Interview "Gründer sollten keine Luftschlösser bauen"

Franz Fehrenbach, Geschäftsführer des Technologiekonzerns Bosch, engagiert sich wie elf andere Top-Manager beim Wettbewerb Weconomy, den das Handelsblatt zusammen mit der Wissenfabrik ausrichtet. Im Interview erklärt Fehrenbach, warum er junge Unternehmer fördern möchte.

Handelsblatt | , aktualisiert

Herr Fehrenbach, warum engagieren sich Bosch und Sie persönlich im Wettbewerb Weconomy? 
Für Bosch ist Weconomy eine wichtige und gute Möglichkeit, junge Unternehmer zu fördern. Deutschland war schon immer ein Land der Ideen und kreativen, klugen Köpfe. Bosch als international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen hat ein großes Interesse daran, auch künftig mit jungen Partnern aus der Wirtschaft zusammen zu arbeiten, die Ideen zu innovativen Produkten und Geschäftsmodellen entwickelt haben. Die Wissensfabrik bietet eine Plattform für junge Menschen mit Ideen, diese mit erfahrenen Managern zu diskutieren, um dabei vor allem Wege zur erfolgreichen Vermarktung zu entwickeln.

Für mich ist die Möglichkeit, zum Erfolg von Start-ups beizutragen, eine persönliche Bereicherung. Die Ausdauer, mit der Firmengründer auch Rückschläge hinnehmen und trotzdem den Mut haben weiter zu machen, ist für mich jedes Mal wieder beeindruckend. Weconomy ist in jeder Hinsicht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Haben Sie noch Kontakt zu Weconomy-Finalisten aus den vergangenen Jahren?
Ja, zu einigen habe ich nach wie vor Kontakt. Ich freue mich immer wieder von ihnen zu hören und verfolge Erfolge und Hindernisse gleichermaßen mit großem Interesse und gelegentlich mit dem einen oder anderen Tipp.

Was sollten Politik und Wirtschaft in Deutschland noch tun, um Gründer zu unterstützen?
Der Staat stellt bereits ausreichend finanzielle Hilfsmittel zur Verfügung. Es ist meiner Ansicht nach hilfreich, wenn junge Unternehmer noch mehr Möglichkeiten hätten, von der Erfahrung anderer zu profitieren, beispielsweise durch Networking. Ein solcher Austausch ist für die meisten eine unbezahlbare Hilfe. Hier sehe ich in Deutschland vor allem uns, die Unternehmer, in der Pflicht, durch einen solchen Austausch junge Firmengründer stärker zu fördern.

Welchen zentralen Ratschlag geben Sie jungen Unternehmern mit auf den Weg?
Bei aller Begeisterung für die eigene gute Idee empfehle ich Jungunternehmern, vernünftig zu bleiben und rational zu handeln. Lieber keine Luftschlösser bauen oder Ziele formulieren, die nicht haltbar sind. Haben Sie aber eine vielversprechende Idee, dann bitte nie den Mut verlieren und an sich selbst und ihre Idee glauben. Zuletzt möchte ich allen raten, nach rechts und links zu schauen. Beispiele, positive und negative, aufnehmen, sich beraten lassen, Fehler eingestehen und dann umgehend korrigieren. Wichtig ist, für ausreichend finanziellen Spielraum zu sorgen und dann nicht zu schnell aufgeben!

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