Indonesien Langfristig planen? Nicht auf Lombok!

Die indonesische Insel ist ein Tauchparadies. Doch wer hier wohnt, lernt auch die Schattenseiten kennen. Der Jurist Ivo Kodal berät die Verwaltung von Lombok bei der Entwicklung eines neuen Bildungssystems. Er hat entdeckt, dass viele Indonesier langfristige Planung nicht für notwendig halten.

Christina Schott | , aktualisiert

Wenn Ivo Kodal abends mit Freunden am Strand von Senggigi sitzt, ein einheimisches Bintang-Bier trinkt und den Sonnenuntergang über der westlichen Nachbarinsel Bali betrachtet, könnte man fast meinen, er wäre zum Urlaub auf der indonesischen Insel Lombok.

Doch während die meisten Ausländer zum Tauchen oder Surfen nach Lombok kommen, hat der 37-jährige Jurist eine verantwortungsvolle Aufgabe: Seit zwei Jahren berät er für den Deutschen Entwicklungsdienst die Stadtverwaltung der Inselhauptstadt Mataram bei der strategischen Entwicklung eines neuen Bildungssystems.

Andere Prioritäten akzeptieren

"Am Anfang stellten sich die Beamten vor, ich würde ihnen den ganzen Projektplan allein schreiben. Doch wir beraten die Partner bei ihrer täglichen Arbeit. Ausführen müssen sie diese schon selbst", berichtet Kodal. Schnell stieß er auf ein weiteres Problem: Langfristige Planung gilt in Indonesien häufig als abstrakte Denkweise, deren Notwendigkeit viele nicht einsehen. Kodal blieb nichts anderes übrig, als sein eigenes Denken umzustellen: Er begann, die einzelnen Stellen für Planung und Bildung überhaupt erst einmal miteinander zu vernetzen. Dann führte er ein neues Daten- und Informationssystem ein, das Schwachpunkte im lokalen Schulsystem analysiert.

"Wahrscheinlich habe ich inzwischen viel mehr gelernt als die Kollegen hier: vor allem Geduld und das Akzeptieren anderer Prioritäten", erzählt der Mann aus St. Augustin. Der leidenschaftliche Taucher fühlt sich wohl auf Lombok, das als Tauch- und Schnorchelparadies der Nachbarinsel Bali Konkurrenz macht. Er wohnt mit seiner Frau im internationalen Touristenort Senggigi - wegen des nahen Flughafens meist erste Anlaufstelle für Lombok-Besucher.

Das Paar bewegt sich in einem bunt gemischten Freundeskreis aus Einheimischen und Ausländern, spielt einmal die Woche Touch-Rugby auf einer von Palmen umringten Hotelwiese und feuert schon mal die einheimischen Jungs beim Surfwettbewerb gegen die meist überlegenen Balinesen an. Eine Leidenschaft Kodals ist Kochen: vor allem die komplizierten indonesischen Gewürzpasten haben es ihm angetan. "Es macht Spaß, ein Land über seine Küche zu entdecken", sagt er. "Das fängt beim Einkaufen auf dem Markt an und endet mit dem Geruch von Galangal, der hinterher noch an den Händen klebt."

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