Innovation Engagiertes Arbeiten dank konstruktiver Fehlerkultur

Wie leistungsbereit Mitarbeiter sind, hängt entscheidend von ihrem Vorgesetzten ab. Je mehr dieser sich kümmert, Fehler aktiv nutzt und sich als Coach versteht, desto mehr Innovation schafft das Unternehmen.

Nora Schareika, wiwo.de | , aktualisiert

Engagiertes Arbeiten dank konstruktiver Fehlerkultur

Fehlerkultur in deutschen Unternehmen

Foto: PrettyVectors/Fotolia.com

Eine gute Fehlerkultur in Unternehmen fördert die Innovationsfähigkeit. Was der eine oder andere Manager und Mitarbeiter bereits aus eigener Erfahrung weiß, belegt nun auch eine Forsa-Studie. Das Umfrageinstitut befragte 90 Personalchefs aus Unternehmen ab 400 Mitarbeitern zu Kultur und Organisation in ihren Wirkungsfeldern sowie nach dem Grad ihrer Belastung. Auftraggeber war die Beratungsfirma Penning Consulting.

Dabei zeigte sich: Wenn Fehler keine Schuldzuweisungen nach sich ziehen, sondern als Lernerfahrung genutzt werden, sind Mitarbeiter engagierter. Mehr Engagement wiederum ist die entscheidende Voraussetzung für Innovation in Unternehmen. Um diese Kausalkette in Gang zu setzen, sind Führungskräfte gefragt.

Was Engagement bedeutet, war in der Studie vorab definiert. So zeichneten sich die Unternehmen mit der Zuschreibung "hohes Engagement" beispielsweise dadurch aus, dass die mittlere Managementebene Zeit fand für "menschenbezogene Führungsaufgaben" wie Coaching, Feedback und Mitarbeitermotivation.

Die Mitarbeiter dieser Unternehmen hatten nach Einschätzung der Manager Karriereperspektiven und sahen einen Sinn ihrer Arbeit. Der Umgang wurde als respektvoll beschrieben und vor allem die Innovations- und Lernkultur hervorgehoben.

Fürsorge des mittleren Managements spornt Mitarbeiter an

Wenn diese Punkte erfüllt waren, wurden die Mitarbeiter zugleich als permanent leistungsorientiert beschrieben – und zwar aus eigenem Antrieb. 100 Prozent der Führungskräfte aus den Unternehmen mit hohem Engagement-Level sahen sich als Coaches ihrer Mitarbeiter. Auf Seite der Managementebene zeigte die Befragung, dass eine hohe Belastung – wenig überraschend – zu weniger Fürsorge führt.

Wenig Fürsorge hatte besonders deutliche Konsequenzen: Die Motivation der Mitarbeiter sank. "Die Zahlen verdeutlichen, wie wirtschaftlich bedeutend eine motivierte Belegschaft ist", sagt Stephan Penning, Geschäftsführer und Studienleiter bei Penning Consulting. "Schlüsselfiguren sind dabei die Manager der mittleren Ebene. Wenn diese sich als Coaches begreifen, ausreichend Entscheidungskompetenzen übertragen und regelmäßige Feedbacks geben steigen Motivation und Engagement deutlich an."

Handeln ohne Leidensdruck

Gut die Hälfte (51 Prozent) der befragten Unternehmen gab an, Fehler als Lernerfahrung zu nutzen. "Dass Innovation nicht ohne eine positive Fehlerkultur gelingt, darüber sind sich Management-Vordenker heute einig", sagt Stephan Penning. "Dementsprechend sind rund die Hälfte der Unternehmen nicht adäquat aufgestellt in einer Welt, in der Märkte sich blitzschnell drehen und Rahmenbedingungen sich täglich verändern können."

Bei jenen Firmen, wo Führungskräfte und Mitarbeiter ein geringes Engagement aufwiesen, hatte nur jedes fünfte (21 Prozent) eine positive Fehlerkultur.

Damit zusammen hängt auch eine vorausschauende Führung. Von den Unternehmen mit insgesamt hoher Engagement-Rate stimmten 0 Prozent der Aussage zu, dass bei ihnen Veränderung nur dann initiiert und umgesetzt würden, "wenn bereits ein großer Leidens- und Handlungsdruck besteht".

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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