Insight MBA So lenkt man die Crew langfristig

Florian Hoos, 33, ausgezeichneter Nachwuchs-Professor an der HEC Paris, spricht im Interview über wichtige Fragen, Trends und Kriterien für eine gute Ausbildung im MBA.

Anne Ritter | , aktualisiert

So lenkt man die Crew langfristig

Foto: EpicStockMedia/Fotolia.com

Herr Hoos, Sie wurden gerade vom Branchen-Online-Magazin Poets & Quants zu einem der 40 weltweit besten Business School Professoren unter 40 gewählt. Wie trägt sich dieser Titel?

Ehrlich gesagt, war das eine große Überraschung. Nach einem kurzen Schock aufgrund des unerwarteten Ergebnisses kam die große Freude über die Auszeichnung. Ich freue mich ganz besonders, weil dieser Titel vorwiegend meine Lehre auszeichnet und damit den Grund, warum ich ursprünglich eine wissenschaftliche Karriere begonnen habe. Es ist ein gutes Gefühl, da es in erster Linie ein wundervolles Feedback der Studierenden ist, die meine Kurse besucht haben.

Dabei haben Sie Ihren Master nicht etwa in Harvard, Yale oder London gemacht, sondern im beschaulichen Gießen. Was war das Wichtigste, was Sie aus dem Studium dort mitgenommen haben?

Ich bin ein glühender Verfechter dieser tollen Studentenstadt und hatte dort eine großartige Zeit. Beschaulich ist in diesem Zusammenhang für mich mit viel Positivem verbunden. Aber die Frage war ja eine andere. Ich denke, dass ich aus dem Studium – und darunter verstehe ich die Lebensphase und nicht das Studieren an sich – eine Hand voll sehr guter Freunde, wichtige Erfahrungen sowie Mentoren unter den Professoren "mitgenommen" habe, die mich noch heute begleiten. Um ein Vielfaches entscheidender als den Fakt, dass man studiert hat, finde ich die Frage, wie man die Lebensphase Studium genutzt hat.

Und was war für Sie wichtig in dieser Lebensphase?

Für mich war es eine sehr lehrreiche und unglaublich dicht gefüllte Zeit, in der ich immer Menschen an meiner Seite hatte, die mir mit ehrlichem Rat zur Seite standen und die mich auch auf scheinbaren Umwegen unterstützt haben. Ich lernte zwei Fremdsprachen und habe in verschiedene Studiengänge hineingeschnuppert. Ich kann ganz klar sagen, dass in der Lebensphase Studium in Gießen – und hierzu zählt auch das Fachstudium an sich – viele Grundlagen für spätere Erfolge gelegt wurden.

Studiert haben Sie den Master of Business in Gießen, promoviert an der Universität Lausanne, nun lehren Sie an der HEC Paris. Sie können also gut vergleichen. Worin unterscheiden sich Business-Schools von Universitäten?

Eigentlich ist die HEC Paris die erste "richtige" Business School, an der ich arbeite. In Gießen und Lausanne war ich an den Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten von Volluniversitäten tätig. Für mich ist der Austausch mit Menschen aus anderen Fachbereichen ein wichtiges Merkmal der Volluniversität, das mir an einer Business School manchmal fehlt. 

Interdisziplinarität war in Gießen also eher möglich?

Obwohl wir hier in Paris großartige Psychologen und Soziologen als Kollegen haben, fehlen mir manchmal die Philosophen, Kunsthistoriker, Theaterwissenschaftler, Pädagogen und die vielen Menschen mit anderen Backgrounds, die mein Studium in Gießen und die Promotion in Lausanne bereichert haben. Auf der anderen Seite ist die HEC Paris ein unglaublich internationaler, hervorragend organisierter und fantastischer Ort, um erste Erfahrungen als Hochschullehrer zu sammeln.

Sie lehren in einem MBA-Programm, in dem das Durchschnittsalter über Ihrem eigenen liegt.

Das stimmt. Ich darf Studenten unterrichten, die älter sind als ich und die – was ihre Nationalitäten, Kulturen, Muttersprachen und beruflichen Werdegänge anbelangt – kaum bunter sein könnten. Nachdem das Lampenfieber und die schlaflosen Nächte vor der ersten Vorlesung überwunden sind, ist das eine fantastische Aufgabe, bei der ich immer wieder etwas Neues lerne und ständig interessanten Menschen begegne.

