Hochschule Von Spenden profitieren

Die Universitäten in Deutschland sind zunehmend auf Gelder aus der Privatwirtschaft angewiesen. An der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität zeigt ein Beispiel eindrucksvoll, wie Lehre und Forschung von Spendengeldern profitieren können.

K. Ludowig | , aktualisiert

Auf dem Campus der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, direkt vor Gebäude 23.31, klafft ein riesiges Bauloch - das etwa drei Meter hohe, graue Betonfundament des neuen "Oeconomicum" steht bereits. Vor wenigen Wochen ist der Startschuss für die zukünftige Lehr- und Lernstätte der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gefallen. 40 Millionen Euro aus einer privaten Spende der Düsseldorfer Unternehmerfamilien Schwarz und Schwarz-Schütte machen den dreistöckigen Neubau möglich - und nicht nur das. Mit diesem Geld und zusätzlichen Mitteln der Universität werden ferner ein neuer Fachbereich VWL mit Schwerpunkt Wettbewerbsökonomie und das "Düsseldorfer Institute for Competition Economics" (DICE) errichtet, deren Finanzierung für 25 Jahre gesichert ist.

Der Bachelorstudiengang mit etwa 30 Erstsemestern startet pünktlich zur Eröffnung des "Oeconomicum" im Oktober nächsten Jahres. Der Master folgt dann spätestens 2013, wenn die Heinrich-Heine-Universität die ersten VWL-Absolventen vorweisen kann - möglicherweise auch schon ein Jahr früher; auch hier wird es etwa 30 Plätze geben. "Mit der geringen Zahl von Studenten wollen wir eine hohe Betreuungsqualität bieten und uns vom Massengeschäft anderer Universitäten abheben", erklärt Professor Justus Haucap, 40, Gründungsdirektor des DICE und Inhaber eines der fünf neu geschaffenen VWL-Lehrstühle.

Bei nur 30 Studenten wird mit einem hohen NC gerechnet

Bei der Zulassung zum Bachelor zählt vor allem die Abiturnote, der Numerus Clausus richtet sich nach dem Bewerberdurchschnitt und lässt sich daher schwer vorhersagen. Er wird aber voraussichtlich im oberen Bereich liegen. Andere Kriterien wie gute Englischkenntnisse oder relevantes Vorwissen kommen erst bei der Zulassung zum Master ins Spiel.

Ob es im Wintersemester 2010/11 einen Ansturm von Bewerbern geben wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. "Für viele ist die VWL kein sexy Studiengang, aber gerade jetzt in der Krise stellen sich der Wirtschaftspolitik extrem spannende Fragen", sagt Justus Haucap. Er ist Vorsitzender der Monopolkommission und berät die Bundesregierung in allen Fragen rund um die Wettbewerbspolitik und deren Regulierung. Zudem schätzt der Experte den Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs in diesem Bereich besonders hoch ein. "Durch die Deregulierung zahlreicher Märkte wie Post, Telekommunikation, Bahn oder Energie sind viele große Unternehmen wie Eon oder RWE gezwungen, sich dem steigenden Wettbewerbsdruck zu stellen."

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