Intelligente Personalauswahl Manche Führungskräfte können es nicht

Den richtigen Mitarbeiter zu finden, ist für Unternehmen entscheidend. Welche Fehler ihnen dabei unterlaufen und warum sogar Führungskräfte Bewerber vergraulen, erklärt Jörg Breiski von Kienbaum.

Nico Hornig, wiwo.de | , aktualisiert

Manche Führungskräfte können es nicht

Führungskräfte 2

Foto: cartoonresource / Fotolia.com

Herr Breiski, welche Fehler machen Unternehmen bei der Suche nach neuen Mitarbeitern?

Jörg Breiski: Das Problem beginnt bei vielen Unternehmen schon am Anfang der Suche. Sie fokussieren sich in ihrem Anforderungsprofil auf das Jetzt und Heute und lassen darüber außer Acht, welche Entwicklungen sich in den nächsten drei bis fünf Jahren vollziehen werden. Denen müssen die neuen Mitarbeiter dann auch gerecht werden können.
Außerdem übersehen Unternehmen häufig die Möglichkeit, Positionen auch intern zu besetzen. Dabei kann das die Mitarbeitermotivation und deren Bindung an die Firma erhöhen – auch wenn Unternehmen natürlich immer auch außerhalb nach neuen Mitarbeitern werden suchen müssen.

Zur Person

Jörg Breiski ist Vice President und Mitglied der Geschäftsleitung bei Kienbaum Consultants International. Zudem ist er Standortleiter des Büros München.

Stellen sich bestimmte Branchen bei der Suche besser an als andere?

Nein, eher nicht. Ich denke, das kann man vor allem an der Kultur eines Unternehmens und den involvierten Führungskräften festmachen. Chefs, die in so einem Prozess eingebunden sind, sollten auch in der Lage sein, Kandidaten neben der fachlichen Seite auch emotional abzuholen und sie für ein Thema und das Unternehmen zu gewinnen.

Was würden Sie Unternehmen raten, um ihre Personalsuche besser zu gestalten?

Insgesamt sollten Unternehmen das ganze Thema Personalauswahl eher als ein Investment verstehen. Ich glaube, dann würden Unternehmen das ganze Thema sehr viel ernster nehmen, als es vielleicht in dem einen oder anderen Fall derzeit passiert. Sie tätigen ja nicht nur eine Investition in dem Sinne, dass sie Geld ausgeben, ein Unternehmen erwartet ja auch einen Return von einem neuen Mitarbeiter. Diese Herangehensweise eröffnet nochmal einen ganz anderen Blick auf das Thema.

Gibt es einen typischen Fehler, den viele bei der Bewerberauswahl machen?

Leider begegnen wir immer wieder dem Problem, dass zum Ende des Auswahlprozesses Entscheidungsträger hinzukommen, die neue Sichtweisen und Erwartungen formulieren. Die unterscheiden sich dann möglicherweise von denen, die zu Beginn der Suche abgesprochen wurden. Das kann den Prozess dann deutlich verlängern; im schlimmsten Fall muss die Suche von vorne begonnen werden.

Wenn die Anforderungen definiert sind, steht der perfekten Personalauswahl aber nichts mehr im Weg, oder?

Bei meiner Arbeit begegnet mir häufiger das Problem, dass die Firmen eine Sache vergessen: Die Kandidaten können sehr wohl wählen, zu welchem Unternehmen sie gehen möchten. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, schon früh im Prozess "Talentmagnete" an den Tisch zu bringen: also Führungskräfte, die in der Lage sind, gute und potenzialreiche Kandidaten zu gewinnen. Leider machen wir häufig die Erfahrung, dass solche Führungskräfte am Tisch sitzen, die genau darin nicht gut sind. Das führt dann immer wieder dazu, dass Kandidaten sich zurückziehen.

Woran liegt es, dass die Unternehmen überhaupt diese Fehler machen?

Die Unternehmen sind häufig von der Hektik und Dynamik des Tagesgeschäfts bestimmt. Dann nehmen sie sich manchmal nicht die Zeit, einen solchen Prozess sauber aufzusetzen und durchzuführen.


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de

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