Wie sieht Ihr Pariser-Alltag außerhalb der Uni aus? 

Ich genieße einen ausgedehnten Lunch oder einen nachmittäglichen Apéro in einer alten Pariser Kneipe mit hervorragender Qualität bei Essen und Wein. Oder ich gehe am Wochenende morgens spazieren und kaufe dann in den alten Markthallen ein. Man muss es schon suchen, aber das gibt es noch, dieses sagenumwobene Flair von Paris.

Junge Professoren von Elite-Business-Schools bekommen Druck von allen Seiten: Sie müssen in bekannten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlichen, bei diversen Rankings mithalten, mit Kollegen konkurrieren. Wie gehen Sie mit diesem Stress um? 

Es stimmt sicherlich, dass die Belastung in diesem Job hoch ist und es manchmal schwierig ist, Feierabend zu machen. Auf der anderen Seite sind wir jungen Profs unsere eigenen Chefs und jeder kann sich seine Zeit selbst einteilen. Ich versuche, dieses Privileg zu nutzen, um für sportlichen und intellektuellen Ausgleich zu sorgen, auf meine Gesundheit zu achten und die kleinen Dinge abseits der Hochschule zu genießen.

Wie entspannen Sie am besten?

Ich verbringe Zeit in der Natur und koche gerne für Freunde. In meiner Freizeit stehen dann Reisen mit dem Campingmobil und die ein oder andere Angeltour an, denn es gibt für mich wenig elementarere und schönere Erlebnisse, als morgens früh durch einen Gebirgsbach zu wandern und abends einen selbstgefangenen Fisch am Lagerfeuer zuzubereiten.

Aber vom Konkurrenzdruck unter Wissenschaftlern kann man sich an einer Elite-Uni doch nicht freimachen?

Konkurrenzsituationen versuche ich zu vermeiden. Ich bin auch in der Wissenschaft geblieben, weil ich an Teamwork und die kreative Kraft konstruktiver Kooperation glaube. Als Wissenschaftler bin ich nicht unbedingt ein großer Fan von Konkurrenzdruck und monetären Anreizsystemen, die zu guten Leistungen motivieren sollen. Ich sage nicht, dass sowas grundsätzlich nicht funktionieren kann, aber es kommt eben auch auf den Typ Mensch und die Aufgabe an. Tatsächlich genieße ich die Teamwork-Komponente in der Wissenschaft sehr und ich habe das große Glück, dass einige meiner Co-Autoren echte Freunde geworden sind.

Ist es nicht schwierig, wenn man mit Studenten konfrontiert wird, die als Manager aus renommierten Unternehmen mehr Berufs- und Lebenserfahrung als man selbst mitbringen und angesichts der teuren Studiengebühren eine Top-Ausbildung fordern?

Es ist anspruchsvoll und herausfordernd, aber ich empfinde es im Gegenteil eher als Bereicherung, mit diesen großartigen Studierenden zusammenzuarbeiten. Die MBA-Studenten kommen an die HEC Paris, um eine sehr gute Ausbildung zu erhalten. Sie ergänzen ihre beeindruckenden Biographien aus verschiedensten Bereichen dadurch, dass sie sich dank der MBA-Ausbildung nochmal gezielt auf Managementfunktionen vorbereiten.

Dabei kann ich versuchen, die besten und neuesten Erkenntnisse zielgruppengerecht und anwendungsorientiert aufzubereiten. Wenn ich das gut hinbekomme, macht es großen Spaß, die geballte Kompetenz im Klassenraum als Richtungsgeber und Moderator zu nutzen, so dass wir am Ende des Tages hoffentlich alle ein bisschen schlauer nach Hause gehen.

Ihre Studenten loben Sie dafür, dass bei Ihnen nicht nur Zahlen zählen, sondern der Mensch im Vordergrund steht. Im schriftlichen Feedback heißt es regelmäßig, dass Wissen noch nie so lebendig vermittelt wurde. Was machen Sie anders?

Was ich anders mache, ist eine Frage, die mir nach dem Erhalt der Poets & Quants-Auszeichnung oft gestellt wurde und es ist nicht so einfach, sie zu beantworten. Ich glaube, dass es viele großartige Hochschuldozenten gibt, die alle einen unterschiedlichen Mix an Fähigkeiten haben, der sie zu hervorragenden Dozenten macht. Ich glaube auch nicht, dass ich etwas Außergewöhnliches mache. Ich kann allerdings sagen, dass ich mir ein paar grundsätzliche Vorgehensweisen und Erfahrungen zunutze mache, die wohl zu so etwas wie meinem Lehrstil geworden sind.

