Hochschulmanagement Alte Lasten, neuer Ärger

Die private EBS Universität will endlich mehr mit der Weiterbildung verdienen.

Stefani Hergert | , aktualisiert

Alte Lasten, neuer Ärger

Foto: EBS

Fast eineinhalb Jahre ist Rolf Cremer nun schon Präsident der privaten EBS Universität für Wirtschaft und Recht im Rheingau, doch mit den Altlasten seines Vorgängers kämpft er noch immer. Die Finanzlage ist weiterhin eine Herausforderung, der geplante Neubau der juristischen Fakultät gilt als überdimensioniert und mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ist ein wichtiger Kunde abgesprungen.

Zu all dem gesellen sich die Klagen des entlassenen Ex-Chefs Christopher Jahns, den die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdachts gerne vor Gericht sehen würde, der in dieser Woche aber wieder einmal mit seiner Klage gegen selbige Schlagzeilen machte.

Forschung braucht Finanzierung

Für Cremer, einen ruhigen, bedachten und erfahrenen Hochschulmanager ist das eine unglückliche Melange. Die EBS will sich als forschungsstarke Universität profilieren, doch die zahlungskräftigen Unterstützer fehlen. Alumni wollten in die Uni investieren, doch das Vorhaben stockt. Die EBS hat eine Weiterbildungstochter, die mit Dienstleistern zusammenarbeitet. Dass KPMG nun einen der Dienstleister samt Leitung übernommen und den Vertrag mit der EBS gekündigt hat, macht es nicht leichter.

Cremer hatte schon Anfang 2012 angekündigt, das Geschäft mit kurzen Weiterbildungsseminaren für Manager zu verändern. Es bringt der EBS zu wenig. "Am meisten profitieren die Dienstleister selbst", heißt es. Ab 2013 sollen denn auch neue Sätze gelten, die sie an die EBS zahlen müssen. Statt heute zwei bis drei Prozent könnte die EBS dann Gebühren nah an zehn Prozent erhalten. Ab Januar soll zudem ein Gesamtleiter für die Weiterbildung das Geschäft ausbauen.

Juristen-Neubau in Kritik  

Eine andere Finanzfrage, die des Neubaus der Jura-Fakultät in Wiesbaden, bleibt aber wohl Chefsache. Doch genauso wie sich die EBS immer stärker vom Ex-Chef distanziert hat, könnte sie sich nun auch davon ein Stück weit verabschieden. Das Gebäude wurde unter Jahns offenbar viel zu groß geplant. "800 Jura-Studenten – das war und ist illusorisch", sagt der Insider.

Offenbar diskutiert man an der EBS, ob der Neubau nicht besser eine Nummer kleiner ausfällt. Das bezeugt auch der Rückzug des Wiesbadener Oberbürgermeisters Helmut Müller (CDU) aus dem Stiftungsvorstand der Uni. Er hat dies mit möglichen Interessenskonflikten begründet, sollten die Baupläne noch einmal verändert werden.

Manche an der Uni meinen, Cremer hätte direkt nach seinem Antritt aufräumen müssen.

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