Headhunter Ehrgeiz ja, Karrieregeilheit nein!

Christine Stimpel ist eine der bekanntesten Headhunter Deutschlands. Die Deutschland- Chefin der Personalberatung Heidrick & Struggles erklärt, wie sich junge Führungskräfte erfolgreich von der Konkurrenz absetzen.

Karriere.de | , aktualisiert

Christine Stimpel gehört zu den einflussreichsten Headhuntern in Deutschland. Die Deutschland-Chefin der auf Executive Search spezialisierten Personalberatung Heidrick & Struggles ist promovierte Tierärztin und startete ihre eigene Karriere in der Pharmaindustrie bei Johnson&Johnson. Stimpel führt im Jahr rund 500 Interviews mit Kandidaten für vakante Führungspositionen ab 130 000 Euro Bruttojahresgehalt.

 





Außerberufliches Engagement
"Leute mit Potenzial zeichnen sich dadurch aus, dass sie zehn Prozent ihrer Zeit außerhalb ihrer Firma investieren. Beruf ist ja schön, aber für echte Top-Leute nicht erschöpfend. Ist jemand auch außerhalb der engen Grenzen seines Unternehmens ein Leader? Zeigt er, dass er auch für mehr als nur seine Karriere aktives Interesse aufbringt? Mit Schmalspurdenken kommt man heute nicht mehr weit. Gesellschaftliches Engagement ist keine Kür mehr, sondern Pflicht und wird gerade von vielen jüngeren Managern sehr ernst genommen."

Ehrgeiz
"Ehrgeiz ist notwendig, aber seien Sie nicht karrieregeil - oder, um mal den früheren Siemens-Chef Heinrich von Pierer zu zitieren: "Ich mag Ehrgeizige, aber keine Ehrgeizlinge." Sie dürfen Ihren Weg nicht verbissen angehen, sondern brauchen ein Stück Leichtigkeit. Deswegen sind Brüche im Lebenslauf spannend. Wenn jemand Zeit in der Dritten Welt verbracht hat, in einer ganz anderen Branche begonnen hat, sensationell kochen kann oder den Ärmelkanal durchschwommen hat, ist er interessanter als derjenige, der von Anfang an Chef werden wollte. Nehmen Sie sich Zeit für Umwege, die echten Karrieren - in die Vorstände - beginnen sowieso erst ab Mitte 40. Vorher können Sie sich nur eine gute Startnummer sichern."

Fordern und fördern
"Fallen Sie durch zusätzliches Engagement und hohe Motivation auf. Wichtig ist, dass Sie einen fördernden Führungsstil praktizieren. Gute Leute erkämpfen sich den Weg an die Spitze nicht mit Zähnen und Klauen, sondern sie sammeln ein Umfeld um sich, das sie nach oben trägt. Die meisten Topmanager sind im Umgang ganz normal und nicht abgehoben. Gerade die jüngeren Führungskräfte sollten international, kommunikativ, offen und nicht künstlich konfrontativ sein."

Balance 
"Bei allem Ehrgeiz und Verzicht, vergessen Sie nie die Balance - weder in Ihrem Berufs- noch in Ihrem Privatleben. Nehmen Sie die Familie auf Ihre Reise mit. Nur so stellt sich auch privat jene Zufriedenheit ein, die wichtig für eine herausragende Karriere ist." .

(1.12.2009)

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