Das heißt konkret?

Stellen Sie sich das Bild eines Skippers vor, der ohne technische Hilfsmittel sein Segelboot in eine gewisse Richtung steuern möchte. Er will nicht vom Kurs abkommen und weiß genau, wo er hin will. Er muss dabei das Wetter, den Stand des Segels, die Crewmitglieder, den Wind und viele andere Kleinigkeiten im Blick haben. Wer schon einmal ein Segelboot gesteuert hat, der weiß, dass man diese Dinge lernen kann. Der Rest ist Übungssache. So ähnlich ist es für mich bei Unikursen. Ich habe ein ganz klares Ziel vor Augen, wo ich am Ende der Session sein möchte und dementsprechend halte ich den Kurs. Dann steuere ich mit verschiedenen Techniken, die man in Fortbildungen lernen kann. Ich bin von der Crew abhängig, um mein Ziel zu erreichen. Es geht nur mit und niemals gegen die Crew, dessen bin ich mir immer bewusst.

Wie der Skipper kann ich als Dozent Erfahrungswerte sammeln, was gut und was weniger gut funktioniert, um meinen eigenen, authentischen Lehrstil zu entwickeln. Und Authentizität bedeutet für mich auch, dass ich versuche, den einzelnen Mensch als wichtigen Teil der gesamten Crew zu sehen. Sie stellt letztlich den Erfolg dar, den wir dann in Zahlen übersetzen.

Unter anderem unterrichten Sie Social Entrepreneurship, ein unternehmerisches Engagement, in dem Sie bereits selbst vor einigen Jahren durch ein soziales Projekt in der Elfenbeinküste Erfahrungen gesammelt haben. Wie kam es dazu?

Mich hat auf der einen Seite mein Interesse für Entwicklungszusammenarbeit angetrieben, das Projekt an der Elfenbeinküste umzusetzen, gestützt durch einen Bekannten, der mir klar einen Bedarf vor Ort kommuniziert hat. Hinzu kam, dass ich nach der Promotion befürchtet habe, zu einem weltfremden Theoretiker und Wissenschaftler zu werden. Ich war mir zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, wo ich meine berufliche Karriere weiterführen würde.

Wie ging es weiter?

Zwei Stiftungen haben sich für das Thema interessiert und nach meiner Promotion die Entwicklung einer angewandten Pädagogik und das Kursdesign für das neue Thema Social Entrepreneurship mitfinanziert. Diese Herausforderung habe ich mit einer Kollegin an der HEC Lausanne angenommen und erfolgreich in diversen Kursen umgesetzt. So fing es an und bis heute fasziniert mich die Idee, das Lösen sozialer Probleme anzugehen, indem man ein Unternehmen gründet, das den eigenen und den Lebensunterhalt der Mitarbeiter erwirtschaftet. In Zeiten rückläufiger Spendenaufkommen erscheint mir das ein Weg für viele – wenngleich nicht für alle – Non-Profit-Unternehmen.

In der Arbeitswelt wird seit einiger Zeit von einem Wertewechsel durch die nachfolgende Generationen gesprochen. Ist das ein Beispiel dafür?

Soziales Unternehmertum bietet einen alternativen Karriereweg für Studenten, die sowohl die persönliche Erfüllung suchen, soziale Problem angehen wollen und die trotzdem unternehmerisch handeln möchten. Ich treffe und berate unglaublich viele fantastische, meist noch sehr junge Menschen ehrenamtlich, die sich genau für diesen Karriereweg entschieden haben. Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass die Kompetenzen, die ein Social Entrepreneur mitbringt, auch Schlüsselkompetenzen in Konzernen sein können. Diese jungen Leute sind im Idealfall kreativ, unternehmerisch, haben einen menschlich-wertschätzenden Führungsstil und mehr als nur den Profit im Blick.

Hadern Sie auch manchmal mit dem profitorientierten System MBA?

Der MBA an einer privaten Einrichtung ist für mich nicht das gleiche wie ein Master an einer öffentlichen Uni. Das wird oft verglichen und ich verstehe nicht ganz weshalb. Der MBA ist eine Weiterbildung für Berufserfahrene, zugegebenermaßen eine nicht gerade günstige.

