Interview Bewerbungsberater Nicht nur Studienleistung zählt

Sanford Kreisberg ist Berater für Business-School-Bewerber. Der ehemalige Kommunikationsdirektor der MIT Sloan Business School erklärt, welche Kandidaten die US-Top-Schulen suchen.

Stefani Hergert | , aktualisiert


Berater Sanford Kreisberg   Foto: privat

Herr Kreisberg, wer hat bei den Top-Adressen eine Chance?

Sanford Kreisberg: Bei Harvard und Stanford zum Beispiel ist der aktuelle Beruf des Bewerbers enorm wichtig. Es geht darum, wie schwer es ist, den Job zu bekommen, den ein Bewerber gerade hat. Und es hilft, wenn das Unternehmen ein Branchenführer ist.

Wer aus einer mittelgroßen Firma kommt, hat weniger Chancen?

Kreisberg: Bei solchen Kandidaten zählt, was sie außer dem Studium noch vorweisen können. Wer sich ehrenamtlich oder beim Militär engagiert, sich bei der Bewerbung als jemand darstellt, der die Welt verändern will, der hat Chancen. Wer das nicht vorweisen kann, muss gute Noten haben, ein hohes Ergebnis im Standardtest GMAT und gute Kontakte.

Die MBA-Studenten in den USA sind in der Regel eher jünger als in Europa.

Kreisberg: Harvard und Stanford suchen jüngere Studenten, im Schnitt zwischen 22 und 27. Der Schnitt ist bei Wharton ein bisschen höher, wirklich ältere Studenten haben die Duke-Universität und die Darden School.


Berater Sanford Kreisberg   Foto: privat

Welcher berufliche Hintergrund ist gefragt?

Kreisberg: Programmierer oder IT–Spezialisten nicht so sehr, es gibt zu viele mit diesem Profil. Vertrieb und Business Development sind hingegen gut.

Harvard soll seine Vorlieben dieses Jahr geändert haben ...

Kreisberg: Harvard hat die Zahl der Studenten aus dem Finanzsektor leicht reduziert, man sieht eine Präferenz für Produktionsleute. Aber das kann sich schnell wieder ändern, wenn Ehemalige, die heute hochrangige Positionen im Finanzsektor innehaben, Druck machen.

Sind die US-Top-Wirtschaftshochschulen für Bewerber uninteressanter geworden?

Kreisberg: Die US-Schulen sind nicht weniger interessant, aber sie sind nun einmal teurer.

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