Intrigen Hinterlistige Machtspiele im Büro

Hinterlistige Kollegen, heimtückische Chefs - überall im Alltag lauern gemeine Fallen. Die Psychologin Regina Michalik hat ein Buch über die fiesen Machtspiele im Büro geschrieben.

Jochen Mai, Manfred Engeser / wiwo.de | , aktualisiert

Der entscheidende Hinweis war hinter einem Kinderfoto versteckt: eine E-Mail-Adresse, über die angeblich Kinderpornos abgerufen worden waren. Eine Truppe aus Mitarbeitern der HSH Nordbank und der beauftragen Sicherheitsfirma Prevent war das Beweisstück im September 2009 in die Hände gefallen, als sie das Büro von Konrad R.* durchsuchten. Der war damals noch Büroleiter der HSH in New York.

Konrad R. wurde fristlos gefeuert, der New Yorker Bezirksstaatsanwaltschaft ermittelte, doch am Ende entpuppte sich die Razzia als fingiert, der vermeintliche Kinderporno-Beleg als untergeschoben und Konrad R. als Opfer einer Intrige. Nach Berichten diverser renommierter US-Anwälte, die mit dem Fall befasst waren, schien dahinter eher der Versuch zu stecken, Konrad R. loszuwerden – jedoch ohne die übliche Millionenabfindung.

Schon 2007 soll die HSH-Spitze demnach versucht haben, den Manager rauszuschmeißen. Doch weder der Vorwurf, Spesenbelege falsch abgerechnet zu haben, noch eine Klage wegen mutmaßlicher Diskriminierung zweier Mitarbeiterinnen waren erfolgreich. Im aktuellen Fall zog Konrad R. schließlich gegen die Bank vor ein New Yorker Gericht. Die Sache endete mit einem Vergleich, beide Seiten vereinbarten Stillschweigen. Dem Vernehmen nach aber zahlte die Bank ihrem Ex-Büroleiter mehrere Millionen Dollar Entschädigung.

Drei Grundformen

Ob in Boulevardblättern oder Nachrichtenmagazinen, auf der Wirtschaftsseite oder unter Vermischtes – überall trifft man auf Intrigen. Wenn Sie das Wort in eine der gängigen Suchmaschinen eingeben, spuckt Ihr Computer in Sekunden eine lange Liste von Einträgen aus. Doch es ist schwer zu entscheiden, ob da, wo Intrige draufsteht, auch wirklich eine drin ist.

Gustav Adolf Pourroy, Soziologe und Intrigenexperte, beschreibt drei Grundformen von Intrigen. Die erste, den direkten Angriff auf das Opfer, nennt er den Billardstoß. So kann beispielsweise eine Kündigung, die an sich ja noch keine Intrige ist, eingebettet sein in eine geplante Vielfalt von Angriffen wie Verleumdungen oder Demütigungen. Wie ein Billardspieler eine Kugel trifft, damit sie eine zweite und diese wiederum eine dritte anstößt, bevor sie ins Loch fällt, so gibt es in der Kunst der Intrige die gezielte Kettenreaktion, die im optimalen Fall für den Intriganten so abläuft, wie er sie berechnet hat.

Die zweite Form zielt auf die Achillesferse des Opfers. Bei dieser Variante wird also bewusst eine Schwachstelle genutzt. Diese kann eine ganze Figur sein – wie im Schach, wenn etwa der König von einem einfachen Bauer zu Fall gebracht wird. Oder eine Eigenschaft der betroffenen Person, die sprichwörtliche Leiche im Keller. Achillesfersen sind meist wunde Punkte aus Vergangenheit und Gegenwart, Beruflichem und Privatem: Alkohol- oder Eheprobleme, Sexgeschichten oder Auftrittsangst, unzureichende Englischkenntnisse bis hin zu Zuneigungen zu einem bestimmten Kollegen oder Vorgesetzten.