Daraus folgt, dass sich Lehrende im MBA-Programm den Kunden und ihren Ansprüchen an eine sehr teure Weiterbildung stellen müssen. Insofern ist das MBA-Programm eine ganz normale marktorientierte Unternehmung. Nebenbei erlaubt mir die Lehre im MBA zu testen, inwiefern das, was ich lehre, in der Praxis relevant ist. Ein MBA-Studierender wird sich sehr schnell bemerkbar machen, wenn er etwas für nicht praxistauglich hält. Das hilft mir sehr für meine Lehre in den normalen Bachelor- und Masterprogrammen.

Welche Fragen werden in den Business-Schools gerade diskutiert?

Spontan fallen mir zum Beispiel folgende ein:

  • Was benötigt ein zukünftiger Top-Manager an theoretischem Rüstzeug?
  • Was sollte in einem MBA gelehrt werden?
  • Welche Themen sollten kritischer diskutiert werden?
  • Wie sollten Unternehmen den MBA-Abschluss im Vergleich zu einem "normalen" Master oder einer Promotion bewerten?
  • Ist die Macht von Akkreditierungsstellen zu extrem und sind die Kriterien wichtiger Rankings, die den Markwert eines MBA maßgeblich beeinflussen, nicht zu unausgewogen?


Bleiben solche Fragen also offen?



Die fundierte Diskussion dieser Fragen ist notwendig und noch lange nicht abgeschlossen. Um MBA-Programme kursieren viele Vorurteile. Manche Kritik müssen wir an den Unis und Business Schools annehmen, andere ist schlichtweg unberechtigt oder übertrieben. MBA-Studenten werden zum Teil in einer Art und Weise dargestellt, die ich in meinem Umgang mit den Studierenden so ganz und gar nicht wahrnehme. Darüber hinaus empfinde ich viele meiner Kollegen als sehr reflektierte, kritische und ethische Geister, die sich bewusst mit der Art und dem Inhalt ihrer Lehre auseinandersetzen. 

Sie nehmen gerne gesellschaftlichen Einfluss, ist es da nicht manchmal frustrierend, nicht selbst in den Unternehmen etwas verändern zu können?

Ja und Nein.

Nein, denn ich nehme durch die Ausbildung zukünftiger Wirtschaftsakteure indirekt Einfluss auf die Unternehmenswelt. Das treibt mich stark an. Vielleicht wache ich irgendwann auf und denke mir, dass dieser Gedanke naiv ist. Dann werde ich meine berufliche Karriere eventuell überdenken müssen. 

Ja, denn es stimmt, dass in meiner Brust zwei Herzen schlagen und es mich reizen würde, ein Unternehmen zu gründen oder Verantwortung in einem Unternehmen über einen längeren Zeitraum zu übernehmen. An der Uni kann ich versuchen, in Zusammenarbeit mit meinen Kollegen gute und positive Impulse zu setzen. Aber eine enge und langjährige Zusammenarbeit mit Studierenden ergibt sich hier nur in Ausnahmen, beispielsweise wenn sie ein Sozialunternehmen gründen und ich sie dabei ehrenamtlich unterstütze.

Die Wirtschaft steht vor vielen Veränderungen: die weiter zunehmende Wissensgesellschaft, Digitalisierung und Big Data, Outsourcing, die angekündigte Vierte Industrielle Revolution… Was müssen Unternehmen derzeit besonders beachten, um erfolgreich in die Zukunft zu gehen?

Wenn ich eindeutige Antworten auf diese Frage hätte, würde ich wohl sofort ein Beratungsunternehmen gründen und diesen Veränderungsprozess mitgestalten. Für diese Fragen bin ich aber wirklich kein Experte.  

Was ich allerdings beobachte, ist die generelle Herausforderung, langfristig zu denken. Ich vermisse in Diskussionen häufig die Perspektive eines Familienunternehmers, dessen Ziel es ist, sein Unternehmen an die nächste Generation weiterzugeben.

