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Italien In Massenveranstaltung punkten

In Italien gibt es keine speziellen Schulen oder Universitäten, die den Nachwuchs an Verwaltungsoder Ministerialbeamten ausbilden. Stattdessen setzen die Italiener auf die sogenannten „Concorsi Pubblici“, das sind öffentliche Ausschreibungen inklusive schriftlichem Examen für Bewerber.

Katharina Kort | , aktualisiert

Zu diesen Massenveranstaltungen strömen Tausende oder auch Zehntausende Kandidaten, die sich für einen Job im Staatsdienst interessieren. Zugelassen als Bewerber sind in den meisten Fällen Juristen und Politikwissenschaftler, je nach Arbeitsgebiet auch Ökonomen oder Absolventen anderer Fachrichtungen.

Für das persönliche Gesamtergebnis zählen außer dem jeweiligen Concorsi-Pubblici-Resultat auch diejenigen Punkte, die ein Kandidat zuvor durch seinen Universitätsabschluss oder Zusatzqualifikationen erworben hat. Daraus resultiert schließlich ein Ranking aller Teilnehmer. Im Falle des Verzichts einzelner Kandidaten rücken jene mit der nächsthöheren Punktzahl nach.

In Italien bereitet traditionell vor allem die Fakultät Politikwissenschaften – ein Mischstudium aus Jura, Wirtschaft und Geschichte – die Studenten auf die Concorsi vor, in denen meist auch die Allgemeinbildung geprüft wird. Renommiert ist zum Beispiel Europas älteste Universität in Bologna. Vor allem jene Staatsdiener in spe, die sich innerhalb des Fachbereichs Politikwissenschaften auf den Bereich Öffentliche Verwaltung spezialisieren, und damit auch Verwaltungsrecht belegen, haben gute Karten, die Concorsi Pubblici zu bestehen. Außer der universitären Vorbereitung hat sich rund um die Concorsi Pubblici ein florierendes Geschäft mit privaten Vorbereitungskursen entwickelt, einige davon aber von eher zweifelhaftem Ruf.

Fair und transparent

Formal betrachtet, wirkt das System der Concorsi Pubblici äußerst fair und transparent. Doch in der Praxis sieht das Bild anders aus: Häufig zählen die Beziehungen der Kandidaten mindestens genau so viel wie ihr Wissen. Das zeigen immer wieder die Skandale, in denen einzelne Kandidaten übergangen wurden oder Bewerber mit guten Beziehungen die Examensfragen schon vor der Prüfung kannten. Kritiker dieses Bewerbungsverfahrens weisen darüber hinaus auf die auffällig hohe Quote der aus Rom stammenden Personen im öffentlichen Dienst Italiens hin.

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