Das Komplott

Bleibt noch das Komplott als dritte Form. Also das Bündnis von mehreren, um jemandem zu schaden – beispielsweise wenn sich der Vorgesetzte mit einem Kollegen zusammentut, um einen Mitarbeiter loszuwerden. Alle drei Grundformen können freilich auch kombiniert werden. Was als direkter Angriff begann, kann durch gezieltes Nutzen von Schwächen verstärkt und mithilfe eines Komplotts vollendet werden.

So ähnlich war es auch bei Friedrich H.*. Dessen Laufbahn endete mit 22 Tagen -Untersuchungshaft. Als im Mai 2008 die Handschellen klicken, werden dem -ehemaligen Abteilungsleiter im NRW-Umweltministerium Geheimnisver-rat, Vorteilsnahme und Bestechung vorgeworfen. Er soll einer Gruppe von -Professoren und Unternehmern Aufträge zugeschanzt haben und als Gegenleistung einen Frankreich-Urlaub sowie ein Laptop und einen Kleinwagen er-halten haben. Der Schaden laut Staatsanwaltschaft Wuppertal: rund 4,3 Millionen Euro.

* Name geändert

(Artikel zuerst erschienen auf wiwo.de)

Die Ermittlunen ziehen sich bis Ende 2009. Telefonate werden abgehört, E-Mails ausgewertet, beim LKA die Sonderkommission „Stuhl“ eingerichtet und eine bundesweite Razzia mit 270 Polizisten angeordnet – es entsteht eine 8000 Seiten dicke Dokumentation, die allerdings einen ganz anderen Schluss zulässt: Friedrich H. ist Opfer eines Komplotts.

Der angebliche Frankreich-Urlaub entpuppt sich bald als selbst bezahlter -Besuch einer Fischtreppen-Anlage, das Laptop als längst zurückgegeben, und den kostenlos zur Verfügung gestellten Kleinwagen hat die beschuldigte Firma nie besessen. Umso wahrscheinlicher ist, dass der Grünen-Sympathisant Friedrich H. kurz nach dem NRW-Regierungswechsel in Ungnade fiel. Als Umwelt-Überzeugungstäter hatte er zum Unwillen des neuen CDU-Ministers Eckhard Uhlenberg auf eine aufwendige Verbesserung der Wasserqualität der Ruhr gedrängt. Danach nahm die Sache ihren Lauf.

Laut dem Online-Portal „Ruhrbarone“ soll der Leiter des Disziplinarreferats die Ermittlungen „befeuert“ haben, „wo er konnte“. Er habe belastendes Material gegen Friedrich H. gesammelt, bis es für eine Kündigung reichte. Kurz darauf tauchten erste Presseartikel auf, Korruptionsanzeige wurde gestellt, die Staatsanwaltschaft Düsseldorf legt die Akte „50 AR 6/06“ an. Allerdings: Den eigenen Korruptionsbeauftragten schaltete das Ministerium nicht ein, obwohl das eigentlich dessen Pflicht gewesen wäre. Die Anschuldigungen stützen sich jedoch nur auf vage Behauptungen, allenfalls Indizien, aber sie genügen, um ein in die Ermittlungen hineingezogenes Unternehmen zu zerstören und Friedrich Hs. Privatleben zu ruinieren.

Soziales Umfeld

Intrigen entwickeln sich in und durch ein soziales und betriebliches Umfeld. Besonders da, wo Menschen anders schwer etwas bewirken können, greifen sie zur Intrige. Wo sie nicht wissen, wie sie ihre Position verbessern können, wo weder Geld und Macht noch Ruhm und Ehre zu erlangen sind, wo Aufstiegs- und Entlohnungskriterien intransparent sind, Hierarchien und Entscheidungsstrukturen unklar oder starr.

Intrigenförderlich sind auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen: Der unsicherer werdende Arbeitsmarkt, die dynamisch steigende Staatsverschuldung, die Debatte um die fallenden Renten, alles das lässt die Angst wachsen um den Job und den Betrieb, das Ersparte und die Rente, das Heute und das Morgen.

