Jobzufriedenheit Höhere Ansprüche mit steigendem Gehalt

Geld allein macht nicht glücklich – so lange genug vorhanden ist. So zeigt eine Datenanalyse, dass Work-Life-Balance und Unternehmenskultur für Mitarbeiter erst dann wirklich wichtig werden, wenn sie genug verdienen.

Kerstin Dämon, wiwo.de | , aktualisiert

Höhere Ansprüche mit steigendem Gehalt

Gehalt und Jobzufriedenheit

Foto: skypicsstudio/Fotolia.com

Geld verändert Menschen, heißt es. Zumindest aber verändert es ihre Ansprüche an die Arbeitswelt, wie eine Datenanalyse der Arbeitgeberbewertungsplattform Glassdoor zeigt. Während die reiche Chefärztin dringend mehr Zeit für ihre Familie und sich will, möchte der unterbezahlte Lagerist vor allem mehr Geld verdienen – und legt dafür gerne mehr Überstunden ein. Wie wichtig Work-Life-Balance und der Büro-Kicker sind, ist nämlich keine Generationenfrage. Wer von seiner Arbeit nicht oder nur schlecht leben kann, dem zahlt auch die schönste Unternehmenskultur die Miete nicht.

Die Untersuchung basiert auf Daten von mehr als 615.000 Nutzern, die im Zeitraum zwischen 2014 und 2017 auf Glassdoor ihren Arbeitgeber bewertet haben sowie eine Gehaltsangabe gemacht haben. Daraufhin haben die Glassdoor-Analysten mit Hilfe einer linearen Regression sechs Arbeitsplatzfaktoren untersucht: Unternehmenskultur und -werte, den Einfluss der Führungskräfte, Aufstiegsmöglichkeiten, die Zukunftsaussichten des Unternehmens, die Work-Life-Balance und die Vergütung.
 
Alle diese Faktoren sind für die Jobzufriedenheit wichtig – aber nicht alle sind für jeden Mitarbeiter gleich wichtig. 

Der Stellenwert von Unternehmenskultur steigt mit dem Einkommen

Schaut man sich die Daten aller 615.000 Nutzer unabhängig von ihren Gehältern an, ist die Unternehmenskultur für Mitarbeiter das Wichtigste. Sie macht 22,1 Prozent Anteil an der Gesamtzufriedenheit aus. Danach folgen Management und Vorgesetzte (21,1 Prozent) sowie die Karrieremöglichkeiten (18,8 Prozent). Dieses Ergebnis deckt sich mit den Resultaten einer Studie aus dem Jahr 2015. Eine nachrangige Rolle spielen die Geschäftsaussichten (13,9 Prozent), die Work-Life-Balance (12,1 Prozent) sowie die Vergütung und Zusatzleistungen (12 Prozent).

Teilt man die Nutzer in vier Einkommensgruppen ein und schaut sich dann deren Präferenzen an, sieht das Bild anders aus: Wer weniger als 40.000 Dollar im Jahr verdient, für den ist der Faktor Vergütung mit 12,8 Prozent wichtiger als die Work-Life-Balance. Bei den Teilnehmern, die ab 120.000 Dollar aufwärts pro Jahr verdienen, trägt das Gehalt nur noch mit einem Anteil von 9,8 Prozent zur Zufriedenheit bei.

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