Human Resources Schlechtes Zeugnis für Personaler

Jeder dritte Personaler erfüllt offenbar nicht die ihm gestellte Aufgabe. Eine neue Studie sieht schwere Kompetenz- und Imageprobleme bei Personalabteilungen.

Dario Löchel, wiwo.de | , aktualisiert

Schlechtes Zeugnis für Personaler

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Foto: klickerminth/Fotolia.com

Der Wertbeitrag der Personalabteilung zum Unternehmenserfolg wird von den eigenen Mitarbeitern eher gering bis mäßig eingeschätzt. Auch viele Mitarbeiter der oft "Human Resources" (HR) genannten Personalabteilungen stellen sich selbst ein schlechtes Zeugnis aus.

Die im Rahmen der Studie der Beratungsfirma Kienbaum befragten 180 Manager und Mitarbeiter aus rund 120 deutschen Unternehmen sowie 425 Studierenden sehen vor allem Mängel in Schlüsselkompetenzen, wie Führungs- und Managementkompetenzen.

Insbesondere Markt- und Strategiekompetenzen sowie unternehmerisches Handeln und Denken werden als Schwachstellen ausgemacht. Dieselben Schwächen sehen auch Mitarbeiter der Personalabteilungen selbst. Als wichtigste Ursache macht die Studie das schlechte Image des Arbeitsfeldes HR aus.

Schwache Eigendarstellung

Verglichen mit anderen Geschäftsfeldern sehen die Befragten in den Personalabteilungen nur einen geringen bis mäßigen Wertanteil am Unternehmen. Hierin sind sich die firmeninternen Auftraggeber und die Personaler selbst weitgehend einig.

Jeweils um die 60 Prozent sehen beispielsweise die Unternehmensstrategie als wertvoller an. Als Gründe dafür nennen die Macher der Studie unter anderem mangelnde Messbarkeit wichtiger Personalprozesse sowie die schwache Eigendarstellung des Bereichs im Unternehmen – sprich: die Personaler verkaufen sich schlecht.

Das heißt aber nicht, dass die Bedeutung des Aufgabenfeldes der HR gering geschätzt wird. Im Gegenteil: Im Schnitt wird deren Brisanz höher eingeschätzt als die anderer strategischer Unternehmensfelder.

Herausfordernde Tätigkeiten, individueller Gestaltungsspielraum und Führungsverantwortung, sind die relevantesten Aspekte bei der Berufswahl. Die Personalabteilungen kommen hier nur schlecht weg.

Unter den Befragen geben mehr als die Hälfte an, dass sie eine Beförderung in der Personalabteilung als eher karriereschädigend wahrnehmen.

Kritik an Kompetenzanforderungen

Die Studienautoren schlagen zur Besserung des Ansehens der HR in den Unternehmen Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz und größerer Attraktivität für Berufseinsteiger vor.

Dass 72 Prozent der angefragten 120 Unternehmen gar keine Kompetenzanforderungen an Mitarbeiter der Personalabteilung formuliert haben, sieht die Beratungsagentur als weiteren Kritikpunkt.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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