Heimarbeit Im Home-Office kreativer

Heimarbeit erspart viele Unannehmlichkeiten: Den lästigen Arbeitsweg, den Lärm im Großraumbüro. Doch lässt es sich daheim wirklich besser arbeiten? Die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer ist davon überzeugt.

Niklas Dummer, wiwo.de | , aktualisiert

Im Home-Office kreativer

Foto: contrastwerkstatt / Fotolia.com

Microsoft macht es. BMW auch. Genauso wie BASF und die Allianz: Sie alle bieten zumindest Teilen ihrer Belegschaft die Möglichkeit, von daheim aus zu arbeiten. Hierzulande sind die Unternehmen damit allerdings Vorreiter.

Während Heimarbeit in den Niederlanden (jeder Dritte arbeitet dort im Home-Office) und Schweden (dort ist es jeder Vierte) schon lange gang und gäbe ist, ist die Zahl in der Bundesrepublik laut des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) rückläufig. 2008 arbeiteten noch 5,5 Millionen Menschen überwiegend daheim – vier Jahre später waren es nur noch 4,7 Millionen.

Beliebt: virtuelle Teamarbeit

Ist das nun gut oder schlecht? Zumindest aus Sicht der Arbeitnehmer ist die Antwort laut einer aktuellen Studie eindeutig. "Der Glaube an motivierte Arbeit außerhalb gemeinsamer Büro- oder Betriebsräume fällt bei den Befragten ausgesprochen optimistisch aus", sagt Rainer Neubauer, Geschäftsführer von Metaberatung, einem Personaldienstleiser.

71 Prozent der mehr als 1.000 befragten Arbeitnehmer gaben an, sich außerhalb des klassischen Arbeitsplatzes besser motivieren zu können. Jeder Zweite glaubte, kreativer zu sein. Besonders beliebt ist die virtuelle Teamarbeit, wie 52 Prozent sagten. So seien laut Studie gerade zurückhaltende Menschen beim Vortragen eigener Ideen sicherer und könnten sich besser in Diskussionen einbringen.

Ohne Flurfunk geht es nicht

Allerdings gehen mit den virtuellen Konferenzen auch Probleme einher. Neubauer betont: "Mimik und Körperhaltung sind in einer Telefonkonferenz nicht sichtbar". Das könne die Kommunikation erschweren und leicht zu Missverständnissen führen. Zumal jeder vierte Befragte angab, dass die virtuellen Treffen häufig schlecht vorbereitet und wenig zielführend seien.

Deswegen hat Yahoo-Chefin Marissa Mayer 2013 das Experiment Heimarbeit beendet und die Präsenzpflicht wieder eingeführt. In einem internen Memo begründete Personalchefin Jackie Reses die Entscheidung damit, dass die Kommunikation und die Zusammenarbeit am besten funktionierten, wenn alle an ihrem Arbeitsplatz seien. Weiter hieß es: "Die besten Entscheidungen entstehen häufig bei Diskussionen auf dem Flur oder in der Cafeteria." Jeder Dritte deutsche Arbeitnehmer würde Reses zustimmen: Sie gaben an, dass Teamarbeit ohne persönlichen Kontakt nicht funktioniere.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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