Zusätzlich gibt es meist noch einen -konkreten, letzten Anlass zur Intrige - ein „noch mehr“ und damit „zu viel“. Der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass überlaufen und den Intriganten handeln ließ. Häufig dient auch ein „neu“, oder „anders“, eine radikale Veränderung, eine Neubesetzung oder Umstrukturierung dazu, die Intrige ins Laufen bringen. Während und nach Fusionen und Umstrukturierungen steigt die Intrigengefahr deutlich. Ebenso spielen Ressourcen eine große Rolle: Ist ein wichtiges Gut unsicher oder knapp, so steigt die Konkurrenz darum, egal, ob es um Arbeitsmaterial geht oder um Anerkennung.

Überhaupt Anerkennung: Wenn sie durch Managementfehler als knapp gehandelt wird, in ihrer verbalen, formalen oder materiellen Form, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand intrigante Mittel einsetzt. Dabei ist es meist nur schwer möglich, Opfer und Täter, Mittäter und Mitwisser zu unterscheiden.

Sehr häufig Männer

Prominentes Beispiel: Dominique de Villepin. Der französische Ex-Premier habe eine Verleumdungskampagne gegen Nicolas Sarkozy gestartet, hieß es. Villepin wurde 2009 vor Gericht beschuldigt, gefälschte Listen einer Luxemburger Bank weitergegeben zu haben. In diesen Listen tauchten Konten auf, über die Schmiergeld für Rüstungsgeschäfte gezahlt wurde. Angeblicher Profiteur dieser Geschäfte: der derzeitige Premierminister Sarkozy.

Erst galt Villepin als Fälscher dieser Listen, dann nur noch als der, der sie weitergegeben hatte, dann als der, der davon wusste und nichts unternahm. Schließlich wurde er freigesprochen, und Sarkozy, das ursprüngliche Opfer, stand nun im Verdacht, mit dem Prozess Rache an einem Rivalen üben zu wollen. Eine Intrigengeschichte mit Potenzial für viele Fortsetzungen, mindestens bis 2012; denn dann wird der Staatspräsident neu gewählt.

Intriganten sind ganz normale Menschen, allerdings sehr häufig Männer. Statistisch gesehen ist die Intrigenkompetenz bei Frauen geringer. Denn Frauen neigen weniger dazu, strategisch vorzugehen; sie spekulieren weniger auf einen zukünftigen Nutzen. Außerdem haben Frauen mehr moralische Skrupel, was ihre Lust, Intrigen zu spinnen, eindämmt.

Nicht, dass Frauen die besseren Menschen wären. Ihre Machtstrategien sind nur meist andere als die von Männern: Machtstrategien, die weniger Planung benötigen, aber mehr Emotionen. „Listen der Ohnmacht“ nannten Claudia Honegger und Bettina Heintz ihr Buch und die Strategien der Frauen. Das macht sie möglicherweise aber auch zu leichteren Opfern: Wer weniger geübt ist, strategisch zu planen, wird in der Gegenwehr Nachteile haben.

Generell sind Intriganten eher strategisch denkende Menschen. Intrigen erfordern eine komplexe Strategie. Intriganten schauen dabei nicht nur sachlich auf die Fakten, sondern auch auf die emotionale Seite. Sie haben eine hohe soziale Kompetenz, das heißt, sie beherrschen die entsprechenden Techniken. Denn um Intrigen zu schmieden, muss man sich in andere hineinversetzen können, ihre möglichen Motive, Gefühle und Gedanken entschlüsseln – die der Opfer wie die der möglichen Verbündeten. Und Letztere muss man überzeugen, dass sie mitmachen.

Aufträge werden auch vergeben

Die meisten Intriganten haben daher eine ausgeprägte Fähigkeit, die Figuren in ihrem Spiel klug auszuwählen, die Rolle des Opfers und der Verbündeten optimal zu besetzen. Kein Mafiaboss macht die Drecksarbeit selbst, auch der Graf von Monte Christo griff nicht selbst zum Dolch.

