mit einer beruflichen Ausbildung in den Bereichen Informatik, Marketing und Werbung, Öffentliche Sicherheit, Medizinische Dienste, Versicherung und Finanzen, Fremdsprachen und Transporttechnik anschließend relativ hohe Stundenlöhne gibt.
 
Unterdurchschnittlich wird dagegen in den akademischen Fächern Regionalwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Sozialarbeit, Maschinenbau, Mathematik und Bauingenieurwesen verdient.


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Angesichts dieser Lohnunterschiede nach Geschlecht überrascht es die beiden Untersucherinnen kaum, dass der Anteil an Männern in der Sozialarbeit gering ist, während Frauen noch immer relativ schwach in den Ingenieurwissenschaften vertreten sind.

Im Jahr 2009 begannen beispielsweise 11.334 Frauen ein Studium der Sozialen Arbeit, während es nur 3151 Männer waren. Im gleichen Jahr schrieben sich 41.122 männliche Studienanfänger für Maschinenbau ein – allerdings nur 4.546 Frauen.

Nach Meinung der Wissenschaftlerinnen könnte ein gewisser Teil der Studienplatzwahl von Männern und Frauen auf die anschließende Gehaltserwartung zurückzuführen sein. Aktuell wird sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft angestrebt, mehr Frauen in die bislang stark von Männern dominierten Berufe zu bringen.

Der Erfolg dieser Maßnahmen wird aber bestimmt davon abhängen, ob es gelingen wird, in diesen Bereichen mehr Chancengleichheit und vor allem bessere Verdienstmöglichkeiten für Frauen zu erreichen.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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