Vieles, was wir beobachten, sind kurzfristige Trends und keine langfristigen Entwicklungen. Einen Trend kann man als Unternehmen schon mal verpassen, auch wenn es kurzfristig weh tut und die Ergebnisse belastet. Eine langfristige Entwicklung sollte man allerdings frühzeitig erkennen und als Unternehmer rechtzeitig angehen. Diese langfristige Denkweise bezieht sich auf mehr als die Unternehmenswelt und ist für mich eine Haltung, ein Mindset eines guten Managers, der dann die genannten Herausforderungen meistern kann.

Nach eigenen Aussagen fahren Sie das hässlichste Auto auf dem Campus. Warum?

Ich fahre einen mintgrünen Kastenwagen und die Geschichte geht so: Der Job in Paris ist verbunden mit der Notwendigkeit, ein Auto zu besitzen. Die HEC Paris liegt außerhalb von Paris in einem Städtchen in der Nähe von Versailles und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln leider nicht gut zu erreichen. Also sah ich mich gezwungen, mir ein Auto zuzulegen. Ich wollte ein praktisches Auto, in das ich mein Fahrrad, ein Schlauchboot für den Urlaub und Ähnliches verstauen konnte und das gleichzeitig in die kleinen Parklücken in Paris passt. Hinzu kam das typische Vorurteil über die Pariser Einparkgewohnheiten – also das ständige und zum Teil wenig zimperliche Anstoßen der Nachbar-Fahrzeuge beim Ein- und Ausparken.

Die optimale Lösung erschien mir damals der Kauf eines Autos zu sein, bei dem ich jede Delle verschmerzen kann. Unterschätzt hatte ich hierbei, wie wenig ich damit die Erwartungen an einen Business School Professor erfülle. Damit kann ich allerdings sehr gut leben und wann immer ein Kollege, der einen Sportwagen fährt, zum bekannten schwedischen Möbelhaus muss, dann lautet der Deal wie folgt: Mein Kastenwagen im Tausch gegen das Unterlassen jeglicher Sprüche über selbigen. Das hat über die Jahre einige Kollegen "ruhig gestellt".

Wenn Sie dem Curriculum im MBA noch etwas hinzufügen könnten, was wäre für Sie unverzichtbar?

Ich könnte mir mehr Interaktion außerhalb des Seminarraums im Sinne von Service Learning vorstellen, künstlerische Projekte, die Wahrnehmung und Kreativität schulen sowie mehr persönlichkeitsentwickelnde Kursangebote. Angebote aus diesen Bereichen würde ich mir als Ergänzung zu vorhandenen, erstklassigen MBA-Kursen wünschen.

Nach der Nominierung können Sie sich sicher vor Job-Angeboten nicht mehr retten. Was ist das nächste Ziel?

Da muss ich Sie enttäuschen, tägliche Anrufe von Headhuntern gehören nicht zu meinem Alltag. Als nächstes kurzfristiges Ziel habe ich einen entspannten Urlaub im April auf dem Kalender stehen, den ich nach einem anstrengenden Jahresbeginn dringend brauche.

Beruflich gesehen bestärkt mich die Auszeichnung von Poets&Quants darin, mich auf meine Stärken in der Lehre zu konzentrieren und mich vom steigenden Publikationsdruck nicht verrückt machen zu lassen. Es gibt doch nichts Schöneres als Studierende, die sich auch nach Jahren noch melden, um mich nach einem Rat zu fragen. Es wäre schön, wenn ich das auch noch in 30 Jahren erleben dürfte. Ein Ü-60 Preis für herausragende Lehre wäre also das langfristige Ziel.

Herr Hoos, vielen Dank für das Gespräch.

Florian Hoos erhielt seinen M.Sc. (Diplom-Kaufmann) von der Universität Gießen. Seinen Doktortitel erwarb er im Jahr 2010 an der HEC Lausanne. Dort war er auch von 2007 bis 2011 als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt. Seit 2011 ist Florian Hoos an der HEC Paris als Assistant Professor im Accounting und Management Control Department angestellt, wo er im MBA-, Master- und Bachelor-Programm Social Entrepreneurship und Accounting lehrt.

Zu seiner akademischen Laufbahn gesellen sich praktische Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit, Organisationsentwicklung von Sozialunternehmen sowie der (Sozial-) Innovationsberatung. Florian Hoos erhielt für seine Dissertation den Forschungspreis des Deutschen Instituts für Interne Revision, den Prix Pralong für ein in der Elfenbeinküste realisiertes Bildungsprojekt und wurde mit einem "Best Professor Award" des MBA-Programms der HEC Paris ausgezeichnet.

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