Zwar sind Auftragskiller bei Intrigen selten, aber Aufträge werden durchaus vergeben – an Verbündete, an Menschen, die mit am selben Strang ziehen. Die sind verlässlicher, weil es ihnen nicht nur um das Geld geht und sie im Zweifelsfall nicht untertauchen können. Fernab jeder Funktion treffen sich hier häufig Menschen auf Augenhöhe, mit dem einzigen Unterschied, dass einer der Anzettelnde ist. So wie in einer weiteren Intrige, die HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher anstieß – gegen seinen ungeliebten Vorstandskollegen Frank Roth, der als Maulwurf enttarnt werden sollte.

Gemeinsam mit dem Chefjustiziar stellt ihm Nonnenmacher im Februar 2009 eine Falle: Sie verschicken als vertraulich gekennzeichnete Unterlagen an jedes Vorstandsmitglied. Die Dokumente sind jedoch individuell präpariert. Tauchen sie außerhalb der Bank wieder auf, lässt sich das Leck eindeutig identifizieren. Tatsächlich landet wenig später ein anonymer Umschlag aus London, angeblich aus der Redaktion des „Guardian“, wieder bei der Bank – es ist die Kopie der ersten Seite des Dokuments, das Nonnenmacher seinem Kollegen Roth gab. Drei Wochen später stellt die Bank Strafanzeige gegen Roth, im April schickt sie ihm die außerordentliche Kündigung.

Doch die Staatsanwälte macht die „auffällige Häufung der belastenden Indiztatsachen“ ebenso stutzig wie die Umstände, unter denen das Papier zur Bank zurückkam. „Bemerkenswert“ erschien den Anwälten, dass ausgerechnet das für Roth markierte Papier auftauchte. Das Fazit der Strafverfolger: Roth sei „nach der Methode des Spurenlegens Opfer einer Falschbezichtigung geworden“.

Im Juni 2010 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein, Ende Januar 2011 einigten sich Aufsichtsrat und Ex-Vorstand auf einen Vergleich. Die fristlose Entlassung ist vom Tisch, Roth wird finanziell entschädigt. Gerüchte, wie etwa das der verorteten undichten Stelle, sind hervorragende und beliebte Werkzeuge in Intrigen, denn ihre Handhabung ist recht einfach. Kaum jemand verschließt die Ohren, wenn ein Gerücht die Runde macht.

Personenbezogene Gerüchte

Besonders beliebt sind personenbezogene Gerüchte. Dazu gehören nichteheliche Kinder und außereheliche Affären, ungewöhnliche Süchte und Leidenschaften, also alles, was in der Regenbogenpresse steht. Diese Mitteilungen werden häufig ohne ein gezieltes Schadensinteresse verbreitet – einfach aus Lust am Klatsch und aus der Befriedigung voyeuristischer Gelüste. Wie unterschiedlich die Gründe für die Beteiligung an Gerüchten auch sein mögen – mit ihnen sind häufig Emotionen verbunden. Sie helfen, einen psychischen Konflikt zu bewältigen, etwa bei Neid, verletzter Ehre oder verletztem Stolz.

Psychologen sprechen auch von einer reinigenden kathartischen Wirkung. Das gilt jedenfalls für diejenigen, die die Gerüchte weiterverbreiten. Die Quelle, also der- oder diejenige, die das Gerücht in die Welt gesetzt hat, kann damit aber etwas ganz anderes vorhaben. So kann das Gerücht, ein Kollege habe ein äußerst lukratives Jobangebot, sowohl schaden als auch nutzen – indem es entweder jemanden zur „lahmen Ente“ macht oder dessen internen Marktwert im Betrieb heraufsetzt.

Noch beliebter als das Gerücht sind aber (scheinbare) Belohnungen: Lob und Preise, Anerkennung und Auszeichnungen können hervorragende Intrigenwerkzeuge sein, wenn sie von der falschen Seite kommen oder zur falschen Zeit. Der als unfähig angesehene Fachmann schreibt einen Empfehlungsbrief; die Politikerin, deren Anträge noch nie angenommen wurden, tritt auf der Versammlung öffentlich für einen Kandidaten ein; die Soziologin wird zum Vorwort in einer Festschrift für den umstrittenen Professor gebeten; der Konkurrent wird rechtzeitig weggelobt.

