Home-Office-Ausstattung Es fehlt an Förderung

Vier von zehn Beschäftigten im Bürobereich arbeiten zumindest gelegentlich von zuhause aus. Bei der Ausstattung ihres heimischen Büros sind die Homeworker allerdings meist auf sich allein gestellt.

Kerstin Dämon, wiwo.de | , aktualisiert

Es fehlt an Förderung

Foto: bestpixels / fotolia.com

Unternehmen sind auf der Jagd nach Innovationen, Arbeitnehmer suchen dagegen die perfekten Arbeitsbedingungen. "Innovation hat mit körperlicher Aktivität zu tun und braucht Interaktion, Forschung und Experimentierfreudigkeit", heißt es in einem Whitepaper des Büroausstatters Steelcase, der sich mit dem Arbeitsplatz der Zukunft beschäftigt. Darin heißt es, dass innerhalb eines Unternehmens Bereiche für Zusammenarbeit geschaffen werden sollten, in denen sich Mitarbeiter austauschen, konzentriert arbeiten, oder einfach nur unbefangen unterhalten können. Genauso müsse aber auch ungestörte Einzelarbeit möglich sein. Stichwort Rückzugsräume. Für Angestellte, die im Großraumbüro sitzen, ist das allerdings schwierig. Home-Office ist deshalb für viele eine Möglichkeit, in Ruhe zu arbeiten oder Familie und Job besser unter einen zu bringen.

"Unsere Befragung zeigt außerdem, dass 56 Prozent der Arbeitnehmer zumindest gelegentlich auch im Homeoffice arbeiten möchten. Das ist ein Vorgeschmack auf die digitale Zukunft", sagt Oliver Back, Geschäftsführer von ROC Deutschland. "In der Arbeitswelt von morgen wird der klassische Büroarbeitsplatz mit Anwesenheitspflicht an Bedeutung verlieren. Immer mehr Mitarbeiter werden flexibel von zu Hause aus arbeiten."

Mangelnde Unterstützung bei Ausstattung

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des bso Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel e.V., lassen allerdings viele Unternehmen ihre Heimarbeiter ziemlich im Stich. "Dass ein Arbeitgeber den Rückzug ins Homeoffice erlaubt, bedeutet nicht, dass er diesen auch aktiv unterstützt", berichtet bso-Vorsitzender Hendrik Hund. Gerade einmal fünf Prozent der Homeworker bekämen von ihrem Chef einen Schreibtisch oder Stuhl zur Verfügung gestellt. Vier Prozent erhielten ein Budget, um sich selbst ausstatten zu können. Bemerkenswert ist, dass auch in der Gruppe derjenigen, die den heimischen Arbeitsplatz auf Basis einer schriftlichen Vereinbarung nutzen, nur jeder Fünfte auf die Hilfe seines Arbeitgebers zählen konnte.

Das Positive: Trotz mangelnder Unterstützung durch den Arbeitgeber herrschen in der Regel gute Arbeitsbedingungen. Die heimischen Arbeitsräume sind in den meisten Fällen abgetrennt. Immerhin 60 Prozent aller Befragten können auch die Tür hinter sich zumachen, wenn sie ihr Homeoffice betreten. Mama sitzt beim Arbeiten also nicht am Küchentisch, wo sich die Kinder zanken.

Notlösung Eigeninitative

Auch sitzen nur die wenigsten beim Arbeiten auf der Couch oder einem Hocker, sondern haben einen vernünftigen, ergonomischen Drehstuhl und 52 Prozent sitzen zuhause an einem klassischen Schreibtisch. 21 Prozent nutzen einen Sitz-Steh-Tisch, also einen Tisch, dessen Arbeitshöhe sich während der Arbeit von der Sitz- auf die Stehposition verstellen lässt.

Das ist auch wichtig, denn wer häufiger oder mehrere Stunden am Stück zuhause arbeite, benötigt dafür einen professionellen Arbeitsplatz. Insofern sei es "erfreulich, dass rund die Hälfte der Homeoffice-Nutzer in Eigeninitiative für ergonomische und funktionale Arbeitsplätze sorgt", so Hund. Gefordert seien jedoch auch die Arbeitgeber. "Zumindest die Unternehmen, die ihre Mitarbeiter aktiv zur Arbeit im Home-office motivieren, sollten sich auch ihrer Verantwortung für den häuslichen Arbeitsplatz bewusst werden."

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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