Hoch hinaus mit Incentives Wie Unternehmen kreativ belohnen

Egal ob Firmenwagen oder der Teamausflug in den Vergnügungspark: Viele Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter mit sogenannten Inventives motivieren und belohnen.

Kerstin Dämon, wiwo.de | , aktualisiert

Wie Unternehmen kreativ belohnen

Foto: atira/Fotolia.com

Für den alltäglichen Wahnsinn im Büro oder am Fließband soll das Gehalt entschädigen. Eine Motivation, noch mehr zu leisten, ist es in der Regel aber nicht. Und auch Bonus-Zahlungen für besonders gute Leistungen bringen nicht immer den gewünschten Erfolg. Führungskräfte winken deshalb oft mit dem Schlüssel für einen Dienstwagen oder dem zu einem größeren Büro: Wer sich anstrengt, bekommt die Trophäe. Doch bringt das auf Dauer auch etwas? Schließt der Vertriebler, der jetzt den schicken Benz fahren darf, deshalb noch mehr Verträge ab? Oder spart der Controller im großen Büro mit Meerblick dem Unternehmen vor lauter Dankbarkeit noch mehr Geld ein? Vermutlich nicht.

Kreative Belohnungen sind im Trend

Deshalb setzen immer mehr Unternehmen auf kreative Belohnungen, sogenannte Incentives. Bei rund einem Fünftel aller vermittelten Jobs sind nicht-finanzielle Incentives heute Teil des Arbeitsvertrags, wie die Experten der Personalberatung Michael Page schätzen. Tendenz: steigend. Die Anbieter von Erlebnisgeschenken und -reisen haben sich längst darauf eingestellt und bieten komplette Businesspakete an. So hat beispielsweise Jochen Schweizer seit Juni 2012 Erlebnisgutscheine für die Anlässe "Kunden-Bindung" und "Mitarbeiter-Incentivierung" im Programm. Es gibt sogar eine eigene Ausgründung, die sich ausschließlich auf Business-Kunden spezialisiert hat.

Besonders größere Unternehmen lassen sich einiges einfallen, um ihre Mitarbeiter zu motivieren und die besten Nachwuchskräfte zu gewinnen. Für das Thema "Compensation & Benefits" haben viele ihre eigenen Spezialisten, Konzepte und Programme. Teilweise kommen externe Beratungsagenturen zum Einsatz, die solche Konzepte entwickeln und sich um die Umsetzung kümmern. Kleinere Unternehmen haben häufig nicht die Mittel für institutionalisierte Incentive-Programme – und müssen kreativer sein. So geben manche Firmen ihren Mitarbeitern einen Zuschuss für ein Fahrrad, wenn sie dafür auf einen festen Firmenparkplatz verzichten. Oder sie lassen einmal in der Woche einen Lebensmittel-Lieferdienst kommen, der die Zutaten für komplette Rezepte liefert. Gekocht wird dann zusammen.

Wer seine Mitarbeiter – ob einzelne Kollegen oder das gesamte Team – belohnen möchte, sollte auf ein paar Dinge achten:

Nur das Besondere besonders belohnen: Selbstverständliche Leistungen deckt das Gehalt ab. Die direkte Führungskraft kann Leistung und Motivation am besten beurteilen. Viele Unternehmen geben den Teamleitern einen Topf für Incentives, aus dem sie im Team verteilen können. Gerade viele junge Nachwuchskräfte sind mit einem Firmenwagen oder teuren Reisen nicht mehr zu locken. Wie wäre es dagegen mit einem Dienstrad oder einer Freistellung für ein soziales Projekt? Belohnungen müssen genauso sorgfältig kommuniziert werden wie Kritik. Transparente Regeln, klare Kriterien und eine gute interne Kommunikation verhindern Unstimmigkeiten und verlängern die Wirkung.

Die Führungskräfte sollten aber auch bei kreativen Belohnungen keine Wunder erwarten. Das gemeinsame Kochen, der Segeltörn oder der Besuch im Hochseilgarten belohnen das Team und schweißen es enger zusammen. Das ist gut, wird aber an den Umsätzen nichts ändern. Das sollte im Vorfeld klar sein. Auch die Kooperation mit dem Fitness-Studio nebenan sind prima für die Mitarbeiter und deren Bindung an den Arbeitgeber, schlagen sich aber in der Bilanzen nicht auf der Haben-Seite nieder.

Das heißt natürlich nicht, dass nichts und niemand mehr belohnt oder gefördert werden sollte. Das zufriedene, gesunde Mitarbeiter letztlich bessere Leistungen erbringen, als unzufriedene, dürfte mittlerweile bekannt sein. Für das Betriebsklima sind Incentives also auf jeden Fall sinnvoll und auch das Schulterklopfen beim einzelnen Angestellten ist nicht umsonst. Nur sollte niemand von einer Gewinnverdopplung auszugehen, weil es in der Kantine Gratis-Obst gibt.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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