Opfer des Neides

Besonders fies: das sogenannte Tot-Loben – also eine demonstrative, vermeintlich positive Sonderbehandlung, bei der der vom Chef hochgelobte Mitarbeiter letztlich Opfer des Neides, der Kritik und des Spotts seiner Kollegen werden soll. Gerüchte sind allerdings tückisch. Einmal in Umlauf gebracht, lassen sie sich kaum noch kontrollieren – und manchmal schlagen sie gar gegen den Urheber zurück.

So geschehen im irischen Wahlkampf vor gut einem Jahr. In einem Gespräch mit Pressevertretern hatte der damalige Verteidigungsminister Willie O’Dea einen Konkurrenten der Oppositionspartei Sinn Fein beschuldigt, Miteigentümer eines Bordells zu sein. Als die Anschuldigungen publik wurden, distanzierte sich O’Dea jedoch sofort wieder davon und bestritt in einer eidesstattlichen Versicherung, die ehrabschneidende Aussage je geäußert zu haben. Doch einige Zeit später veröffentlichte ein Journalist eine Tonbandaufnahme, die eindeutig O’Dea als Urheber des Gerüchts entlarvte.

„Ich sage in der Hitze des Gefechts manchmal Dinge, die ich nicht so meine“, versuchte sich der Minister noch selbst zu verteidigen. Doch es half nichts: Der Oppositionspolitiker erhielt eine finanzielle Entschädigung, O’Dea blieb der Rücktritt. Gegen Intrigen wehren lässt sich nur schwer. Ein Rundum-sorglos-Paket dagegen gibt es nicht. Allerdings laufen all diese Intrigen nach mehr oder weniger festen Regeln ab.

Wer einmal die Grundformen durchschaut hat, wird daher beim nächsten Mal mehr Chancen haben, zu gewinnen oder erst gar nicht zum Opfer zu geraten. Dazu zählt etwa das Konflikttagebuch, in dem Sie sich Akteure und Aktionen detailliert notieren, um hinter das Gespinnst zu blicken. Am besten gehen Sie systematisch die drei Grundformen der Intrige durch: Billardstoß, Angriff auf die Achillesferse, Komplott. Meist werden Sie mit allen dreien gleichzeitig konfrontiert und müssen folglich mehrere Abwehrstrategien entwickeln.

Zudem gibt es die Option, sich eine möglichst schikanenfreie Arbeitsumgebung zu suchen. Neben dem Gehalt und den Kompetenzen sollten Sie also auch die Strukturen und das Konfliktklima eines künftigen Arbeitgebers prüfen: Gibt es eine Betriebsvereinbarung zu Mobbing und Konflikten oder sogar ein Konfliktmanagementsystem? Warum hat Ihre Vorgängerin gekündigt? Was erzählt man in der Branche über den Betrieb?

Prävention hilft

Die beste Intrigenabwehr allerdings ist immer noch die Prävention. Sie erfolgt in den gleichen Schritten wie die Abwehr, ist aber ein hiervon getrennter Vorgang. Und sie ist harte Arbeit: Die Prophylaxe erfordert Disziplin, Zeit und vor allem den Mut zur Wahrheit. Trauen Sie sich, scheinbar gut gemeinte Angebote zu hinterfragen: Was könnte das Interesse desjenigen sein, der Ihnen Hilfe anbietet? Auch wenn Sie nicht auf unlautere Motive stoßen, kann das hilfreich sein. Beispielsweise um eine gut gemeinte Hilfe mit gutem Gewissen annehmen zu können, weil Sie so erfahren, dass die Hilfe dem Helfenden selbst Spaß bringt.

Und selbst wenn Sie nicht ablassen können, daran zu glauben, dass Menschen gut sind – vielleicht haben Sie ja sogar recht –, dann halten Sie’s mit Karl Valentin, der fand: „Der Mensch ist gut, aber die Leut’ sind schlecht.“

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