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Interview über Eignungstests Viel Schaum dabei

Der Wirtschafts- und Personalpsychologe Rüdiger Hossiep der Universität Bochum spricht über die Grenzen von Eignungstests.

Claudia Obmann | , aktualisiert


Foto: andi-h/Pixelio

Eignungstests für Führungskräfte boomen. Wo sehen Sie Grenzen?

Rüdiger Hossiep: Heutzutage erwarten Unternehmen eine smarte Erscheinung – Führungskräfte sollten am besten sogar telegen sein. Aber genau darin liegt auch die Gefahr Schaumschlägern aufzusitzen, wenn nämlich nur pseudo-wissenschaftlich vorgegangen wird.

Wie lässt sich das verhindern?

Hossiep: Eine Eignungseinschätzung sollte von erfahrenen und geschulten Beobachtern durchgeführt werden. Es müssen seriöse, objektivierende Vergleichsverfahren eingesetzt und die Persönlichkeit systematisch erfasst werden. Dabei sollten auch die Beweggründe und die Biografie eines Kandidaten mit Ambition auf den Chefsessel nicht vernachlässigt werden.

Hat sich diesbezüglich denn etwas geändert in den drei Jahrzehnten, in denen Sie Eignungsdiagnostik betreiben?

Hossiep: Ja. Früher war es oft Zufall, dass jemand im Spitzenmanagement gelandet ist. Heute wird eine solche Karriere angestrebt. Es geht demjenigen also häufig um viel Geld, Status und Macht, und damit vor allem um sich selbst.

Was ließe sich noch verbessern?

Hossiep: Allzu oft müssen sich Berufseinsteiger und Nachwuchskräfte für das mittlere Management Eignungstests unterziehen. Im Spitzenmanagement, wo die Maßnahmen beschlossen werden, herrscht dagegen oft ein bedauerliches Test-Vakuum.

Angeblich erleben die preußischen Tugenden für Manager eine Renaissance und Unternehmen setzen offenbar auf Integritätstests im AC. Funktioniert das?

Hossiep: Nein. Ob jemand Ehre in den Knochen hat, kann man nicht testen. Und die sogenannten Integritätstests lassen sich von intelligenten Leuten, zu denen Manager zählen, meist austricksen.

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